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Einflüstern

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Ach ließest du schlimme innere Stimme
es doch, mir Klänge ins Ohr zu flöten,
sanft summend, als hieße dich eine Imme
den Nektar zu suchen, der ihr vonnöten.

Du animierst mich in Reimen zu schreiben
und flüsterst mir zu sogar im Sonett.
Da fragst du nicht, ob dieses Betreiben
gefällt und außer mir auch Leser hätt‘.

Die Bilder, die mir in Worten aufscheinen,
sie reihst du gern ein in rhythmischem Tanz,
um Sinn, Bild und Klang poetisch zu einen,
scheust du nicht zurück vor Ulk, Firlefanz.

Doch leider kann ich mich dir nicht entziehen,
es sei denn, ich würde mich selber fliehen.

© Ingrid Herta Drewing

Herbstbeginn

Nun schließt der Sommer bald die hellen Augen
und bettet sich für lange Zeit zur Ruh’.
Der junge Herbst will als Ersatz uns taugen,
beeilt sich und läuft lachend auf uns zu.

Er ist bekannt als lustiger Geselle.
Den Kindern trägt er Drachen in den Wind.
Auch in den Gärten ist er gern zur Stelle,
küsst Astern wach, macht Früchte reif geschwind.

Lässt Sonnenlicht noch pralle Trauben herzen,
damit sie Süße bringen in den Wein;
ist heiter, aufgelegt zu flotten Scherzen,
ruft schalkhaft: “Fangt die Hüte wieder ein!“

In frischer Luft und hehr im Golde strahlend
zeigt er uns üppig seiner Blätter Pracht,
bevor er sie, mit roten Tönen malend,
zum Flammenkleid der Wirbelwinde macht.

Lasst gönnen uns dem Sommer diese Pause,
begrüßen wir die nächste Jahreszeit!
Wer froh nach vorn schaut, fühlt sich wohl zu Hause,
wenn auch einmal ein wildes Wetter graut.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden, Kurpark,“Flötenspieler“, 1965, Walter Wadephul

Sternschnuppen im August

Wer jetzt sein Heil am Himmel sieht
(weil dort manch Meteor verglüht),
das ihm ganz in der Stille,
was er sich wünscht, erfülle,
bezeugt, dass immer noch Dämonen
aus grauer Vorzeit in uns wohnen,
die uns entrücken, leicht erlauben
solch Überirdisches zu glauben.

Die Lichterscheinung, die dort fliegt,
ein kosmisch‘ Spiel, das Träume wiegt,
als solle es uns gelten,
den vielen Ego-Welten,
die täglich wünschend sich entfalten
und oft zerstörend, dummdreist walten,
sie zeigt, dass nichts beständig bleibt,
Materie, die in Reibung schreibt,
als Funken sich entpuppe.

Wir sind ihm völlig schnuppe!

© Text: Ingrid Herta Drewing,2018
Foto : Pixabay

Wiesbaden im Jahresklang

Mein Taschenbuch WIESBADEN IM JAHRESKLANG
ist heute im Buchhandel erschienen.
ISBN 9783756512508 / 7.99 €
Lesende erfahren einiges über Wiesbaden und sind dazu eingeladen, die Landschaft unsrer Heimatstadt in Frühling, Sommer, Herbst und Winter zu erschauen.
Das poetische Mitschwingen mit der Natur wird durch Schwarz-Weiß-Fotos aus Wiesbaden ergänzt.
Durch Anklicken der Titelseite gelangt man zur Vorschau und weiteren Infos.

Abendstimmung

Sinn für Romantik
hat auch die kleine Katze,
still im Abendrot.

© Text: Ingrid Herta Drewing,

Foto: Ingmar Drewing

Advent

Den Spätherbst prägt noch Kälte, Regen,
und mancher Mensch in Trübsal sinkt,
vermisst der Sonne warmen Segen,
sieht kahle Bäume auf den Wegen,
sein Tag im Dunkel früh ertrinkt.

Doch, wenn jetzt auch die Nebel hüllen
in graue Schleier ein das Tal,
wir unsre Lichtes-Sehnsucht stillen
mit goldnem Glanz die Stadt erfüllen,
Adventszeit-Zierde, Sternenstrahl.

Ein Innehalten und Erwarten
des Lichtes, das doch ewig gilt
in Gottes hellem Lebensgarten,
lässt uns erneut nun hoffend starten
in diese Zeit, die Freude füllt.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Weihnachtswunsch

“Oh, Christkind, du und deine Engel,
wann kommt ihr endlich, bringt den Baum
zur Weihnacht ?”, denkt der kleine Bengel,
schaut sehnend in den Sternenraum.

“Mein Briefchen hab’ ich schon geschrieben
und alle Wünsche dir genannt…
ob sich die Eltern doch noch lieben,
dir ist das sicherlich bekannt.

Kannst, Christkind, du es vielleicht machen,
dass sie wieder zusammen sind?
Ich wünsch mir sonst nur wenig’ Sachen
nur so ein kleines Bärenkind.

Vielleicht noch eine kleine Schwester,
dann wäre ich nicht so allein.
Am besten sollt’ sie an Silvester
schon hier bei uns zu Hause sein.

Ich werd’ auch immer artig beten
und waschen meine Hände rein;
mit Wölfchen nicht mehr zanken, treten
und obendrein recht fleißig sein.“

© Text u. Rezitation: Ingrid Herta Drewing, 2012

Herbst

Herbstversprechen,
goldene Tage.
In den Lüften
tanzen farbenfroh die Blätter,
Abschlussball

© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing

Zwei Sonnenblumen

Zur gleichen Zeit gepflanzt im kleinen Garten,
zwei Sonnenblumen-Kerne, die ich fand,
sie sollten hier ihr Pflanzenleben starten
im schmalen Streifen an des Zaunes Rand.

Nachdem der Frühlingsregen sie begossen,
zwei Pflänzchen zeigten sich im Sand,
sie wuchsen sommers höher unverdrossen,
erhielten Blätter groß wie meine Hand.

Doch während dann die eine hell erblühte,
wuchs himmelwärts die andre unverwandt,
als ob sie sich, ein Baum zu sein, bemühte,
bewahrte sie recht lang ihr Knospen-Pfand.

So seltsam mir die beiden hier erscheinen,
die doch verbindet ein natürlich Band,
sie sich im Blühen gar nicht zeitlich einen,
der Wachstumsunterschied wirkt provokant.

Dieweil die große Blume Knospen hätschelt,
empfängt die kleine Bienen, wohl bekannt,
erlaubt auch, dass die Hummel sie sanft tätschelt,
und strahlt im Sonnenschein so elegant.

Ich stehe, schaue, folge Lebens Spur,
bestaune diese Vielfalt der Natur.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Donau und Rhein

Mutter Donau, Vater Rhein
gehen den getrennten Weg;
sie ein Schwarzwaldkind, recht fein,
stellt den Lauf südöstlich ein,
wächst heran aus Brigach, Breg.

Darf in Ulm das Münster grüßen,
bricht durch Kalkgestein sich Bahn
im Naturpark, Felsen-Riesen,
wo die wilden Wasser fließen,
mag bestaunen man im Kahn.

Niederbayern wird verlassen.
Durchbruchstal lockt die Wachau,
Burgenlandschaft, auf Terrassen
kann sich Weinbau sehen lassen,
lädt hier ein zu schöner Schau.

Und der Fluss, befreit aus Enge,
um sich südlich zu ergießen
unterwegs zu großer Länge,
lässt in Wien durch Walzer-Klänge
sich als blaue Donau grüßen.

Fast 3000 Meter lang
fließt sie zügig in zehn Staaten
bis sie fächert auf den Gang,
um in Deltas breitem Rang
dort im Schwarzen Meer zu baden.

Vater Rhein, ein Alpenrecke,
sich nordwestlich orientiert,
quert des Bodensee’s Strecke;
bei Schaffhausen stürzt der kecke
Fluss als Fall, bleibt unbrüskiert

Ganz nach Norden sich zu wenden,
strömt er nun von Basel aus,
mit Mäandern im Gelände
tat er Überfluten senden,
schädigte oft Mann und Maus.

Tullas Pläne, ihn zu zähmen,
bauend ein geregelt Bett,
konnten bald Gestalt annehmen,
auf gekürztem Weg zu strömen,
Deichbau zusätzlich dort rett‘!

Oberrheintal-Graben eben,
fruchtbar auch durch Klimagunst,
Randgebirge sich erheben,
und im Lee gedeihen Reben,
früh schon reifte hier die Kunst.

Alter Städte Kathedralen:
Straßburg, Speyer, Worms und Mainz
sich dort in die Landschaft malen,
Frankfurt und Wiesbaden strahlen
schön am Main und rechts des Rheins.

Westwärts fließend nach Wiesbaden
lieblich dort im Rheingau hin,
drängt ’s den Fluss zu neuen Taten,
strömt nach Norden wohl geraten
bricht der Schieferberge Sinn.

Wie der Donau Burgenland
grüßt hier auch der Mittelrhein,
zeigt sein Mittelalter-Pfand,
Weltkultur-Erbe, bekannt,
lädt dich zum Verweilen ein.

Nord und Süden zu verbinden,
schafft die Wasserstraße Rhein.
Tausende von Schiffen finden
ihren Weg, in Nordsee münden
seine Delta-Arme ein.

© Text: Ingrid Herta Drewing,

   Fotos: Pixabay