Archive for the Category Landschaft

 
 

Am Schwarzbach im Nerotal*

In lindem Grün gefiedert, Bäume leuchten;
der milde Frühlingstag, so licht, gefällt!
Es scheint, als hätt‘ ein Maler in die Feuchte
ein Aquarell gepinselt, zeige schön die Welt.

Und üppig quellen dottergelbe Blüten.
Dort an des Baches Rand sprießt Hahnenfuß,
wo auch Vergissmeinnicht weiß zu behüten,
ins Wasser blickend, Frühlings lieben Gruß.

Romantisch führen Historismus-Brücken,
kunstvolle Wege durch das Nerotal.
Der Schwarzbach speist zwei Teiche, lenkt die Blicke
zu alten Bäumen, artenreich an Zahl.

Du kannst noch heut‘, nach über hundert Jahren
die Einheit von Natur und Kunst erfahren.

© Foto u. Gedicht: Ingrid Herta Drewing,

*Der Park im Nerotal wurde in den Jahren 1897 bis 1898
angelegt. Nach seiner Fertigstellung waren fast 6.000 Pflanzen aus vielen Ländern in der rund sechs Hektar großen Anlage zu finden.
„Verglichen mit anderen Anlagen verfügt das Nerotal über die größte Baumvielfalt.
Hier gedeihen unter anderem der Korkbaum, der Japanische Perlschnurbaum, der Gebirgsmammutbaum, die Chinesische Zaubernuss, der Amerikanische Zürgelbaum und der Taschentuchbaum“ („Stadtgrün in Wiesbaden“,Umwelt-und Kulturdezernat Wiesbaden)

Herbstgold

Wie blau, wie wolkenlos der Himmel ist,
als habe heute Herbst zum Fest geladen!
Im Sonnenschein, den wir so lang vermisst,
wir können froh Gesicht und Seele baden.

Vergessen ist des Nebels graue Hülle,
hier lockt die Landschaft in den schönsten Farben.
Das Auge sieht sich satt an dieser Fülle;
Oktobergold lässt uns nicht länger darben.

Zwar gibt er sich im Schatten schon recht kühl,
vereinzelt führen Fröste in den Morgen;
doch jetzt am Mittag siegt das Hochgefühl,
des Tages Frische fegt weg alle Sorgen.

So sollte Herbst hier noch recht lange währen,
bis uns des Winters Boten dann beehren.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Herbst-Ode

Ruht im Nebel der Tag, ruft ihn die Sonne wach,
hell im Lichte erstrahlt schön hier der Landschaft Pracht.
Blau der Himmel, es schweben
Silberfäden in milder Luft.

Golden glänzende Welt, Bild, das der Herbst uns malt,
wenn vor Mutter Natur er mit den Künsten prahlt.
Flammend rote Girlanden
ranken wild an den Mauern, Wein.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing, 2019

Gebirgswald, andere Version

Es liegt der Wald dem Berg zu Füßen,
eh‘ dieser schroff in Höhen strebt
und felsig mag den Himmel grüßen,
der auch den Karsee blau belebt.

Das Panorama allenthalben
zeigt majestätisch schön die Alpen
mit Felsen, Almen, Tannen, Fichten,
mit einem Bach, der sprudelnd fließt

durch Farn und Moos und Nadelschichten;
der Wanderer im Wald genießt,
wenn er bei Aufstieg und Ermatten
zu Kräften kommt in Licht und Schatten.

Als Bannwald schützt er vor Lawinen,
Gefahr, die an den Hängen droht –
die übergroß wird, wenn wir ihnen
die Schneisen schlagen ohne Not,

weil wir für Wintersport uns rüsten,
dort roden Wald für neue Pisten,
zu fördern den Tourismus pur,
und wollen so die Wirtschaft würzen,

bis Regen rauscht in glatter Spur
und donnernd Muren talwärts stürzen,
kein Baum mehr kann den Boden halten,
die rutschend, rollenden Gewalten.

Noch liegt der Wald dem Berg zu Füßen,
ehe er schroff in Höhen strebt
und felsig mag den Himmel grüßen,
der auch den Karsee blau belebt.

Dass wir nicht finden allenthalben,
die Landschaft nur noch in den Alben!

© Ingrid Herta Drewing und Rainer Doering, Mai 2019

Im winterlichen Park

Das Licht des Winters lässt in Weiß erglänzen
die fast in Frost erstarrte kleine Welt,
mag weich im Schnee die Landschaft hier kredenzen,
die unter Himmels Blau dem Blick gefällt.

Der kleine Teich, der unlängst, trüb, verwaist,
trug des verwelkten Laubes Blattgestalten,
verwischt die Spur von Wasser, Land, vereist,
zeigt so der Jahreszeit amphibisch‘ Walten.

Und Diamanten funkeln in den Kronen
der Bäume, die zuvor noch kahl, entstellt,
doch nun in ihrem Schneekleid traulich wohnen,
verzaubert wirken, Märchen zugesellt.

Ich stehe, schaue und genieß‘ dies schöne,
so selten hier erscheinend‘ Winterbild.
Mir ist, als ob sich etwas sanft versöhne,
Natur in Stille zeige rein und mild.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2019

Wiesbaden, Nerotal 2017

Herbstgesang

War’s gestern noch ein Flüstern, heute tönt
ein Sprechgesang, den die Natur beschworen.
Im Laub der Sommer müden Bäume frönt
der Farben Klang, im Sonnenglanz erkoren.

Das strahlt in Gold und flammt hell auf in Rot,
was deinen Blick erfreut, lässt jubilieren!
Du siehst, befreit aus fahlen Nebels Not,
den jungen Tag im Lichte triumphieren.

So mag der Herbst noch lange weilen, bleiben,
von Ernteklängen, milder Luft gesäumt,
um Abschiedsweh und Trübsal zu vertreiben,
bevor die Landschaft bald im Winter träumt.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Ende September im Nerotal

Des späten Sommers satte goldne Farben
begleitet Himmelblau im Aquarell,
als gelte es, nun nach Frühnebels Darben
im Teich zu spiegeln, was so licht und hell.

Ich schaue und genieß‘ die Augenweide
jetzt, da die Sonne warm im Mittag singt
und leuchten lässt der Bäume Blattgeschmeide,
das sanft noch vor dem Tanz im Winde schwingt.

Wie bald wird ihre Schönheit welk verblassen,
wenn Herbststurm harsch hier durch die Wipfel fegt
und dann an trüben Tagen, regennassen
sich Nebel auf die kahlen Äste legt.

Doch noch erreicht Natur nicht dieses Ziel;
es schenkt der Frühherbst uns sein glänzend Spiel.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing, 2018

Monokultur

Ich drehte gern zurück hier alle Uhren,
als auf dem Land noch schön die Landschaft war,
der Felder Vielfalt, fern Monokulturen;
das Wachsen frei von Giften dort geschah!

Da schwirrten Falter, summten Hummeln, Bienen,
und Vögel sangen hell tagein und tagaus.
Doch Pestizide ließ man sich andienen,
zerstört‘ das Biotop vor eignem Haus.

Den Großkonzernen der Agrar-Chemie,
schenkt’s rücksichtsloses Pfründen-Mehren.
Manch‘ kleinen Landwirt zwingt man in die Knie,
er wird zum Werkzeug, macht mit beim Zerstören.

So weit und gelb der Raps hier auch erglänzt,
ein Orchester des Lebens ging verloren,
dass einst in Fülle uns Natur kredenzt‘.
Hat man sich Wohlstand wirklich so erkoren?

© Text : Ingrid Herta Drewing
© Foto : Pixabay

Schnee

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Des Winters Katze heimlich kam zur Nacht
und hat mit weichen, weißen Sammetpfoten
hier Wiesen, Busch und Baum im Tal bedacht.
Und dort, wo Frost und Eiseskälte drohten,
liegt sie beschaulich, hält im Schnee die Wacht.

Dachgauben prangen nun mit weißen Hauben
sogar die Schornsteine in hellen Mützen,
und auf dem Dachfirst putzen sich die Tauben
ihr zart Gefieder, das sie nachts soll schützen,
wenn Fröste sich den Zugriff noch erlauben.

Mir kommt ’s so vor, als sei‘ s ein Abschiedsspiel,
das Winter jetzt noch einmal schön hier gibt,
Aufmerksamkeit auf seine Kunst mag lenken,
bevor er hoch im Norden sucht sein Ziel.
Dann wird der junge Lenz, ins Licht verliebt,
die Landschaft zieren, wecken Blüten viel
und uns mit Vogelliedern reich beschenken.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Winternacht

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Die Nacht, den Sternenmantel ausgebreitet,
streift silbern mit des Mondes Licht den Schnee,
wo dunkelblaue Kälte weithin gleitet
und winterstarr ruht, sanft vereist, der See.

Als habe hier der Zauber einer Fee
die kleine Welt in ihren Bann gehoben,
erscheint mir fast unwirklich, was ich seh,
es glänzt die Landschaft, magisch neu verwoben.

Ein Wintertraum, durch den ein Lächeln schreitet.
Gemeinsam finden wir den Weg nach Haus,
das Bild vor Augen, das den Blick uns weitet,
und kosten diese stille Schönheit aus.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2018