Archive for the Category Nerotal

 
 

Abendstimmung im Mai

Sanft träumt der Abend auf den Wiesenfluren,
Der Sonne Gold versinkt nun brennend rot
dort, wo am Horizont der Himmel loht
und leuchtend färbt der Federwolken Spuren.

Schon reichen lange Schatten sich die Hände;
die alten Eichen und der Mammutbaum
erweitern spielend ihren dunklen Raum,
bereiten vor zur Nacht jetzt das Gelände.

Doch lieblich lässt ihr Abendlied erklingen
die Amsel, deren Sang da weithin schallt,
hier durch des Schwarzbachs Tal bis hin zum Wald,
und fügt sich ein ins stimmungsvolle Schwingen.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Mai-Versprechen

Nilgänse im Nerotal_o

Von goldnem Sonnenlicht umflossen
dies’ Grünen in den Büschen, Bäumen!
Das Leben wächst, erklimmt die Sprossen
zu immer neuen Zauberträumen.

So mag ein Erdentag beginnen,
beschirmt von Himmels hellem Blau,
und ich erleb’ mit allen Sinnen
des Maien prächt’ge Blütenschau.

Lass mich von Licht und Duft betören,
der Frühlingsvögel süßem Lied.
Das Leben darf auch dir gehören,
so flüstert ’s zärtlich ins Gemüt.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Nerotal

Wunsch

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Blaues Stückchen Himmelsglück,
hier im Spiegel eingefangen.
Frühlings lichter, zarter Blick
nährt im Grünen das Verlangen,
unser Leben hier auf Erden
möge auch so friedlich werden.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Nerotal

Wintertag

Nerowinterwunderland_o
In Schnee gehüllt das Tal, das Land;
Konturen,nun im Weiß verwoben,
als habe eine Feenhand
es in ihr Märchenreich gehoben.

Mir ist’s, als weilte ich in Träumen,
in jenem fernen Kinderland,
als schneereich Winter ließ versäumen,
was sonst des Alltags Pflicht benannt.

Gebannt vom Zauber der Natur,
der zärtlich mag den Blick berühren,
folg‘ ich der sanften Sterne Spur,
lass mich ins Wunderland entführen.

© Foto und Text / Ingrid Herta Drewing,2017

Winterlandschaft

Wiesbaden, Nerotal,10.01.2017DSCN8198
Des Morgens winterblasse Sonne
schlägt müde ihre Augen auf.
Ihr Licht, im Wolkendunst zerronnen,
bestimmt nur matt des Tages Lauf.

Es ist so still das Land, die Weite,
sie dehnt sich aus, es liegt der Schnee,
ein weißes Tuch, sanft ausgebreitet,
verwischt die Grenzen,Land und See.

Und auf der Eiche thront ein Rabe,
im schwarzen Frack ein Farbkontrast,
sitzt schweigend dort, als ob er habe
sich längst befreit von aller Last.

© Foto und Text / Ingrid Herta Drewing,2017

Wintermorgen im Nerotal

Nerowinter_o

Zart grüßt der Tag;die Morgenröte
im Osten mischt sich ins Türkis.
Als ob ein Aquarell er böte,
die Farbe in Pastell zerfließt.

Vom Reif die Landschaft angehaucht,
ein Silberweiß, nur sanft Kontrast.
Sich kräuselnd tanzt ein zarter Rauch,
der überm Dache Himmel fasst.

Im Frost ruht vieles noch erstarrt.
Auf der Kastanie kahlen Ästen,
da sitzen traulich und apart
zwei Krähen still als Wintergäste.

Wenn Sonne wärmend sie belebt,
erheben sie die schwarzen Schwingen;
und kurz ihr knarrend Krächzen schwebt
mit ihnen über allen Dingen.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing

Alte Laterne im Nerotal

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Hat unlängst noch des Herbstes Flammenkleid
dich rot mit seinem Blätterspiel umgeben,
stehst du, von weichem Schnee jetzt weiß beschneit,
wie schon seit hundert Jahren hier bereit,
den Park des Abends leuchtend zu beleben.

Wenn du es könntest, davon zu erzählen,
was um dich ist in all der Zeit geschehen,
ja, welchen Monat würdest du wohl wählen?
Den Mai, den Frühlingskuss vor dem Vermählen,
Oktober, dessen Blattgold du gesehen?

Wär‘ es ein Julitag,recht heiß im Grünen,
wenn neben dir der Schwarzbach leise rauscht
und über dir die Bergbahn zu den Bühnen
im Sommer führt zu Improtagen, kühnen,
wo man den kreativen Mimen lauscht?

Vielleicht erzähltest du ein Wintermärchen
von muntren Kindern, die den Schneemann bauen,
Erinnerungen auch an Hans und Klärchen.
Sie waren später ein verliebtes Pärchen,
das sich hier traf in innigem Vertrauen.

Noch viele Winter wirst du hier wohl stehen,
wenn ich, die so sinniert, schon nicht mehr bin.
Und Andre werden da spazieren gehen,
nostalgisch dich, Laterne, leuchten sehen,
mit dir verknüpfen ihren eignen Sinn.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Schnee im Nerotal

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Ein Tag wie dieser lässt mich wachend träumen,
es lädt uns ein die Winterwunderwelt,
in ihrem weißen, weichen Reich zu säumen,
wo Schnee fast zärtlich, leise rieselnd fällt.

Der Park wirkt wie verwandelt in ein Märchen;
die Büsche, Bäume, Wiesen deckt der Schnee.
Noch liegt er unberührt, ein Entenpärchen
nur sitzt am Wasserloch, vereist der See.

Als wolle die Natur nun hier versöhnen
die Landschaft, die in Frost und Nebel lag,
sie mit dem sanften Sternenspiel verschönen,
uns schenken einen echten Wintertag.

Wohin ich schaue, Schönes ist im Blick,
und mich erfreut dies selt’ne Winterglück.

© Foto und Text / Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Nerotal 10.01.17