Archive for the Category Tanka & Co

 
 

Septembermorgen

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Kühler Herbstmorgen,
wohltuend wärmt die Jacke.
Auf dem Dach Raureif
nach einer sternklaren Nacht.
Doch Sonne ist versprochen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2017,

Wiesbaden, Nerotal

Vorbereitung

Die „ Vögel des Glücks“,
Hunderte von Kranichen
sammeln sich zum Zug,
bei Linum im Havelland
Stärkung vor dem großen Flug.

© Ingrid Herta Drewing,2017

In der Frühe

Version 2
Morgendämmerung,
noch ruht das Leben im Tal,
Tau auf den Wiesen.

Im Lichtatem der Sonne
frische, reine Luft schöpfen.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Hautnah

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Metamorphosen
Leben vor sich hin wachsend.
Ein prüfender Blick,
die Schlange häutet sich,
aber du alterst in Falten.

© Ingrid Herta Drewing,2017,
Foto: Pixabay

Signal

Die Konsumtempel,
Kult in riesigen Stadien
erinnern an Rom.
Brot und Spiele, Dekadenz
vor des Reiches Untergang.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Abgehoben

„Du bist arm? Sei froh,
denn Reichtum macht nicht glücklich!“,
sagen die Reichen,
verkriechen sich in Burgen
geschützter Annehmlichkeit.

„Wer will,kriegt Arbeit!
Er muss sich nur verdingen
im Ein-Euro-Job.“
Angebot und Nachfrage
erklärt zum Naturgesetz.

Marktmacht-Religion;
die Neoliberalen
und Plutokraten,
sie lenken, stellen Weichen,
und das Gemeinwohl entgleist.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Dezembermorgen

Über dem Dache
tanzen Rauch-Pirouetten
zum Winterhimmel.

Der Bäume Schattenrisse,
filigran neben dem Haus.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Novemberspaziergang

Nebel gefiedert
kauern des Herbstes Vögel
im kahlen Geäst.
Trübe fließt Laternen-Licht,
und Konturen verschwimmen.

Schweigende Schritte,
nasse Blätterteppiche.
Noch wärmt der Mantel.
Doch Kälte greift ins Gesicht
und schwingt hauchzarte Fähnchen.

© Ingrid Herta Drewing

Frühsommer

Hoch über der Stadt
schweben im blauen Himmel
die Mauersegler.

Aus südlichen Gefilden
brachten sie den Sommer mit.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Bergauf

Bergauf führt mein Weg,
die gleißende Sonne brennt.
Ein Quell mich erfrischt.

Dort hinter dem Berg
liegt es, das fruchtbare Tal,
der Anstrengung wert.
Hätte ich Adlers Schwingen,
trüge mich Aufwind hinauf!

Der Gemsen Steinschlag
versperrt mir polternd den Weg.
Noch ist der Pass fern.
Hätte ich Adlers Schwingen,
ich flög‘ darüber hinweg!

Doch ich muss mich müh’n,
denn Erdenschwere hält mich,
erlaubt nur den Schritt.

© Ingrid Herta Drewing,2015