Archive for the Category Pflanzen

 
 

Löwenzahn

Da spitzt es grün durch Risse, Spalten;
zum Licht, zur Sonne strebt es hin.
Ein Flüstern nur, ein leises Walten,
ein Traum von Wachsen und Gestalten
schenkt nun dem Leben neuen Sinn.

Der Sternrosette lindes Grünen
erhellt das Grau, ziert den Asphalt;
hier Löwenzahn erblüht auf Bühnen,
und seine Sonnen gleichen kühnen
ergrauten Recken, reifend bald.

Die Pusteblumen hegen Samen
für weite Reisen mit dem Wind,
der ihre Schirmchen ohne Dramen
sanft trägt, sie sät dann beim Erlahmen
in neuen Lebens Ort geschwind.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Abfall

Verloren zwischen Tannenzweigen
ein Stern, der jüngst zur Heiligen Nacht
gestrahlt in Gold, wie es ihm eigen;
im warmen, hellen Lichterreigen
der Kerzen schien so wohl bedacht

Hier nun entsorgt mit vielen Bäumen,
die nur zum Weihnachtsfest gefällt,
wo sie im Wald in grünen Träumen
die Sommerwiesen durften säumen
als Hort der muntren Vogel-Welt.

Was aufwuchs, blühte, lichtes Leben,
ward nur zur Deko degradiert,
die zwar symbolisch sollt verweben
den Brauch, der Zuversicht mag geben
und Glauben, der zu Frieden führt.

So vieles, was wir konsumieren,
befriedigt uns nur kurze Zeit,
Nachhaltigkeit wär’ doch zu küren,
das Leben weiterhin zu spüren,
dem Nachwuchs halten auch bereit!

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Pfingstfreude

Pfingstrosen, zart das Blütenkleid, und Mohn,
dies‘ rote Feuer, leuchtend in den Wiesen!
Ein leichter Wind die Gräser wiegt, sie fließen
in sanften Wogen, lichter Strahlen Lohn.

Frühsommer spielt schon in den Sonnenuhren;
am Mittagshimmel das Gestirn hoch glüht
und kost die Wälder und die grünen Fluren,
die Auen, Gärten, die hier neu erblüht.

Da regt in allem hell sich die Natur,
wer vormals traurig war, ist gut gestimmt.
Die Freude zieht, mild lächelnd, ihre Spur,
die vielem nun das Graue, Trübe nimmt.

So mag man auch die Pfingstbotschaft verstehen,
um miteinander menschlich umzugehen.

© Foto u. Text :Ingrid Herta Drewing,

Pflanzen

Grün schlüpft und lugt es durch die Ritzen.
Es findet jede Pflanze hin zum Licht.
Mag sie auch tief im Dunkel sitzen,
so ändert sich ihr Streben dennoch nicht.

So kraftvoll suchend, so beständig,
dabei dem Regen wehrend und dem Wind,
zeigt sie sich heliotrop, lebendig,
besiegt auch Steine, die im Wege sind.

Sie könnte Sinnbild sein in ihrem Streben,
dem Menschen, wenn er zagend fast versagt,
ihm zeigen, dass die Hoffnung auf das Leben
die Mühe lohnt, die er so oft beklagt.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

WEIHNACHTSSTERNE

dscn8077Die rote Glut der Weihnachtssterne
erstrahlt, wo festlich wird geschmückt,
sie, deren Heimat in der Ferne,
nun hier gezüchtet, sieht man gerne,
die Farbenpracht den Blick berückt.

Und hier im Kurhaus in Wiesbaden
sie bilden schön gestuft den Baum,
erfreu’n im Vestibül zum Feste
jetzt zahlreich gutgelaunte Gäste,
erfüllen sanft den Weihnachtstraum.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Sommermorgen auf dem Balkon

Dies himmlisch Blau mit Sahnehäubchen!
Ein Sommertag erblüht im Licht
der Sonne, und es tanzen Stäubchen
in jedem Strahl, der gleißend spricht.

Hoch auf dem Dach die Ringeltaube
stimmt an tief gurrend ihren Ruf.
Ihr Partner grüßt von ferner Gaube,
im Klang, den ihm der Schöpfer schuf.

Der Mauersegler muntres Sirren,
begleitet ihre schnellen Flug,
wenn sie durch Häuserschluchten schwirren
auf dem Insektenbeutezug.

Ich sitz‘ in meiner grünen Loge,
genieß‘ dies Schauspiel, Blumenduft
ergänzt der Vögel Freud-Eloge
hier in der warmen Sommerluft.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Ansinnen

Wie üppig, grün lässt sich der Sommer sehen!
Der Regen hat ihn hier so reich bedacht.
Ich schaue, ahn‘, dass Wachsen und Vergehen
ein Zwillingspaar sind, so wie Tag und Nacht.

Jedoch es will mir schwer erscheinen,
dass auch mein Dasein ist darin verwebt.
Ich möchte Nacht, Vergehen, gern verneinen,
dass mir kein Tod sagt: „Du hast ausgelebt!“

Drum bitte ich den Schöpfer, dass mein Leben
noch lange währe hier auf dieser Welt,
damit mir noch dies‘ Reifen sei gegeben
im kleinen Paradies, das mir gefällt.

Ich liebe Gottes Schöpfung, die Natur
und folge gern des ew’gen Lichtes Spur.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Sommermorgen

Recht kühl gibt sich der Sommermorgen.
Die Wiesen träumen noch, und Tau
glänzt dort, wo nachts geruht, geborgen,
der Blumen sanfte Blütenschau.

Es hat der Sonne helles Strahlen
die Wassertröpfchen aufgeweckt,
lässt Prismen hier brillieren,malen;
ein Glitzern,Funkeln alles deckt.

Doch bald schon löst sich das Geschmeide
im warmen Schein des Lichtes auf.
Die Wiese wird der Schafe Weide,
der Hirtenhund beginnt den Lauf.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Unter Linden

Jetzt blühen die Linden.
Dies goldene Glück
lockt Hummeln und Immen;
nun sind sie zurück,
nach kühler Nässe
hier Nektar zu finden.

Jetzt blühen die Linden.
Den Sommer im Blick,
lass froh ich mich stimmen
und lob dies Geschick,
mich, nasenselig,
die Düfte umwinden.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Rosenblüte im Mai

Zart sind erblüht die ersten Rosen,
im Licht erwacht aus Traum und Nacht.
Ihr Duft ein lieblich feines Kosen!
Beglückt erlebe ich die Pracht.

Und täglich schenkt ein neu Erblühen,
das aus den Knospen-Blättern bricht,
sich sanft entfaltend ohne Mühen
ein schönes Blumen-Angesicht.

Ein jedes zeigt ein eignes Glänzen,
obwohl aus einem Stamm erbracht.
Des Lebens Vielfalt mag kredenzen,
was auch uns Menschen Freude macht.

© Ingrid Herta Drewing,2016