Archive for the Category Glauben

 
 

Adventshoffen

Ein Zauber hält mich zart umfangen.
Der Kindheit Lächeln liegt darin;
zur Krippe bin ich heut’ gegangen
und fühlt’ dies selige Verlangen,
dem ich doch schon entwachsen bin.

Der Friede, Freude und das Glück
aus jenen unbeschwerten Tagen,
sie rufen leuchtend mir zurück,
was fern dem grauen Alltagsblick,
der Weihnachtsbotschaft wahres Sagen.

Es klingen alte, traute Lieder.
Ihr froher Klang füllt meine Welt,
und Freude, die uns immer wieder
die Hoffnung schenkt, sie strahlt hernieder.
Der Liebe Stern die Nacht erhellt.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Lächelnder Engel

So viele Jahre blickst du schon hernieder;
du siehst und sahst viel Menschen kommen, gehen.
Es tönten böse sowie gute Lieder,
mal Kampfgetöse und dann Frieden wieder.
Doch du bliebst lächelnd am Portal dort stehen.

Der Steinmetz, der dich damals durft‘ gestalten,
er war gewiss ein Mensch mit frohem Sinn.
So schuf er nicht nur kunstvoll Kleides Falten
und Flügel für dein himmlisches Verhalten;
er stellte dich lebendig, lächelnd hin.

Als Engel freundlich, scheinst du zu verstehen,
was Menschen seit Jahrhunderten bewegt,
wenn sie sich irren, falsche Wege gehen,
in Not und Angst dann hier um Hilfe flehen
und hoffen, dass sie Gott trotz Schuld noch hegt.

© Foto* u. Text: Ingrid Herta Drewing, 2018
*Engel am Westportal der Kathedrale von Reims, 1963 fotografiert

ADVENT

A nkunft Christi, wir erwarten,
D ass der Glaube werd‘ erhellt.
V or dem Kindlein, diesem zarten,
E ine Friede unsre Welt,
N eu im Mensch-Sein sich zu üben,
T reu, einander helfend, lieben!

© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing

Zu Allerheiligen und Allerseelen

Und nichts ist von Dauer, was wir erkiesen,
alles nimmt hin ohne Mitleid die Zeit,
die Wasser, die tosend zum Meere fließen,
die Pflanzen, die blühend und welkend sprießen.
Uns steht hier vieles nur sehr kurz bereit.

Sogar die Sterne, die himmlisch erglänzen,
sterben von Anbeginn in ihrem Licht.
tragen es dennoch so weit und kredenzen,
weiten uns Menschen die irdischen Grenzen,
ein Himmel voll Hoffnung und Zuversicht.

Zuversicht wächst in vertrauendem Glauben,
dass gütig uns, wenn das Leben einst fällt,
der Herrgott in seiner Gnade erlaube,
die Seinen zu sein, wenn, fern allem Staube,
geborgen in seiner Hand er uns hält.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Ende und Beginn

Das Leben, das hier in der Endlosschleife
der Zeit in seinen Kreisen irdisch schwingt,
uns unaufhörlich trägt in Blüte, Reife,
im Welken noch von Werden, Wachsen singt,
es scheint zu bergen eine Zauberkraft,
die Phönix gleicht, sich Neubeginn erschafft.

Im weiten All mit seinen Myriaden
an Galaxien, Sternen, die bei Nacht
mit hellem Leuchten unsren Blick einladen,
wenn unser Fragen andächtig erwacht,
erscheint das Dasein hier mir als Geschenk,
und ich bin mir des Wunders eingedenk.

Wohl wissend, dass mein eignes kleines Leben
sich kurz ereignet, führt zum Ende hin,
darf ich als Glied der Kette dennoch geben
im „Stirb und Werde“ ihm den eignen Sinn.
Zwar flüstert irdisch mir die Zeit von Tod,
doch glaub‘ ich an das Licht, das ewig loht.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,2020

Regenbogen

Was die Physik, die Optik kann erklären,
des Regenbogens helles Farbenspiel,
das wird durch Schönheit fraglos uns betören,
denn es vermag Gefühle zu beschwören,
die zärtlich finden unsrer Seele Ziel.

Der Farben Töne als Musik hier schwingen,
so trinkt sich auch das Auge suchend satt,
das winters noch im blassen Weiß der Dinge
die Kraft und Vielfalt, jenes bunte Singen,
ersehnte und nun vorgefunden hat.

Wen wundert es, die Bibel spricht vom Bund,
den Gott versöhnend zeigt im Regenbogen,
gespannt weit übern Himmel, zarter Fund,
ein Zeichen, Licht gesandt ins Erdenrund.
Der Mensch erschaut so, dass ihm Gott gewogen.

Profaner sieht dies wohl der Aberglaube,
und dennoch geht ’s dem Menschen auch um Glück;
ein Goldfund soll dem Armen das erlauben,
am Bogen-Ende mag er ihn aufklauben,
dort wo die Elfen halten ihn zurück.

Was auch der Mythen Bilder hier erfassen,
es zeigt die Freude, die uns auch berührt
durch diese Schönheit, die im Regenblassen
der Sonne Strahl hat hell erblühen lassen
und uns zur Farbenharmonie geführt.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Morgengebet

Wir danken, Vater, für das Tagen
nach langer Nacht und tiefer Schuld.
Verleih uns Mut, nicht zu verzagen,
beschütze uns vor Ungeduld,
hier vorschnell, schädlich, falsch zu handeln,
der Schöpfung Schönheit zu verschandeln!

Herr, der du uns in deiner Güte
dies irdisch‘ Paradies geschenkt,
der Pflanzen Grünen, ihre Blüte,
die hin zu Frucht und Reife lenkt,
gib uns auch Kraft, auf weisen Wegen
in deinem Sinn dies Gut zu hegen!

Wir bitten dich um wahren Frieden,
die Güte und den wachen Blick,
einander helfend zu behüten,
fern sei uns Hass und Kriegsgeschick!
Lass uns, was heilen hilft, erkennen
und Leben, Lieben nicht mehr trennen!

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Karfreitag 2020

Karfreitag-Morgen, auf dem Dach der Gaube
thront eine Amsel in der Sonne, schweigt;
sie, die doch sonst zu schönem Singen neigt.
Nur noch das Gurren einer Ringeltaube
gleich einem Sehnsuchtsruf zum Himmel steigt.

Und auch der Menschen froh geschäftig‘ Treiben,
das werktags munter in den Straßen schwingt,
verstummt; nur dort vom Dom ein Läuten klingt,
obwohl heut‘ die Gemeinde fern muss bleiben,
weil sie Corona noch zu Vorsicht zwingt.

Es scheinen nun die Oster-Feiertage
durch diese Pandemie hier fast vergällt,
denn die Gefahr reist tödlich um die Welt.
Doch virtuell kommt Gottesdienst in Frage,
wird bei YouTube uns schön bereit gestellt.

Wir dürfen Gott in Demut darum bitten,
dass er uns Rat gibt, was vom Bann befreit,
erneut uns schenkt des Lebens Leichtigkeit,
damit gemeinsam wir in richt’gen Schritten
mit Zuversicht jetzt meistern diese Zeit.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Wunsch

Ich mag so gern an kleine Wunder glauben,
der Morgenröte Lächeln, ihr Geschenk,
und dass trotz Dunkel Sterne Glanz erlauben,
damit nicht Klage nur die Lieder lenk‘.

Ich möchte wohl um diese Hoffnung wissen,
die auch im Nebel ahnt das helle Licht,
wenn man der Sonne warmen Schein muss missen,
nach vorne blicken voller Zuversicht.

So will ich froh von Liebe, Güte singen,
auch wenn sich Argwohn hier noch findet ein,
regt sich in vielen Dingen doch dies‘ Klingen,
der Sehnsucht Traum von Freude, Glücklich-Sein.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Ende und Beginn

Das Leben, das hier in der Endlosschleife
der Zeit in seinen Kreisen irdisch schwingt,
uns unaufhörlich trägt in Blüte, Reife,
im Welken noch von Werden, Wachsen singt,
es scheint zu bergen eine Zauberkraft,
die Phönix gleicht, sich Neubeginn erschafft.

Im weiten All mit seinen Myriaden
an Galaxien, Sternen, die bei Nacht
mit hellem Leuchten unsren Blick einladen,
wenn unser Fragen andächtig erwacht,
erscheint das Dasein hier mir als Geschenk,
und ich bin mir des Wunders eingedenk.

Wohl wissend, dass mein eignes kleines Leben
sich kurz ereignet, führt zum Ende hin,
darf ich als Glied der Kette dennoch geben
im „Stirb und Werde“ ihm den eignen Sinn.
Zwar flüstert irdisch mir die Zeit von Tod,
doch glaub‘ ich an das Licht, das ewig loht.

© Text: Ingrid Herta Drewing,2020
© Foto: Ingmar Drewing