Archive for the Category Glauben

 
 

Ostersonntag

Die Luft ist kühl, doch helles Sonnenlicht
grüßt strahlend uns an diesem Sonntagmorgen.
Dem Resurrexit Himmels Blau entspricht,
und Osterfreude zeigt sich unverborgen.

Der Kirschbaum blüht, die Sterne der Narzissen
vergolden leuchtend hier das Hoffnungsfest.
Der Glaube lebt, bereichert auch dein Wissen,
das dich im Fragen so oft zweifeln lässt.

Es ist ein Lied des Mutes, diese Liebe,
die uns gegeben wird in Christi Wort,
der vorgelebt, gezeigt, dass alles Trübe
und Böse schwindet vor dem wahren Hort,
den Gott in seiner Güte uns verlieh:
Des Lebens schöne Liebesmelodie.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Die drei Weisen

Als sich der goldne Stern im Osten zeigte,
uns hell verkündend die Geburt des Herrn,
des Königs, den noch viele wähnten fern,
begann die Reise, da die Nacht sich neigte.

Recht mühsam und beschwerlich war der Weg.
Er führte uns durch raue Felsenklüfte.
Doch hörten wir ein Singen in den Lüften;
des Sternes Leuchten wies uns Brücke, Steg.

Und als in Bethlehem das Kind wir fanden,
dort in der Krippe, König ohne Thron,
war’n wir zunächst enttäuscht, bis wir verstanden:
Als Mensch geboren ist uns Gottes Sohn.

Wir sanken demütig auf unsre Knie
und hörten sie, die Friedensmelodie.

©  Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Krippe am Schlossplatz

Advent 2021

Das erste Licht wir heut‘ anzünden;
es leuchtet hell, weist auf Advent,
die Zeit, die in der Freude Pfründen
uns Christi Ankunft darf verkünden,
die Glaube, Liebe, Hoffnung kennt.

Doch wieder scheint uns zu vergällen
Corona-Furcht die Freuden-Zeit,
es häufen sich der Seuche Wellen,
die Zahlen in die Höhe schnellen,
bekunden Tod und neues Leid.

„Kontakte meiden!“ ist Devise,
ein Lock down scheint nun nicht mehr fern.
Weil sich zu wen’ge impfen ließen,
das Virus konnte weiter sprießen,
mutierte, motzt sich auf intern.-

Da mögen Weihnachts-Sterne strahlen,
die Stadt geschmückt im Lichterglanz,
man fühlt die Furcht, in den Annalen
getrübte Freude, denn die Zahlen
zieh’n Todes traurige Bilanz.

Doch lehrt mein Glaube mich, zu hoffen,
dass wir, was uns bedroht, noch wenden,
vernünftig handeln, nicht die schroffen
Ausreden, man sei nicht betroffen
nur ignorant als Botschaft senden.

© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing

Martin Luther

(Zum Reformationstag)

Bruder Martin, der du einst im Gottvertrauen
kämpftest gegen Papst und Kaiser für das Recht,
dass, wer glaubt, die Gnade Gottes darf erschauen,
Christi Liebe durch sein Wort erfährt, das echt.

Schenktest, unterstützt von einem Weisen,
uns die Bibel, hast sie übersetzt
und befreit von Fremdheit und so, leise,
unsre Muttersprache recht ins Licht gesetzt.

Hast in deinen schönen Liedern, vielen,
uns auf Deutsch gesagt, was Glauben heißt,
und die feste Burg der Evangelien
heut’ uns noch den Weg zu Christus weist.

Wolltest nie der Christen Kirche spalten,
reformieren, recht zu glauben, war dein Sinn.
Doch die Macht, der Hochmut konnte walten,
reichte blind noch zu den Kriegen hin.

Wir, die nun nach Hunderten von Jahren
sehen, was du glaubend, mutig einst vollbracht,
dürfen, Gott sei Dank, auch froh erfahren,
was ein reiner Glaube Gutes möglich macht.

© Ingrid Herta Drewing, 2009

Morgengebet

Wir danken, Vater, für das Tagen
nach langer Nacht und tiefer Schuld.
Verleih uns Mut, nicht zu verzagen,
beschütze uns vor Ungeduld,
hier vorschnell, schädlich, falsch zu handeln,
der Schöpfung Schönheit zu verschandeln!

Herr, der du uns in deiner Güte
dies irdisch‘ Paradies geschenkt,
der Pflanzen Grünen, ihre Blüte,
die hin zu Frucht und Reife lenkt,
gib uns auch Kraft, auf weisen Wegen
in deinem Sinn dies Gut zu hegen!

Wir bitten dich um wahren Frieden,
die Güte und den wachen Blick,
einander helfend zu behüten,
fern sei uns Hass und Kriegsgeschick!
Lass uns, was heilen hilft, erkennen
und Leben, Lieben nicht mehr trennen!

© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing,

Adventshoffen

Ein Zauber hält mich zart umfangen.
Der Kindheit Lächeln liegt darin;
zur Krippe bin ich heut’ gegangen
und fühlt’ dies selige Verlangen,
dem ich doch schon entwachsen bin.

Der Friede, Freude und das Glück
aus jenen unbeschwerten Tagen,
sie rufen leuchtend mir zurück,
was fern dem grauen Alltagsblick,
der Weihnachtsbotschaft wahres Sagen.

Es klingen alte, traute Lieder.
Ihr froher Klang füllt meine Welt,
und Freude, die uns immer wieder
die Hoffnung schenkt, sie strahlt hernieder.
Der Liebe Stern die Nacht erhellt.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Lächelnder Engel

So viele Jahre blickst du schon hernieder;
du siehst und sahst viel Menschen kommen, gehen.
Es tönten böse sowie gute Lieder,
mal Kampfgetöse und dann Frieden wieder.
Doch du bliebst lächelnd am Portal dort stehen.

Der Steinmetz, der dich damals durft‘ gestalten,
er war gewiss ein Mensch mit frohem Sinn.
So schuf er nicht nur kunstvoll Kleides Falten
und Flügel für dein himmlisches Verhalten;
er stellte dich lebendig, lächelnd hin.

Als Engel freundlich, scheinst du zu verstehen,
was Menschen seit Jahrhunderten bewegt,
wenn sie sich irren, falsche Wege gehen,
in Not und Angst dann hier um Hilfe flehen
und hoffen, dass sie Gott trotz Schuld noch hegt.

© Foto* u. Text: Ingrid Herta Drewing, 2018
*Engel am Westportal der Kathedrale von Reims, 1963 fotografiert

ADVENT

A nkunft Christi, wir erwarten,
D ass der Glaube werd‘ erhellt.
V or dem Kindlein, diesem zarten,
E ine Friede unsre Welt,
N eu im Mensch-Sein sich zu üben,
T reu, einander helfend, lieben!

© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing

Zu Allerheiligen und Allerseelen

Und nichts ist von Dauer, was wir erkiesen,
alles nimmt hin ohne Mitleid die Zeit,
die Wasser, die tosend zum Meere fließen,
die Pflanzen, die blühend und welkend sprießen.
Uns steht hier vieles nur sehr kurz bereit.

Sogar die Sterne, die himmlisch erglänzen,
sterben von Anbeginn in ihrem Licht.
tragen es dennoch so weit und kredenzen,
weiten uns Menschen die irdischen Grenzen,
ein Himmel voll Hoffnung und Zuversicht.

Zuversicht wächst in vertrauendem Glauben,
dass gütig uns, wenn das Leben einst fällt,
der Herrgott in seiner Gnade erlaube,
die Seinen zu sein, wenn, fern allem Staube,
geborgen in seiner Hand er uns hält.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Ende und Beginn

Das Leben, das hier in der Endlosschleife
der Zeit in seinen Kreisen irdisch schwingt,
uns unaufhörlich trägt in Blüte, Reife,
im Welken noch von Werden, Wachsen singt,
es scheint zu bergen eine Zauberkraft,
die Phönix gleicht, sich Neubeginn erschafft.

Im weiten All mit seinen Myriaden
an Galaxien, Sternen, die bei Nacht
mit hellem Leuchten unsren Blick einladen,
wenn unser Fragen andächtig erwacht,
erscheint das Dasein hier mir als Geschenk,
und ich bin mir des Wunders eingedenk.

Wohl wissend, dass mein eignes kleines Leben
sich kurz ereignet, führt zum Ende hin,
darf ich als Glied der Kette dennoch geben
im „Stirb und Werde“ ihm den eignen Sinn.
Zwar flüstert irdisch mir die Zeit von Tod,
doch glaub‘ ich an das Licht, das ewig loht.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,2020