Archive for the Category Typisierung

 
 

Elefantös

Als Ele suchte TTIP-Schlüssel,
da fühlte er sich fremd, verkannt.
Jedoch mit Pfründen-Riecher, Rüssel
durchstöberte er Topf und Schüssel,
bis lukrativ er ihn auch fand.

Schnell hatte er sich umbenannt,
verließ das Dorf am Flüsschen Düssel,
nennt sich ganz stolz nur„ Ele Fand“,
fast unverfänglich, doch bekannt.
Er ist nun Lobbyist in Brüssel,
poliert geheim den TTIP-Schlüssel,
geht Groß-Konzernen gern zur Hand.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Der Boshafte

Wer oft mit falschem Zungenschlag
nur Hasserfülltes spricht,
der ist, obwohl er eine Plag‘,
doch auch ein armer Wicht.

Die Bosheit ihm das Herz zerfrisst,
er schwarz nur sehen mag,
des Lebens Güte ganz vergisst,
nichts Schönes ihm behag‘.

Wenn’s für ihn nur Zerstörung gibt,
stets Argwohn ihn treibt an,
erscheint, weil er nichts wirklich liebt,
erbärmlich er sodann.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Weihnachtsmuffel

Wie jedes Jahr zur Weihnachtszeit
kriecht er aus seinem dunklen Nest,
klagt laut voll Abscheu nun sein Leid,
geheuchelt sei dies’ Friedensfest.

Es steht, wie oft bei Pessimisten,
die immer nur das Schlimme sehen,
bei ihm fest auf der Abschussliste.
Das Gute lässt er abseits stehen.

Und wiederholt hat’s sich erwiesen,
dem Weihnachtsmuffel liegt daran,
die Freude andrer zu vermiesen,
er nörgelt rum, so gut er kann.

Ihm fehlt da jene Toleranz,
die er sonst oft und gern bemüht,
wenn es ihm passt in seinen Tanz,
in Kreise, die er selber zieht.

Er muss wohl den Kulturkreis meiden,
will er dem Weihnachtsbrauch entkommen,
um nicht an Freud’ und Lieb’ zu leiden,
dem Glaubensglück der andern Frommen.

© Ingrid Herta Drewing,Überarb.2015

Skrupelloser Egomane

Da mag er sich die Hände gründlich waschen,
der Schmutz, der daran klebt, der geht nicht ab;
bleibt bei ihm, denn mit seinen üblen Maschen
fischt er im Trüben ständig, nicht zu knapp.

Die Maske tragend, ist er Biedermann;
jedoch verschlagen ist sein Sinn, die List,
er lügt sich selbst und nicht nur andre an,
weil er in seiner Gier gefangen ist.

Getrieben stets von Ich-Sucht, Macht, Besitz,
tritt er das, was beglückt, mit derben Füßen;
sein Leben ist ein böser, schlechter Witz.
Doch glaubt er fest, das Beste zu genießen.

Es kommt jedoch der Tag, wo er dann ganz allein
dem Grauen, das er schuf, wird ausgeliefert sein.

Igrid Herta Drewing