Archive for the Category Spätherbst

 
 

Im Nebel

Im dichten Nebel wirkt die Landschaft matt.
Kaum lassen da Konturen noch erahnen,
dass es sie gibt, dort hinterm Grau, die Stadt.
Kein Wind bewegt die schlaffe Wetterfahne.

Es bellt kein Hund, sogar die Krähe schweigt;
gedämpft sind meine Schritte, eine Stille,
die feindlich fast in meine Ohren steigt.
Ich wische mir die Feuchte von der Brille.

Die Bäume, ihres Laubes ganz beraubt,
sie wirken im Spalier wie Spukgespenster.
Da, endlich leuchten schwach des Hauses Fenster,
und Leben grüßt, das ich schon fern geglaubt!

Ein Mensch hat sich hier Wärme, Licht entfacht,
trotzt so dem Nebel und der langen Nacht.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Welke Blätter

Keine Blätter schweben, fallen,
Raureif deckt die Bäume, kahl,
die in Nebels dichtem Wallen
zeigen kaum Konturen fahl.

Laub, das sie jüngst golden schmückte,
säumt nun welkend Stamm und Weg,
was im Frühherbst hier beglückte,
treibt im Bache, liegt am Steg.

Ach, dies Bild mahnt, wie vergänglich
irdisch‘ Lebens Schönheit ist,
was der Mensch, weil unzulänglich
meist im Alltagstrott vergisst.

Statt des Grams um Nichtigkeiten
weite Liebe unsren Blick,
Freude möge uns geleiten,
schätzend auch das kleine Glück!

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,November 2018

Novembermittag im Nerotal

November schenkt uns doch noch Herbstes Träume,
wenn Sonne strahlt und macht, was kühl war, mild.
Der Eiche goldnes Laub ziert warm die Räume
des Parks, erglänzt im Teich als Spiegelbild.

Da will man kaum an nahen Winter denken,
obwohl der Morgen Raureif hält bereit,
denn Mittag mag uns dieses Leuchten schenken
ein Farbenspiel beglückt geraume Zeit.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,23.11 2018,

Novembermorgen im Nerotal

Der Tag erwacht, zeigt Raureif im Gelände,
den Frost und Nebel wirkten in der Nacht,
darf glitzern durch der Sonne Strahlenhände,
auch die Laterne ist nun Teil der Pracht.

Sie schenkt uns noch den Park als Augenweide;
der Blätter Farbenspiel erfreut den Blick,
und ich erschau‘ dies schimmernde Geschmeide
hier beim Spaziergang froh als Morgenglück.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing, 2018,

Wiesbaden, Nerotal

Novemberspaziergang

Nebel gefiedert
kauern des Herbstes Vögel
im kahlen Geäst.
Trübe fließt Laternen-Licht,
und Konturen verschwimmen.

Schweigende Schritte,
nasse Blätterteppiche.
Noch wärmt der Mantel.
Doch Kälte greift ins Gesicht
und schwingt hauchzarte Fähnchen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Novemberleuchten

Herbst lässt das Land im Golde nun erstrahlen,
mit Flora feiert Abschied er in Pracht.
Dies warme Leuchten, farbenfrohe Malen,
Geschenk der Schöpfung durch des Lichtes Macht.

Noch mag , bevor die Nebel dicht verhüllen
all das, was uns am Schönen so gefällt,
hell, froh erglänzen, Blick und Seele füllen,
das Leben festlich zeigen in der Welt.

Blauhimmeltage, die in sanftem Sagen
da wirken klar und gänzlich unverstellt,
uns bald in Winters weißer Stille tragen,
der Zeit der Einkehr, und man inne hält.

Geborgen hier im Kreis der Jahreszeiten,
erfahren wir auch unsres Lebens Weiten.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Spätherbst

Das Jahr ist schon weit fortgeschritten.
Nach Süden zog der Vögel Schar,
deren Gesang, so wunderbar,
uns mit dem Frühling früh entglitten;
der Sommer lang, heiß, trocken war.

Oktober konnte uns versöhnen
mit seiner goldnen Farbenpracht.
Als Maler wählte er bedacht,
hat uns in warmen, hellen Tönen
die Landschaft zum Geschenk gemacht.

Es schließt der Spätherbst jetzt den Kreis,
lässt des Novembers Nebel steigen,
und von den filigranen Zweigen
schwebt Blatt um Blatt herab, ganz leis‘,
ruht bald in Winters weißem Schweigen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

November

Kalter Herbstmorgen,
Raureif verziert dort im Park
des Efeus Blätter.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Winterlicher Spätherbst

Novembermorgen,
der Rosen rote Früchte
leuchten im Nebel.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018
Wiesbaden, Nerotal, Hagebutten am Schwarzbach

Beschaulicher Novembermorgen

Der Morgennebel trübt noch meinen Blick,
dieweil ich dort am Fenster Weite suche
und schwache Baumkonturen nur verbuche,
still hoffend auf der Sonne golden Glück.

Doch ’s Stövchen leuchtet hell und wärmt den Tee,
schafft wohlige Behaglichkeit im Raum,
und so, als schenke Spätherbst einen Traum,
erschau ich vor dem Haus die Nebelsee.

Die Phantasie lässt mich dort Feen sehen,
die zart verschleiert tanzen, leichthin schweben
des Tages Licht allmählich sanft verweben,
bevor sie mit dem Nebel flüchtig gehen.

Und dann erwacht dies farbenfrohe Glänzen,
das Herbst ins Laub der Bäume golden flicht,
uns schenkt, als sei ’s ein leuchtendes Gedicht,
das er in vielen Tönen mag kredenzen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018