Archive for the Category Spätherbst

 
 

Dezember-Spaziergang

Nebel gefiedert
kauern des Herbstes Vögel
im kahlen Geäst.
Nur trüb fließt Laternen-Licht,
und Konturen verschwimmen.

Schweigende Schritte,
nasse Blätterteppiche.
Noch wärmt der Mantel.
Doch Kälte greift ins Gesicht
und schwingt hauchzarte Fähnchen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Dezembermilde

Im Radio wird die Winterzeit besungen;
romantisch, leise schwebt herab der Schnee.
Es singt ein Jungenchor aus vollen Lungen
andächtig, wie so still ruh’ starr der See.

Du schaust hinaus und siehst, nur Regen nieselt.
Die Landschaft zeigt dir hier ein andres Bild.
Kein weißes Flöckchen, Sternchen zärtlich rieselt,
die grauen Wolkenfässer Wasser füllt.

Da können nicht nur Weihnachtstannen grünen,
im Hof der Bambus, auch des Parks Gefilde.
Es sprießt auf regenfeuchten Wiesenbühnen
Dezember zeigt sich fast in Frühlingsmilde.

Ja hielten wir wie’s Wetter uns so mild bereit,
für einen Neubeginn in Friedens Zeit!

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Im Park

November, der sonst trübt mit Nebeltagen,
mag heute hier in kühler Klarheit grüßen.
Ich freue mich, ein wohliges Behagen,
die Augenweide, die ich darf genießen.

Auf Herbstes Bühne lässt der Sonne Strahlen
die alte Eiche golden rot erglänzen,
sich in des Teiches Eishaut schimmernd malen
und so des Himmelsspiegels Blau ergänzen.

Der Rhododendron, der im Immergrünen,
weil winterhart, den Gegenpart will geben,
vermag fast als Kulisse nur zu dienen,
mir scheint ’s, als preise diese Eiche Leben.

Das Leben, das noch im Vergehen schwingt,
in seiner Schönheit alles hier durchdringt.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Winters Signal

Schon schmieden Frost und Nebel hier Allianzen,
und prägen morgens kühl der Landschaft Bild.
Wo unlängst noch der Blätter wirbelnd Tanzen
so farbenfroh den Herbsttag hat erfüllt,
dort weißelt Raureif Bäume, Wiesen ein,
bis alles taut im Mittags-Sonnenschein.

Da, wo vor kurzem man die Blatt-Flotillen
in Baches Strömen und im Teich geschaut,
liegt alles nun fixiert, erstarrt im Stillen:
Der Frost verlieh dem Wasser Eises-Haut.
Es schickt der Winter wohl schon sein Signal,
dass er sehr bald wird herrschen hier im Tal.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden, Nerotal

Novembermorgen

November, die Nebel kreisen
noch über Garten und Haus,
tauschten mit Frost nachts die leisen
Raureif-Gespinste hier aus.

Auch dort im Park auf den Wiesen
schimmert ein eisiger Flaum.
Bald mag die Sonne begrüßen
den Morgen, nistend im Baum.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden, Nerotal

Spaziergang im November

Es grüßt mich heut ein blauer Tag,
die Nebel sind verschwunden,
und klare Sicht, wie ich sie mag,
hat sich nun eingefunden.

Als sei von Schwere ich befreit,
erfahr ich auf den Wegen,
des Herbstes letztes Leuchtgeleit,
noch mag er Blattgold hegen.

Obwohl so mancher Baum schon kahl,
darf ich im Park erleben
der Blätter Farbenspiel, das fahl
kein Nebel kann verweben.

Es strahlt in hellem Sonnenlicht,
was die Natur lässt glänzen,
und raunt auch Spätherbst von Verzicht,
liebt Leben das Ergänzen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden, Kurpark

BUNT

B unt tanzt Spätherbst hin zum Ziel.
U nstet wird das Laub der Bäume.
N ebeldichte füllt die Räume,
T reibt mit Frost ein Raureif-Spiel.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Morgen im Nerotal

November-Blues

Die letzten Rosen blühen,
der Spätherbst weilt im Land;
und Kranich-Scharen fliehen
die Kälte, südwärts ziehen
sie weit an warmen Strand.

Das Amsel-Lied verklungen,
den Tagen weicht das Licht,
und wo aus vollen Lungen
in Chören man gesungen,
spricht Corona: Verzicht!

Zu Hause sein, geborgen
in deiner kleinen Welt,
still hoffend, dass ein Morgen,
befreit von Krankheit, Sorgen,
sich doch bereit noch hält.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

November

Im Nebel ruht noch still verborgen
das Tal, das sonst so lichterfüllt
erwachte, wenn der helle Morgen
die Sonnensehnsucht hat gestillt.

Jetzt liegt das Dorf verschleiert da,
sogar des Kirchturms hohe Spitze,
die man sonst schon von Weitem sah,
kann nicht in ihrem Golde blitzen.

Ein matter Schatten die Allee,
die Bäume, kahle Spukgespenster.
Im kleinen Landhaus dort am See
dringt schwach nur Licht aus einem Fenster.

Novemberblues, gedämpft hier singt
der Spätherbst nun sein Abschiedslied,
das traurig mit den Nebeln schwingt,
bevor des Winters Weiß erblüht.

© Foto u.Gedicht : Ingrid Herta Drewing

Spaziergang im November

Es grüßt mich heut ein blauer Tag,
die Nebel sind verschwunden,
und klare Sicht, wie ich sie mag,
hat sich nun eingefunden.

Als sei von Schwere ich befreit,
erfahr ich auf den Wegen,
des Herbstes letztes Leuchtgeleit,
noch mag er Blattgold hegen.

Obwohl so mancher Baum schon kahl,
darf ich im Park erleben
der Blätter Farbenspiel, das fahl
kein Nebel kann verweben.

Es strahlt in hellem Sonnenlicht,
was die Natur lässt glänzen,
und raunt auch Spätherbst von Verzicht,
liebt Leben das Ergänzen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,2019