Archive for the Category Sonett

 
 

Goldmond am 1. Juni 2026

Ein heißer Junitag ging heut’ zu Ende,
erhellt zur Nacht von vollem, goldnen Mond,
der zum Beginn des Monats hoch noch thront,
ein Sonnenspiegel, strahlende Legende.

Als wolle er die Dunkelheit verdrängen,
der Nacht den Stern bestickten Mantel rauben,
dem Himmel sanfte Helle schön erlauben,
in der Magie von goldnen Licht-Gesängen.

Zur Mitternacht, die Stille zu genießen,
die sonst des Tages Lärm verhindern kann,
ist ’s mir, als halte wer die Zeit hier an.

Der Erdtrabant, in seiner Schönheit oft gepriesen
in Bildern, die sich ein Poet ersann,
nimmt nun auch mich in seinen Zauberbann.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Vollmond über Münster Kinderhaus

Frühling

Hier ist nun Frühling blühend eingekehrt;
der Tag beglückt mit vielen Sonnenstunden.
Es mag die Amsel lieblich schön bekunden
ihr Solo, das zum Nestbau-Glück gehört.

Ich fühl’ mich froh mit der Natur verbunden;
sie schenkt mir trotz der Sorgen Neubeginn,
und Zuversicht belebt mir Seele, Sinn;
im Garten ist, was trügt und trübt, verschwunden.

Hoffnung auf Frieden! Not und Tod zerrinn’!
Kein Krieg sich zwischen Völkern mehr entspinn’!
Was Leid und Elend bringt, das werd’ verwunden!

Verständigung erneuer das „Wohin“;
geeint die „eine Welt“ werd’ uns Gewinn
und Empathie als aller Wohl empfunden!

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Wetterkapriolen

Es klatscht der Regen prasselnd an mein Fenster,
und Frühling hüllt sich heut’ in mattes Grau,
der gestern hell erstrahlte himmelblau,
weicht nächtens nun sogar manch’ Frostgespenstern.

Dem kleinen Mandelbaum, der reich in Blüte
im Garten hier für viele Immen stand,
raubt wilder Wind, barsch stürmend über Land,
den zarten Flor, der frühen Knospen Güte.

Im Bergland lässt’ s der Winter schneien, rieseln,
spielt vorschnell den April bei uns im Tal,
mal Lichtfest, Regen, Sturm, Gewitter-Qual.

Doch hier in Münster meimelt Lenz schon mal,
lässt Vögel singen, schenkt der Sonne Strahl,
benetzt das erste Grün mit mildem Nieseln.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Münster Kinderhaus

FRÜHLINGSSTIMMUNG

Die ersten Veilchen blühen schon im Garten,
und Sonnenschein bestrahlt ihr blau Gesicht,
das uns von Frühlingsduft und Milde spricht.
Es wird der Lenz nun lieblich schön hier starten.

Blauhimmel, und die milden Lüfte schwingen.
Da wird mir wohlig warm in Seele, Sinn,
auch ich erfahr‘ erfreut den Neubeginn
und lausch‘ der muntren Vögel  Zwitschern, Singen.

Die schlimme Nachricht, Sorge, Kriege, Leid,
der Autokraten furchtbare Finessen
darf ich für eine Weile fast vergessen.

Auch was mich sonst noch könnte übel stressen,
verdrängt Natur in blühendem Ermessen
und schenkt die Freude einer Hoffnungs-Zeit.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

VORFRÜHLING

Schneeglöckchen blühen zahlreich schon im Garten,
obwohl Christrose, helles Sterngesicht,
vielfältig blühend, noch den Blick besticht,
und Hyazinthen knospend hier aufwarten.

Die Ringeltauben putzten sich im Regen,
der letzthin wischte Schnee von Hof und Haus,
in Münster kehrt nun nieselnd Winter aus
und es sanft grünen lässt auf Wiesen, Wegen.

Vorfrühling naht, vorbei des Frostes Plag,
Hochnebel geht, und Sonne wärmt den Tag:
da mag die Amsel schön ihr Solo zeigen.

Auch Meisen zwitschern munter hier im Hag,
vertreiben Sorgen, Kummer, triste Klag’;
Ich freue mich auf Melodienreigen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Sonntagmorgen, 23. November

Des Raureifs Silberspur auf Busch und Rasen
so winterlich zeigt sich November nun.
Im Nebelbett scheint hier der Tag zu ruh’n,
gönnt uns nur ab und zu noch Sonnenphasen.

Doch heute Morgen, welche Augenweide!
Aurora überstrahlte Stadt und Land,
tiefrotes Band, der Himmel stand in Brand,
glitt später zart in rosa Farb-Geschmeide.

Als wolle die Natur mit all dem Schönen
vergessen lassen, was so nass und kalt,
den Tag uns kürzt, verdunkelt all zu bald.

Wenn sie beglückt mit solcher Farb-Gestalt,
der Anblick Freude weckt, gewährt den Halt
sich auch mit Spätherbst-Wetter zu versöhnen.

© Fotos u. Text: Ingrid Herta Drewing

Verfrüht

Der erste Nachtfrost drehte schon die Runde,
und in den Bergen fiel auch reichlich Schnee;
doch hier im Münsterland grünt Gras und Klee,
und in dem Gärtchen grüßen Veilchen-Funde.

Nun, da die meisten Bäume kahl geschoren,
Christrosen stehen blühend schön bereit;
verwechselt `s Veilchen seine Jahreszeit,
hat Spätherbst sich als Frühling auserkoren.

Bald wird das blaue Blümchen wohl erbleichen,
wenn Raureif frostig seine Spuren zieht,
das Grün mit Eiskristallen dicht versieht.

Und Floras Frühlingshoffnung, die verfrüht,
wird Winters Herrschaft, eisig kalt bemüht,
für kurze Zeit von der Agenda streichen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Spätherbst

Die Tage, die im Licht schon morgens glänzen,
sie werden rar, nun da der Nebel graut,
November, trüb gesinnt, ins Fenster schaut,
am Boden Blätter, welk nach wilden Tänzen.

In der Allee verschwimmen die Konturen,
die Bäume, feucht und schwarz, dort stehen kahl;
was vormals leuchtend war, wirkt fahl,
und Spätherbst zeigt fast feindlich seine Spuren.

Geborgenheit zu Haus’ magst du erstreben;
gemütlich, wohlig soll’s Ambiente sein,
beschaulich auszuruhen, wäre fein.

Zum Innehalten lädt dies Wetter ein.
Du liest gern, hörst Musik bei Kerzenschein,
bewusst gestaltest du, genießt dein Leben.

© Text: Ingrid Herta Drewing,
Foto:Pixabay

Herbstmorgen

Der Herbst bedeckt mit grauen Nebelhänden
des Morgens hier der Landschaft schön Gesicht,
verwehrt ihr bis zum Mittag helles Licht,
um strahlend dann Oktobergold zu spenden.

Als schliefen Wald und Garten tief in Träumen,
ruht alles sanft, in Schleier eingehüllt;
kein Vogel singt, kein Eichhörnchen gewillt,
nun Nüsse flugs zu sammeln unter Bäumen.

Ich blick’ durch ’s Fenster, sehe Nebel wallen,
die mir verstellen heute freie Sicht.
Doch brennt, im Stövchen leuchtend, warmes Licht.

Da stören feuchte Nebel mich hier nicht.
Bevor der Tag beginnt mit Arbeit, Pflicht,
mag mir ein Innehalten wohl gefallen.

© Fotos u. Sonett: Ingrid Herta Drewing

Wetterkapriolen

Nun zeigt sich doch schon Herbst, vertieft die Spuren,
verwandelt gar September in April,
ist wetterwendisch, launisch, wie er ’s will,
bringt Regen, Sturm, herzt manchmal Sonnenuhren.

Vorbei des späten Sommers milde Träume,
nicht nur die Nächte geben sich nun kühl,
auch fehlt am Tag durchgängig’ warm‘ Gefühl,
Gewitterstürme peitschen nasse Bäume.

Da hoffe ich auf goldenen Oktober
mit klarem blauem Himmel, unverstellt,
ein Indian-Summer-Bild, wie ’s mir gefällt.

Des Herbstes Farbenspiel in Wald und Feld
erhellt die Landschaft meiner kleinen Welt,
im Blätterkleid des Ahorns glüht Zinnober.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing