Archive for the Category Wiesbaden

 
 

Schiller/ Am Warmen Damm

Schiller, der hier im Kabäuschen
gut vor Frost und Rauch geschützt,
spielt nun für vier Wochen Mäuschen;
sieht viel Gäste, warm bemützt.

Auf der Eisbahn gegenüber
läuft nicht nur der Kinder Schar;
Vater zeigt beim Eisstockschießen,
dass er mal ein Champion war.

Manche, hungrig durchgefroren,
kehren in die Hütte ein,
Schweizer -Alm-Flair, auserkoren,
auch ein Treffpunkt soll es sein.

„Wer hier her kommt, trinkt und speist,
trifft sich nicht zum Rütli-Schwur,
um Geselligkeit geht’s meist“,
denkt sich Schiller, gar nicht stur.

Er, der hier nun gut bedacht,
stört sich nicht an dem Betrieb,
hält hier Tag und Nacht die Wacht,
der Tragödie ist das lieb.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Weihnachtsmarkt

Nun schwindet endlich der Nebel! Die Lüfte,
sonnendurchwirkt, hell erstrahlen in Blau.
Hier auf dem Weihnachtsmarkt locken uns Düfte,
Tannenbaum, Krippe und Sternlilien-Schau.

Ein Karussell, sehr nostalgisch, dreht Kreise.
Pferdchen und Kutsche bewegen sich mit.
Die Kinder wagen begeistert die Reise,
und Glocken-Klänge begleiten den Ritt.

Erwachsene gerne auch hier verweilen,
bewundern Kunsthandwerks Waren am Stand.
Zur Weihnacht will schenkend man Freude teilen,
ist froh, wenn sich da das Passende fand.

Besucher sich treffen zum munteren Plausch,
an Glühweinbuden die Menschentrauben.
Der gewürzte Wein wärmt, erzeugt keinen Rausch;
da darf sich jeder sein Tässchen erlauben.

Rostrot dort am Markt sich der Dom hoch erhebt,
ein Raum zu besinnlicher Stunde,
lädt ein zur Adventszeit; der Glaube, er lebt,
schenkt Freude und Frieden im Bunde.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Marktkirche

Novembermorgen im Kurpark

Der Tag erwacht im Nieselregen,
nun da der Nebel sich gelegt.
Die Blätter auf den nassen Wegen
sind rutschig, der Laubbläser Fegen
hat sie nur kurz zur Seit‘ bewegt.

Die Bäume, wild vom Wind geschoren,
nun stehen kahl in der Allee,
so schwarz befrackt im Nass verloren,
als habe man sie auserkoren
zum Krähen-Stammplatz in der Höh‘.

Der Park liegt schweigend, deine Schritte
hört man auf Herbstes Teppich nicht.
Gut eingemummt in Mantels Mitte,
vergisst du stummer Sehnsucht Bitte,
dies Hoffen auf der Sonne Licht.

Doch plötzlich bricht in diese Stille
der grünen Papageien Ruf.
Ein ungebändigt‘ starker Wille
erinnert an des Lebens Fülle,
das Frühlings, Sommers Träume schuf.

© Foto u. Text /Ingrid Herta Drewing,2019

Halsbandsittiche im Kurpark/ Wiesbaden

November

Blasse Novembersonne,
wärmst uns des Mittags noch mild.
Da die Nebel zerronnen,
strahlst du im Blauhimmelbild.

Darf ich genießen, staunen,
fühle die Wärme, das Licht.
Nachts schon die Fröste raunen,
Tags jedoch lacht dein Gesicht.

Lass den Winter ruhig warten,
Herbstfeier ist angesagt;
grünen doch hier im Garten
Astern und Rosen im Hag!

© Foto u. Text /Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Blick zum Neroberg

Herbstlicht

Wenn die Blätter schweben, fallen,
zieht’s mich in den Park hinaus,
mag, bevor die Nebel wallen,
Herbstes Schönheit kosten aus.

Eine wahre Augenweide
schenken mir dort Busch und Baum,
wie natürliches Geschmeide
wirkt das Laub, ein goldner Traum.

Freudig seh‘ ich dieses Leuchten,
wenn das Licht in Wipfeln schwingt
und nach Tau und Regenfeuchtem
farbenfrohe Töne singt.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Spätsommer in Wiesbaden

Noch lässt der Sommer seine Fluren grünen,
und auch der Weinberg glänzt im Sonnenlicht,
obwohl die Herbstzeitlose auf den Bühnen
gemähter Wiesen zart von Herbst hier spricht.

Doch manchem muss man dennoch nun entsagen;
so schließt das schöne Freibad in der Höh‘,
das Opelbad, Magnet an warmen Tagen,
wird winterfest gemacht und sagt „Adieu!“

Am Freitag war ich dort zum Abschiednehmen
und schwamm in klarem Wasser, Luft und Licht.
Mein Blick erfuhr die Stadt noch nicht in Schemen,
bis hin ins Rheintal reichte klare Sicht.

Wiesbadens Schönheit liegt uns dort zu Füßen,
und wird bald wohl mit Indian-Summer grüßen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Herbstbeginn

Nun schließt der Sommer bald die hellen Augen
und bettet sich für lange Zeit zur Ruh’.
Der junge Herbst will als Ersatz uns taugen,
beeilt sich und läuft lachend auf uns zu.

Er ist bekannt als lustiger Geselle.
Den Kindern trägt er Drachen in den Wind.
Auch in den Gärten ist er gern zur Stelle,
küsst Astern wach, macht Früchte reif geschwind.

Lässt Sonnenlicht noch pralle Trauben herzen,
damit sie Süße bringen in den Wein;
ist heiter, aufgelegt zu flotten Scherzen,
ruft schalkhaft: “Fangt die Hüte wieder ein!“

In frischer Luft und hehr im Golde strahlend
zeigt er uns üppig seiner Blätter Pracht,
bevor er sie, mit roten Tönen malend,
zum Flammenkleid der Wirbelwinde macht.

Lasst gönnen uns dem Sommer diese Pause,
begrüßen wir die nächste Jahreszeit!
Wer froh nach vorn schaut, fühlt sich wohl zu Hause,
wenn auch einmal ein wildes Wetter graut.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Kurpark,“Flötenspieler“, 1965, Walter Wadephul

Herbstspaziergang im Park

Es streift der Herbst durch sommermüde Fluren,
bemalt das Laub zu seinem Erntefest,
verweilt am Morgen bei den Sonnenuhren
zeitlos im Nebel, den er steigen lässt.

Jedoch am Mittag glänzen seine Bühnen!
Er schenkt der Landschaft, dieser kleinen Welt,
das Gold der Birken und den rätselkühnen
entflammten Wilden Wein, der so gefällt.

Da tanzt das Eichhörnchen im Sammelfieber,
Bucheckern, Eicheln, Nüsse sind am Platz.
Die Kinder, denen die Kastanien lieber,
sie hüten in der kleinen Hand den Schatz.

Und du im Park darfst diese Wunder schauen,
genießt die Farbenpracht, das klare Licht
und fühlst, dass noch im Abschied ein Vertrauen
von Neubeginn und Auferstehen spricht.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing, 2019

SOMMERSTIMMEN

Soeben ist mein neues Taschenbuch erschienen:

SOMMERSTIMMEN

ISBN: 9783748573623 / 8.99€
Nach BLÜTENLIED ist es der zweite Band
der Reihe POESIE DER JAHRESZEITEN.
Es ist sowohl im Buchhandel vor Ort
als auch online zu bestellen.

Abkühlung

Der Laubfrosch klettert auf der Leiter
und quakt dann weiter, heiter, heiter.
Exakt zeigt ’s auch das Thermometer,
es ist zu heiß, so klagt fast jeder.

Wer gestern nicht zum Schwimmen ging,
für den ist ’s nun ein klares Ding:
Auf geht ’s zum Schwimmbad in der Höh‘
und rein ins Wasser mit Juchhe.

Dort kann man sich sein Köpfchen kühlen,
beim Kraulen tief im Wasser wühlen.
So hält man Hitze sehr gut aus
und geht dann recht erfrischt nach Haus.

Ein guter Trunk zur Abendstunde
mag schön den Urlaubstag abrunden.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,