Archive for the Category Wiesbaden

 
 

Veränderte Jahreszeiten

Wo sonst der Tau den Gräsern Perlen schenkte,
da liegen staubig Wiesen wie versteppt.
Der Sommer, der zu lang hier trocken lenkte,
wehrt nun sogar dem Herbst, der naht verschleppt.

Und dennoch zeigt so mancher Bäume Leuchten
der Blätter Zier in farbenschönem Bild,
als habe Herbst gemalt im Regenfeuchten,
so jahreszeitlich seine Pflicht erfüllt.

Auch diese Hengste, die so wild da spielen
(in Bronze grüßt schon lang hier die Skulptur),
nicht auf das Heuproblem des Sommers zielen,
das Tieren ließ zu wenig Futter nur.

Ich hoffe, dass demnächst die Jahreszeiten
gemäßigt folgen, stärken die Natur,
und Regen, Sonne, Wind hier wieder gleiten
auf wohl vertrauter, lebensvoller Spur.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Am Rambach

Herbstmittags Stille,
Blätter flüstern im Bach-Blau,
ein himmlisch Geschenk.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Der Schweiger

Septemberabend, hell, doch tönt schon leise
des Herbstes Lied, das in den Wipfeln schwingt.
Vom Abschied Nehmen raunt die alte Weise,
die golden in der Bäume Blätter dringt.

Als zählten Wetter nicht, noch Jahreszeiten,
des Schweigers Denkmal vor dem Dom dort steht,
für Freiheit, Unabhängigkeit zu streiten,
nie war es Nassaus Wilhelm obsolet.

So preist man heut‘ noch in den Niederlanden
Wilhelmus in des Staates Hymne schön.
Auch König nebst Gemahlin sich einfanden,
hier der Oranier Stammsitz anzuseh’n.

Wiesbadens Bürger kennen ihn seit Jahren;
er wirkt wie eingepasst dort ins Portal
der Marktkirche mit ihren Formen klaren.
Die Turmuhr grüßt, Carillon manches Mal.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing, 2018

Ende September im Nerotal

Des späten Sommers satte goldne Farben
begleitet Himmelblau im Aquarell,
als gelte es, nun nach Frühnebels Darben
im Teich zu spiegeln, was so licht und hell.

Ich schaue und genieß‘ die Augenweide
jetzt, da die Sonne warm im Mittag singt
und leuchten lässt der Bäume Blattgeschmeide,
das sanft noch vor dem Tanz im Winde schwingt.

Wie bald wird ihre Schönheit welk verblassen,
wenn Herbststurm harsch hier durch die Wipfel fegt
und dann an trüben Tagen, regennassen
sich Nebel auf die kahlen Äste legt.

Doch noch erreicht Natur nicht dieses Ziel;
es schenkt der Frühherbst uns sein glänzend Spiel.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing, 2018

Opelbad

Nostalgisch schön, hier auf dem Berg gelegen,
schenkst du mir Urlaubsfreude, klaren Blick.
Ich schau‘ ins Tal und fühl‘ des Sommers Segen,
seh‘ weit nach vorn und gerne auch zurück.

Von goldnen Tagen magst du mir erzählen,
sahst mich als Kind, als Mädchen, junge Frau,
als Mutter dort mit meinen Kindern wählen
den Freizeitspaß, die Rutsche hoch im Blau.

Nun sind’s die Enkel schon, die mich begleiten
zu dir, du stattlich‘ Schwimmbad in der Höh‘.
Am Walde liegend, Bäume dich geleiten,
bist du so attraktiv wie eh und je.

Ich lass‘ mich froh von deinem Flair einladen,
genieß‘ das Panorama, mein Wiesbaden.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing, 2018

Umwidmung

„Da wendet sich der Gast mit Grausen!“
Hier, wo sonst schön die Künste hausen,
soll der Konsum nun ganz profan
ergreifen eine neue Bahn?

Provokation, wir soll’n verstehen,
so könnt man ’s eines Tages sehen.
Denn, wenn die Kunst uns nichts mehr wert,
man schnöd‘ mit ihrem Haus verfährt.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Gestörte Idylle

Den Sommerabend mag ich und den Morgen,
den Mittag, wenn im Schatten, Wind bewegt,
mich leicht, in einem Liegestuhl geborgen,
ein Lüftchen zärtlich beim Ermatten hegt.

Da ist es mir, als stünde still die Zeit,
gewähre lächelnd nun dem Frieden Räume
hier, wo der Garten grüßt im Hoffnungskleid,
das Leben träumt, die sommergrünen Bäume.

Doch dann wird die Beschaulichkeit gestört.
Ein Flugzeug donnert lärmend durch die Lüfte,
und eine Zeit lang wird sein Grummeln noch gehört;
es zeigen laut sich der Moderne Grüfte.

Bequemes Leben fordert den Tribut;
wir alle zahlen ihn, manchmal mit Wut.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Kurpark,“Flötenspieler“, 1965, Walter Wadephul

Juli 2018

Ein klarer blauer Himmel schirmt die Tage,
der Sommer zeigt den Glanz der Residenz,
und Sonne leuchtet; ihre Glutansage
wird manchem Wesen schon zur Plage,
denn hitzig scheuchte sie bereits den Lenz.

Wer Urlaub hat, nutzt gern die Zeit zum Bade,
auch locken weiße Schiffe auf dem Rhein
zum Ausflug: Rheingaus, Mittelrheins Gestade,
die schöne Flusslandschaft, auch Weines Gnade
dort laden nicht nur die Touristen ein.

Die einen freuen sich, die andern stöhnen,
denn Trockenheit herrscht vielerorts im Land
Kein Regen mag den Osten nun verwöhnen,
auf vielen Feldern und in Wäldern, schönen,
entstehen, wüten Feuer, schnell entbrannt.

Und während Osten, Norden trocken fallen,
ergießt in West und Süd sich Regenflut.
Die Wasser, die im Alpenvorland wallen
und Straßen, Keller fluten, Lagerhallen,
sie täten, milder, Niederdeutschland gut.

Gemäßigt, heißt es, sei die Klimazone,
in der wir leben, doch mir ’s manchmal schwant,
als sei es hier subtropisch, wo ich wohne,
das Jahreszeitenbild gestürzt vom Throne,
dass man den Klimawandel nicht nur ahnt.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Im Sommer auf der Wilhelmstraße

Unter grünenden Platanen
weilt der Sommer auf der Rue,
schreibt sich Sonne auf die Fahnen
und lässt manchen hoffend ahnen,
dass er brauch‘ kein Parapluie.

Vor dem Kurhaus, dort im Schatten
sitzt ich nah dem Bowling Green,
wo die Brunnen mir gestatten
ein Erfrischen; kein Ermatten
mag so seine Kreise zieh’n.

Und ich träum‘ von alten Zeiten
Kaiser Wilhelm, Belle Époque,
sehe noble Gäste schreiten,
die zur Kur und Kunst geleiten
geschnürte Damen, lang der Rock.

Lob mir mein modernes Leben,
dass mir Freiheit hat beschert,
muss nicht fremd bestimmt mich geben,
kann, was mir gefällt, erstreben,
Frau als Mensch geschätzt und wert.

Hoffe, dass dies immer bleibe,
was im Grundgesetz gut steht,
es ein jeder unterschreibe,
Menschenwürde nie vertreibe,
Freiheit nie sei obsolet!

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Opelbad

Nostalgisch schön, hier auf dem Berg gelegen,
schenkst du mir Urlaubsfreude, klaren Blick.
Ich schau‘ ins Tal und fühl‘ des Sommers Segen,
seh‘ weit nach vorn und gerne auch zurück.

Von goldnen Tagen magst du mir erzählen,
sahst mich als Kind, als Mädchen, junge Frau,
als Mutter dort mit meinen Kindern wählen
den Freizeitspaß, die Rutsche hoch im Blau.

Nun sind’s die Enkel schon, die mich begleiten
zu dir, du stattlich‘ Schwimmbad in der Höh‘.
Am Walde liegend, Bäume dich geleiten,
bist du so attraktiv wie eh und je.

Ich lass‘ mich froh von deinem Flair einladen,
genieß‘ das Panorama, mein Wiesbaden.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2018