Hoffnung

Es reicht der Frühling uns die Blütenhände;
er kennt da keine Regel, Abstandspflicht ,
schickt Blumengrüße, Grün uns ins Gelände,
und klar erwacht die Sonnenuhr im Licht.

Den kleinen Sängern schenkt er seine Bühne.
Sie zwitschern, tschilpen froh in Wald und Feld,
und auf dem Dachfirst singt manch‘ rätselkühne,
verliebte Amsel schön ihr Solo in die Welt.

Du siehst und hörst, beglückt in stillem Hoffen,
dass das, was dich bedrückt, ist bald vorbei,
entfernst die Maske, hältst die Fenster offen
und fühlst den Augenblick im Mai fast frei.

Erfahrung lehrt, dass Böses auch vergeht,
und deine Sorgen, Ängste werden obsolet.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Frühlings-Ermunterung

Der Morgenhimmel, noch schüchternes Blau,
jedoch die Vögel beginnen zu singen
als Vorprogramm jener sonnigen Schau,
die zärtlich lässt Blütenlieder erklingen.

Es blühen die Tulpen, Bellis, Narzissen,
weißrosa Magnolien und Mandelbaum.
Der Szillasterne tiefblaue Kissen
bedecken hell leuchtend den Wiesen-Flaum.

Auch dir fließt des Frühlings Licht in die Seele,
ermuntert dich, schenkt dir Hoffnung und Mut.
Du löst und befreist dich von Sorgen-Stelen
und glaubst ganz gewiss, dass alles wird gut.

Da gleichst du der Blume, der wachsendes Licht
nun wieder ein neues Werden verspricht.

© Fotos u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Karwoche 2020

Frühlings zartes Lied,
der Kirschbaum im Garten blüht,
lädt die Bienen ein.

Geparkte Autos,
die Flugzeuge am Boden.
So klar ist die Luft!

Kontaktsperren-Zeit,
doch die Sonne beschert uns
Blauhimmel-Tage.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Frühlingsmorgen

Sonne lässt den Tag erstrahlen,
Freude fließt in Herz und Sinn.
In des Waldes Kathedrale
Buschwindröschen Sterne malen
weiß in zartes Grünen hin.

Überall des Frühlings Weben;
sieh es wächst in Wald und Flur!
Dieses neu erwachte Leben
wird dir wieder Hoffnung geben
hier in blühender Natur.

Lieblich tönt der Vögel Singen,
hellem Morgen weicht die Nacht.
Dich beglückt dies schöne Klingen,
nimmt dich mit in sanftem Schwingen,
lächelnd ist dein Tag erwacht.

© Ingrid Herta Drewing

Sehnen nach ungetrübtem Frühling

Nun ist der Frühling da; in Park und Garten
entfaltet reich er seiner Blüten Pracht.
Aus blauem Himmel hell die Sonne lacht,
und auch der Vogelsang mag froh hier starten.

Und dennoch fällt es schwer, sich mitzufreuen,
da die Corona-Seuche uns bedrängt,
all über all ist Leben eingeschränkt,
weil man die Infizierung wohl muss scheuen.

In Quarantäne, nun zu Haus dies Sehnen
nach Leichtigkeit, die doch zum Lenz gehört,
wenn er betört mit Milde, Blumen, schönen.

Wie gern würd‘ ich’s erleben unbeschwert,
jetzt, da die Tage sich im Lichte dehnen,
und die Natur Erneuerung beschert!

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,04.04.20

Frühlingshoffnung

Es scheint, als wolle Frühling scherzen,
gibt sich heut kühl, etwas verschnupft,
obwohl er zu Beginn des Märzen
schon Krokus, Primeln, Veilchenherzen
so farbenfroh ins Gras getupft.

Ich hoff‘, des Winters launig‘ Wetter
setzt nun der Lenz nicht fort vor Ort
und wünsche mir, dass er viel netter,
gepaart mit Südwind, seinem Vetter,
uns hier beglückt in grünem Hort.

Vielleicht mag er bis Ostern säumen,
entfalten dann erst mildes Leben,
lässt Blüten noch in Knospen träumen,
bis sie erwachen und den Bäumen
den zarten Flor im Lichte geben?

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Schillerdenkmal, Am Warmen Damm,

Forsythienflüstern

Schon schimmert ’s golden im Forsythienstrauch,
wo erste Blüten sich zum Lichte recken,
und bald wird sattes, gelbes Leuchten auch
die letzten Zweige gänzlich hier bedecken.

Wie kleine Sonnen werden sie erhellen
die Stadt, die sanft im Frühling aufgeblüht.
Sogar an grauen Tagen strahlen sie, bestellen,
dass trüber Wolken-Schmand vorüberzieht.

Und tief geborgen feiern dort im Nest,
die Amselpaare ihre Hochzeit wieder.
Nun stimmen sie uns ein auf’s Frühlingsfest
mit ihren Melodien. Liebeslieder.

© Foto u. Text:Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Wilhelmstraße

Kein Gedicht

Zur Zeit küsst mich die Muse nicht,
Corona lehrt das Abstand-Halten;
was meine innre Stimme spricht,
kann sich melodisch kaum entfalten.

Und über uns des Himmels Blau
auch Frühlings Blütenbilder Helle
erscheinen mir in müder Schau,
sind wie verfremdet nur zur Stelle.

Ach würde doch das Sonnenlicht
recht bald die Viren ganz vertreiben,
damit des prallen Lebens Sicht,
wie wir ’s gewohnt sind, hier mag bleiben!

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Sehnsucht nach dem Frühling

Forsythien-Gold und Szilla-Sterne
nun frühlingshell im Park erblühen.
Spazieren möchte ich so gerne
bei Vogelsang und Sonn-Erglühen.

Doch epidemisch wirkt das Virus,
drum halt ich Quarantäne ein,
bleib brav zu Haus, weil es jetzt sein muss
und träum‘ von Frühlings hellem Schein.

Die Fotos aus den letzten Jahren,
entschädigen den Sehnsuchtsblick,
darf hoffentlich noch Lenz erfahren,
und bau auf Zukunft, Lebensglück.

© Foto u. Text : Ingrid Herta Drewing

Getrübter Frühling

Furcht vor Corona legt sich wie ein Nebel
bedrohlich auf das Leben hier im Land,
obwohl der Winter längst strich seine Segel,
und Frühling schenkt sein schönes Blütenpfand.

Schneeglöckchen, Krokus und die blauen Veilchen
hell recken ihre Köpfchen aus dem Grün.
Auch dauert es nur ein geraumes Weilchen,
bis uns der Kirschbaum zeigt sein zärtlich‘ Blüh’n.

Jedoch man sitzt zu Haus in Quarantäne,
wohl wissend, dass es dient dem eignen Schutz,
und dennoch wünschte man, es gebe Pläne,
die uns gewährten vor dem Virus Trutz.

Da hofft man, dass recht bald die Virologen
ein Gegenmittel finden, Medizin,
damit wir so vielleicht in Sommers Wogen
gemeinsam der Epidemie entflieh’n.

© Foto u. Text : Ingrid Herta Drewing