Archive for August 2018

 
 

Traumtänzer

Die Regenbogenträume,
die den Sommer wiegen,
sie hegen auch dein kleines Leben,
das über grüne Bäume
sich hoch möcht‘ in die Lüfte heben,
wie Schwalben fliegen,
erreichen Himmels Räume,
um sanft im Abendrot zu schweben.

© Ingrid Herta Drewing,2018

Gestörte Idylle

Den Sommerabend mag ich und den Morgen,
den Mittag, wenn im Schatten, Wind bewegt,
mich leicht, in einem Liegestuhl geborgen,
ein Lüftchen zärtlich beim Ermatten hegt.

Da ist es mir, als stünde still die Zeit,
gewähre lächelnd nun dem Frieden Räume
hier, wo der Garten grüßt im Hoffnungskleid,
das Leben träumt, die sommergrünen Bäume.

Doch dann wird die Beschaulichkeit gestört.
Ein Flugzeug donnert lärmend durch die Lüfte,
und eine Zeit lang wird sein Grummeln noch gehört;
es zeigen laut sich der Moderne Grüfte.

Bequemes Leben fordert den Tribut;
wir alle zahlen ihn, manchmal mit Wut.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Kurpark,“Flötenspieler“, 1965, Walter Wadephul

Traumtänzer

Die Regenbogenträume,
die den Sommer wiegen,
sie hegen auch dein kleines Leben,
das über grüne Bäume
sich hoch mag in die Lüfte heben,
wie die Schwalben fliegen,
erreichen Himmels Räume,
um sanft im Abendrot zu schweben.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Sternschnuppen im August

Wer jetzt sein Heil am Himmel sieht
(weil dort manch Meteor verglüht),
das ihm ganz in der Stille,
was er sich wünscht, erfülle,
bezeugt, dass immer noch Dämonen
aus grauer Vorzeit in uns wohnen,
die uns entrücken, leicht erlauben
solch Überirdisches zu glauben.

Die Lichterscheinung, die dort fliegt,
ein kosmisch‘ Spiel, das Träume wiegt,
als solle es uns gelten,
den vielen Ego-Welten,
die täglich wünschend sich entfalten
und oft zerstörend, dummdreist walten,
sie zeigt, dass nichts beständig bleibt,
Materie, die in Reibung schreibt,
als Funken sich entpuppe.

Wir sind ihm völlig schnuppe!

© Text: Ingrid Herta Drewing,2018
Foto : Pixabay

Trockenheit

Hochsommer sengt die Gräser in den Wiesen,
kaum wogt der Felder Weizenblond im Wind.
Des Flüsschens Wasser spärlich, träge fließen
um Sandbänke, die nun gut sichtbar sind.

Als gelte es die Landschaft auszubrüten,
so spielt die schwüle Hitze Sommerhuhn.
Vorbei die linde Zeit der hellen Blüten,
und viele Tiere suchen Wasser nun.

Zu trocken ist es, viele Blätter bräunen,
bevor der Herbst sie farbig angemalt,
und Rosenblüten welken an den Zäunen,
Es herrscht Verdorren, gleißend Sonne strahlt.

Staub wirbelt auf, sich sammelnd auf den Wegen,
und wir ersehnen uns den kühlen Regen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Einflüstern

Ach ließest du schlimme innere Stimme
es doch, mir Klänge ins Ohr zu flöten,
sanft summend, als hieße dich eine Imme
den Nektar zu suchen, der ihr vonnöten.

Du animierst mich in Reimen zu schreiben
und flüsterst mir zu sogar im Sonett.
Da fragst du nicht, ob dieses Betreiben
gefällt und außer mir auch Leser hätt‘.

Die Bilder, die mir in Worten aufscheinen,
sie reihst du gern ein in rhythmischem Tanz,
um Sinn, Bild und Klang poetisch zu einen,
scheust du nicht zurück vor Ulk, Firlefanz.

Doch leider kann ich mich dir nicht entziehen,
es sei denn, ich würde mich selber fliehen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Abendgedanken

Am Tagesende, wenn das Abendrot
die Landschaft noch in warmen Farben flutet,
an Land gezogen, ruht das kleine Boot,
das in den Wogen sich sonst tüchtig sputet,
erfasst mich häufig doch ein sorgend’ Sinnen,
was einmal sein wird, ohne mein Beginnen?

Wird wer die Bücher lesen, die dort sind?
In vielen Jahren hab ich sie gehortet.
Sie wiesen mir schon, als ich noch ein Kind,
den Weg zur Welt,in Sprache klar bewortet.
Werden sie dann, am E-Book-Nutz gemessen,
als Ballast abgetan, entsorgt, vergessen?

So manche Dinge, die mir viel bedeuten,
reiht man dann wohl als Nachlass nutzlos ein.
Vielleicht erfreuen sie des Flohmarkts Leute,
bereichern eines Kenners irdisch’ Sein?
Ich wünsche mir, dass vieles wird behalten,
bezeugt den Nachkommen noch mein Gestalten!

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Sonnenambivalenz

Im Spätherbst, wenn die Nebel wallen,
nasskalt der Tag nur grau erwacht,
da finde ich daran Gefallen,
wenn endlich diese Schleier fallen
und Sonne wärmt, ihr Schein uns lacht.

Doch jetzt missfällt mir hier seit Wochen,
wie sie uns zeigt ihr Glutgesicht,
als gelte es, uns abzukochen,
die Trockenheit, der Hitze Pochen
drängt alles Leben zum Verzicht.

Da wächst die Sehnsucht nach dem Regen
und frischer Luft, die Kühlung bringt,
Man möcht‘ sich mittags auch bewegen,
wenn man nicht kann die Siesta pflegen
und uns die Pflicht zur Arbeit zwingt.

© Ingrid Herta Drewing

Verirrtes Rind

Es steht ein Rindvieh auf der Brücke,
schaut sinnend dort durch eine Lücke,
die das Geländer hält bereit
und denkt sich: „Ach du liebe Zeit,
wo ist denn hier ein grüner Rasen,
wo ich kann friedlich äsend grasen?
Wohin hab ich mich nur verirrt?
Denn unter mir, was mich verwirrt,
da sausen Autos ohne Ende
die Luft verpestend durch’s Gelände.

Ich werde mich nun lieber trollen,
dem keinen Augenmerk mehr zollen.
Hier habe ich doch nichts zu suchen,
verlass den Ort, dies lärmend Fluchen.
Viel schöner ist es auf der Wiese,
dort wartet meine Kuh, die Liese!“

© Ingrid Herta Drewing