Archive for the Category Leben

 
 

Naturnähe

Wie gut, dass wir hier hautnah noch erleben,
empfinden können alle Jahreszeiten,
dass uns Natur im Umfeld ist gegeben
und nicht nur virtuell im Bildschirm-Gleiten!

Dass es noch Häuser gibt, wo man die Fenster
weit öffnen kann, die frische Luft zu spüren,
und nicht im Bann geschäftiger Gespenster
sich lässt das Leben weich gespült filtrieren!

Noch ist der Mensch ein Wesen, das Natur
in Nähe braucht, nicht nur PC, Maschinen,
die leicht auch führen in des Fremdseins Spur,
obwohl die Dinge täglich nützlich dienen.

Wir mögen die Natur mit ihrem Flunkern,
verabscheuen ein Leben, grau, in Bunkern.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Wiesbaden,Weiher im Park “ Am Warmen Damm“

Beim Anblick der Mauersegler

Anmutig leicht, wie Mauersegler schweben
im hohen Blau der Himmelslüfte hin,
möcht’ sich auch schwerelos mein kleines Leben
in dieses frühen Sommers Licht verweben,
nicht wähnen Anfang, Ende, Sinnbeginn.

Auf weiten Schwingen in den Abend gleiten,
wenn tief am Horizont die Sonne loht
und lange Schatten durch die Straßen schreiten.
Im letzten Licht noch weit die Flügel breiten,
bevor die Dunkelheit den Tag bedroht.

© Text: Ingrid Herta Drewing,
Foto: Pixabay

Maienlied

Des Maien Grün, der Zauber erster Liebe,
in einem Frühlingswald so lind erwacht,
als ob hier Elfen ihre Lieder schrieben,
mit Liebe, Anmut, Zärtlichkeit bedacht.

Auch Sommers Glut, des Herbstes Flammenfarben,
sie malen sich erinnernd in das Bild.
Die Träume, die in Winters Stille starben,
sie wachen auf in jedem Frühling, mild.

Sie wirken hier in wundervollen Kreisen,
und sanft erfüllen darf sie die Natur.
Wir folgen dieser Schöpfung, die so weise
auch unsrem Leben schenkt die lichte Spur.

Und hegen dieses Glück mit allen Sinnen;
im Spiel der Zeit ein stetes neu’ Beginnen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden, Nerotal

Blick in den Mai-Himmel

Gleich weißen Gespinsten die Cirrus-Weben
im Blau des Himmels hoch ziehen dahin,
Und Mauersegler gleiten dort, schweben,
verkünden Spätfrühling, Sommerbeginn.

Jungvögel, flügge, das Fliegen noch üben,
während die Großen in sausendem Flug
laut rufend hier durch die Häuserschlucht stieben
in kleinen Gruppen, ein rauschender Zug.

Sie sind mir immer  willkommen als Boten,
mit ihnen kehren Licht, Wärme zurück.
Nun lässt das Leben uns Freude ausloten,
verheißungsvoll schenkend das kleine Glück.

Und mag uns  arg manch Gewitter hier dräuen,
gibt uns Natur doch auch Anlass, zu freuen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Maienliebe

Die Pflanzen grünen, und an vielen Brücken
wächst auch die Zahl der Schlösser nun rasant.
Die Paare geben sie als Treue-Pfand
der wahren Liebe, die sie darf beglücken.

So manches Schloss hängt fest hier noch nach Jahren,
obwohl die Liebestreu längst korrodiert.
Wie auch ein Herz in Rinde, Baum floriert,
erzählt von trauter Zweisamkeit der Paare.

Nicht jede Liebe, die im Mai erwacht
und Hoffnung in zwei junge Herzen pflanzt,
besteht des Lebens wilden, kühnen Tanz.
Zu früh zeigt oft der Winter seine Macht.

Jedoch der Liebe schöner Augenblick
bleibt doch bewahrt und zeigt: Es gibt das Glück!

© Text: Ingrid Herta Drewing
Foto: Pixabay

Magischer Augenblick

Ja, Tage gibt es, die sich zart entfalten,
wie Rosenblüten sich im Licht bereiten.
Die Sonne wird am Himmel leuchtend walten,
im Abendrot erglühen, sinkend gleiten.

Den Sternen-Mantel darf die Nacht ausbreiten.
Des Mondes Silber fließt auf Stadt und Land,
mag sanft die Schwäne auf dem See geleiten,
und Weiden träumen dort an Ufers Rand.

Da wähnst auch du dich jenseits aller Zeiten,
gebannt von diesem schönen Augenblick,
und deine Seele fühlt die stillen Weiten
des wunderbaren Lebens, irdisch‘ Glück.

Du hörst dein Herz, folgst nicht dem Takt der Uhr,
verzaubert schaust du: Schön ist die Natur!

© Foto u. Text:  Ingrid Herta Drewing

Frühlingsgruß

Lasst uns froh den Lenz begrüßen,
der sich grünend eingestellt,
rauschend lässt den Schwarzbach fließen,
weckt der Wiese duftend‘ Welt.

Zilla blau, auch zarte Veilchen,
der Narzissen Sterne glüh’n,
und im Park, nach einem Weilchen,
hell Magnolien, Kirschen blüh’n.

Lieblich auch der Amsel Singen,
wie ’s vom hohen Wipfel klingt,
schenkt den Tagen dieses Schwingen,
das tief in die Seele dringt!

Es vermag den Blick zu heben
weg von Krise, Leid und Krieg,
zaubert Leichtigkeit ins Leben,
Freude wird zum wahren Sieg.

© Text u. Foto : Ingrid Herta Drewing

Wiesbaden, Nerotal, Ostern 2022

Quo vadis

Jetzt ist ihr Wort gefragt, die Generale
erklären uns den Krieg medial im Land.
Der eine so, der andre so, das schale
Gefühl nimmt bei mir stetig überhand.

Die Analysen, kühl sind die Strategen,
seh’n Menschenleid im Krieg kollateral.
Auch, was die Think-Tanks da so schlüssig hegen,
ist oft bestürzend, minimiert die Wahl.

Gefragt, wie solch ein Krieg denn werde enden,
sagt die Expertin: „Wenn wer hab‘ gesiegt,
sodass man zum Verhandeln sich werd‘ wenden,
erreich‘ den Stand, bevor man sich bekriegt.“

Dafür versterben Menschen, Millionen,
Zerstörung bleibt in Stadt und Land zurück.
Wann lernt die Menschheit endlich die Lektionen,
nimmt weltweit Abrüstung in ihren Blick!

© Text: Ingrid Herta Drewing

Skizze: Ingmar Drewing

Umkehr

Es ist höchste Zeit, zu beenden
Zerstörung, Krieg, Leid und Tod;
die Eskalationen zu wenden,
kein Menschenkind leide mehr Not.

Anstatt aufzurüsten mit Waffen,
wo einer den andern bedroht,
gilt es nun gemeinsam zu schaffen,
was Leben hier hält fest im Lot.

Vernunft wehre gierigem Raffen!
Die Güte sei menschlich‘ Gebot,
vereint dann auf Erden zu schaffen
für alle das tägliche Brot!

© Text: Ingrid Herta Drewing

Foto: Ingmar Drewing

Vision

Nicht Leid, noch Pein mag mir dies Hoffen rauben,
dass einst auf Erden kehre Friede ein
und hier gerecht statt Falken traulich Tauben
erfüllen, was ich gar so gern mag glauben,
dass hier der Mensch wächst in sein wahres Sein.

Wo jetzt noch Kriege Stadt und Land verheeren,
der Tod das Leben nimmt schon vor der Frist,
wird die Vernunft des Chaos Macht verwehren
und Einsicht Güte, klaren Blick bescheren,
damit harmonisch, schön dies Dasein ist.

Gemeinsam werden Menschen sorgsam walten
und hegen diese Schöpfung, die Natur.
Ein irdisch‘ Paradies mag man gestalten,
sich kreativ mit Kunstsinn da entfalten
und schützen auch die kleinste Kreatur.

Ich weiß, ich werde es nicht mehr erleben.
Doch einst wird dieser Hoffnungstraum erfüllt,
wenn hier der Menschen Sinnen und Bestreben
statt nur zu nehmen, weicht dem guten Geben,
Maßlosigkeit und Gier sind so gestillt.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing