Winter

Schnee fiel heute Nacht.
Auf dem Balkon-Tisch grüßt mich
ein kleiner Schneemann.
© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Schnee fiel heute Nacht.
Auf dem Balkon-Tisch grüßt mich
ein kleiner Schneemann.
© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Nur kurz beglückt der erste Schnee;
statt lieblich weiß zu rieseln,
beginnt ein Meimeln aus der Höh’
dies’ feuchte Münster-Nieseln.
Doch hoff’ ich noch auf weiße Pracht,
trotz westlich milder Lage.
Vielleicht schenkt eine Winternacht
den Schneepelz für paar Tage?
© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Winter kam zurück
und bestäubte den Garten
mit weißen Sternchen
Stolze Hortensien
bergen die blonden Blüten
unter Schneeschleier.
Warmer Zufluchtsort
wird die Zypressen-Hecke
für die Spatzenschar.
© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Es hat der Winter heute Nacht
uns seine weiße Pracht gebracht.
Die Straße ruht im Schnee,
die Bäume der Allee
bemäntelt weich nach Kälte, Regen
als schön Geschenk der Sternchen-Segen.
Wie unter dicken Kuscheldecken
die Autos sich jetzt tief verstecken.
Noch wirkt des Sonntags Ruh,
und keines Menschen Schuh
schien diesen Teppich zu berühren,
auch keine Pfote durft’s schon spüren.
So unberührt ist ’s weit und breit;
mir ist, als stünde still die Zeit.
© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Dezemberabend,
meine knirschenden Schritte
auf dem Weg nach Haus’.
Die Stadt im Schneepelz,
ein unschuldig reines Bild
erhellt das Dunkel.
Schneeflocken stieben;
der alten Laterne Licht
verzaubert die Nacht.
© Text: Ingrid Herta Drewing
Bild: Pixabay

Jetzt enden früh des Tages lichte Stunden,
da nun der Sonnenbogen tiefer sinkt;
auch haben Kraniche sich eingefunden
zum Zug nach Süden, wo die Wärme winkt.
Wir bleiben hier, obwohl oft Nebel wallen,
genießen froh des Laubes Farbenspiel,
auch Indian-Summer-Träume uns gefallen,
bevor Spätsommer ändert ’s Domizil.
Der Himmel klar, und Herbstes Farbenpracht
wird täglich uns zur schönen Augenweide,
bis Wirbelwinde zeigen ihre Macht,
den Bäumen rauben goldnes Blattgeschmeide.
Im Spätherbst, nassbefrackt in der Allee
die Bäume kahl, in Nebel eingehüllt.
Doch bald im weichen Pelz, dem ersten Schnee,
ihr weißes Wintermärchen sich erfüllt.
© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Ein kühler Wind weht durch die Wälder.
Wo Lenz der Bäume lindes Grün
noch unlängst ließ so hell erblüh’n,
treibt er den Schnee auf Park und Felder,
lässt Winter nun erneut einzieh’n.
Gehüllt in Schnee im Garten Bäume.
Was für die Immen schien von Wert,
von uns gereift als Obst begehrt,
des Kirschbaums zarte Blütenträume
feucht, kalt die weiße Last beschwert.
Der Vögel Lieder da verstummen.
Als sei vorbei ihr Frühlingsfest,
sie sitzen schweigend im Geäst;
Insekten, Bienen nicht mehr summen,
auch ruht der Bau am neuen Nest.
Das sei April, die Kapriolen
hab häufig er gezeigt, bekannt,
den Lenz bedacht mit Winters Tand.
Jedoch ich wünsch’ mir unverhohlen,
dass Frühling heimkehrt hier ins Land.
© Text: Ingrid Herta Drewing,
Foto: Nachrichten ARD
April, April! Der Winter will
den Frühling hier noch necken
und holt aus den Verstecken,
was er gespart im Januar,
lässt Holle schütteln aus ihr Füll.
Und nun wirkt Lenz doch sehr bizarr.
–
Ihr Blütenköpfchen recken,
blauäugig aus dem Schnee,
die Veilchen in die Höh’,
und auch der Tulpen stolze Schar,
sonst leuchtend hier so farbig klar,
will weißer Pelz bedecken.
So soll’s nicht bleiben! Sonne heiß‘
den Winter, zu verschwinden,
sollst alles hier entbinden
von dieser kühlen Sternenschar.
Dein Licht nun strahlend heiß hier gleiß‘,
mach‘ Frühling wieder wahr!
© Text: Ingrid Herta Drewing,
Foto: Nachrichten ARD

Die alte Linde, Schnee bedeckt,
ihr welkes Laub noch haftet an den Zweigen,
die tief herab sich dort zur Wiese neigen,
nun unter zartem Weiß versteckt;
es liegt das Tal in winterlichem Schweigen.
© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden, Nerotal am 04.12.2023
Blick aus dem Fenster,
weißer Zauber am Morgen
Landschaft im Schneepelz.
© Text: Ingrid Herta Drewing,
Foto: Maike Drewing