Archive for the Category Fauna

 
 

Der brennende Adventskranz

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Es hatte Franz Ernst Anton Schanz
sich schön gebastelt einen Kranz
aus duftend grünen,jungen Fichten.
Sie sollten es nun festlich richten,
geschmückt mit roten Kerzen,vier,
für den Advent als Zimmers Zier.

Und jeden Sonntag im Advent,
für Franz nun neu ein Kerzchen brennt.
Auch knistert’s wohlig im Kamin,
wo feurig rot die Scheite glüh’n.
Versonnen sitzt er, ruht sich aus,
mit seinem Kater Stanislaus.

Wie schön der Kerzen Licht heut‘ brennt!
Er merkt’s nicht mehr, ist eingepennt,
liegt auf der Couch, lang ausgestreckt.
Der Schlaf kam schnell, nicht zugedeckt,
schnarcht er dort,tief in Morpheus‘ Armen,
sägt Wälder ab, ’s ist zum Erbarmen!

Doch friert er nicht,kennt keinen Harm;
die Kerzenflammen strahlen warm,
verströmen hier ihr lauschig‘ Licht.
Der Kranz steht auf dem Tisch,ganz dicht,
wo jetzt des Schläfers beide Füße
sich nähern, um sie zu begrüßen.

Schon stößt er mit dem Fuß, wie dumm,
dort eine Kerze an und um.
Es fließt das Wachs, der Kater rennt,
er sieht den Kranz, der hellauf brennt,
ruft laut den Franz, ganz kläglich maunzt,
doch dieser regt sich kaum und raunzt.

Da endlich, als, zu heiß bedrängt,
sein linker Fuß nun Feuer fängt,
erwacht er aus der Lethargie,
zumal der Kater schreit wie nie.
Flugs springt er auf, erkennt, dass Feuer
schon speit hier Flammen ungeheuer.

Zum Glück sind eine Brandschutzdecke,
ein Feuerlöscher in der Ecke,
womit den Brand er schließlich hemmt,
bis ganz das Feuer eingedämmt.
Der Stanislaus sitzt still am Fenster,
er scheut des Rauches Rest-Gespenster.

Verrußt das Zimmer, schwarz der Tisch,
was kürzlich noch roch waldesfrisch,
das müffelt nun verkohlt, verbrannt,
Franz Ernst, der jetzt klar bei Verstand,
räumt auf und wirft den Asche-Dreck
schnell auf den Müll, damit er weg.

Dann streichelt er den Kater, blass
vom Schreck gezeichnet, weiß wohl, dass
der ihn, den Leichtsinn so geplättet,
durch seine Wachsamkeit gerettet.
“ Ja“,sagt er sich,“ so manches Tier
erweist sich schlauer oft als wir.“

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Herbstleuchten

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Der Kapuziner Kresse Blüten
erstrahlen, glühend warm in Rot;
als sollten sie den Sommer hüten,
entgegen grauen Nebels Brüten,
missachten, dass ihr Welken droht.

Das reiht sich ein ins Spiel der Farben
des Herbstes, der hier Baum für Baum
bemalt; bevor die Blätter darben,
nachdem die Stürme um sie warben,
schenkt er noch hellem Leuchten Raum.

Und mögen Kraniche nun ziehen,
sich südwärts wenden hoch im Flug.
Ich bleibe, muss hier nicht entfliehen,
genieße Schönes, das verliehen,
oktobergolden ohne Trug.

© Foto u. Text /Ingrid Herta Drewing

Schmetterling

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Als flöge leichthin eine zarte Blüte,
die sanft gelöst sich von der Blume Stiel,
so lieblich zeigt der Schmetterling die Güte,
die ihn verwandelt, führt zu seinem Ziel.

Der Enge des Kokons nun ganz entwunden,
die Flügel weit im Sonnenlicht gespannt,
hat er die Wohlgestalt für sich gefunden,
darf schweben in den Lüften über Land.

Er mag die Blüten tändelnd nun beglücken,
der Nektar wird ihm sicher dort geschenkt.
Auch uns wird seine Lieblichkeit entzücken,
wenn fein sein Flug in unsre Nähe schwenkt.

In solcher Schönheit sich Natur verschwendet
und zärtlich uns hier Lebensfreude spendet.

© Fotos u. Text / Ingrid Herta Drewing

Blauhäutig

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Ist er auf Brautschau
zeigt sich schlau,der Moorfrosch blau
zu Paarungszeiten.

© Ingrid Herta Drewing,2017
Foto: Pixabay

Frühsommer-Idyll

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Kinderspielplatz,
auf den Ranken des Efeu
Grünfinken,flügge.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2017

Mauersegler

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Sanft schwingend schweben sie dahin,
die Mauersegler, deren Tanz
uns zeigt des Sommers leichten Sinn
hier in der Morgensonne Glanz.

Als hätten sie des Südens Helle
in ihre Heimat mitgebracht,
die schwarz gefiederten Gesellen
sich zeigen nun in ihrer Pracht.

Wie sie dort hoch am Himmel kreisen,
auch schwirren durch das Häusermeer,
sie sich als Wächter uns erweisen,
ein Schutz vor der Insekten Heer.

© Ingrid Herta Drewing

„Lieb Nachtigall wach auf !“

Nachtigall

Lieb Nachtigall, hör‘, lass‘ dir raten,
verweile hier und flieg‘ nicht fort!
Mach’s wie die Amsel, andre Arten,
die Orts treu sind bei uns im Garten,
und bleibe in Europas Hort!

Denn fern dort in Ägyptenland
kannst du auf Reisen dich nicht schonen.
Als kilometerweite Wand
wurden dort Netze aufgespannt,
damit sich Vogelfang soll lohnen.

Gefangen wirst, gerupft, gebraten,
zuvor die Flügel dir gestutzt.
Der Mensch neigt ja zu rohen Taten,
wird deines Sanges Kunst verraten,
wenn für ihn zählt nur Eigennutz.

Und meistens blickt er ohne Bangen
auf das, was kurz ihm Wohl gewährt;
was zu komplex, in Sicht zu lange,
der Artenvielfalt Welt-Belange,
sie bleiben dabei ungehört.

© Bild u. Gedicht / Ingrid Herta Drewing

Mondscheinsonate

Vollmond_nEs träumt die Sommernacht,
in Mondes Silber glänzt der See,
wo sanft in weißer Pracht
zieht seine Kreise sacht
ein Schwanenpaar im Pas de Deux.

Von Ferne Klänge tönen,
Beethoven spielt wer am Klavier,
kann so die Nacht verschönen,
uns mit Musik verwöhnen;
hier auf Parkbank lauschen wir.

Dort weilend am Gestade,
als halte zart uns die Magie
auf einem ihrer Pfade
und schenke uns die Gnade
der Liebe, Zauber,Harmonie.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Hasenpanier

Klein Hase nah dem Rapsfeld saß
und starrte vor sich hin
ins helle Feld, und seiner Nas‘
erschien dies nur als falscher Fraß
mit wenig Lustgewinn.

All überall war überm Land
die gelb‘ Sucht ausgebrochen.
Wo man sonst Kohl und Möhren fand,
wuchs nur noch dieser grelle Tand.
Von Flucht ward da gesprochen.

Versammelt saßen sie am Rain
zur Nacht,die alten Hasen,
und fragten sich, wie das könnt‘ sein,
dass nun die Menschen,so gemein,
die Hasen ganz vergaßen.

Der Mensch, der sei wohl recht verwirrt.
Die Monokultur-Felder
dies zeigten, dass er falscher Wirt;
im Fortschrittswahn sich hab‘ verirrt,
vernichte auch die Wälder.

Die Luft er außerdem verpeste,
nicht nur auf Autobahnen,
denn Stickoxide, üble Reste,
und CO2 verseuchten Feste
des Klimas, Wandel reiße Fahnen.

Man müsse hier auf’s Schlimmste hoffen,
dass es dem Menschen gehe schlecht,
denn nur, wenn er sich seh‘ betroffen,
halte er seine Augen offen,
bemerke, was ist gut und recht.

So sagten es die alten Hasen
und zogen fort mit Häsin, Kind,
um anderswo beruhigt zu grasen,
in Feldern,Wiesen, grünem Rasen.
Doch weiß ich nicht, wo man’s noch find’t.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Lindenblüten

Lindenblüten_o

Frühsommer, golden Linden blühen,
entfalten ihren Duft, den süßen,
der hier mag durch Alleen ziehen,
und Immen summen, ihn begrüßen.

Wär gern mal solch beflügelt‘ Wesen,
auch mich zieht’s nasenselig hin,
betört mir honighold den Sinn,
was dort so lieblich auserlesen.

Tief in den Kelch der Blüte kriechen,
erquicken mich am milden Hauch
zwar sammelte ich Pollen auch,
jedoch beglückte mich das Riechen.

Bin keine Biene; fern den Drohnen
verweil ich schnuppernd unterm Baum,
verrückt war er, der kurze Traum,
darf doch auch so in Düften wohnen!

© Foto u. Ingrid Herta Drewing,2017