Archive for the Category Zu Gemälden und anderen Bildern

 
 

Atempause

So lass ich mir den Sommertag gefallen,
ein himmlisch Blau, hell, klar und unverstellt.
Vergesse aller Ängste, Sorgen Lallen,
was sonst zur Zeit uns will ins Leben wallen,
erfreu‘ mich nun am Schönen dieser Welt.

Es braucht die Seele eine Atempause,
kein böses Bild nun dringe in sie ein!
Drum seien mir in meiner kleinen Klause
Natur und Friede ein geborgenes Zuhause,
ein Blumenhort, erfüllt von Sonnenschein!

© Ingrid Herta Drewing,2016

Zu Monets Gemälde „Klatschmohn in der Gegend von Argenteuil“

Inmitten einer Sommerwiese,
umwallt von Gräsern, rotem Mohn
spazieren wie im Paradiese
gemächlich hier auf grünem Vliese
Camille, Michel, der jüngste Sohn.

Im Hintergrund umrahmen Bäume
ihr helles, rot bedachtes Haus.
Der sanften Landschaft Mittags-Räume
erblüh’n im Glanz der Sommerträume
und locken hell ins Licht heraus.

Hier lässt des Malers Blick dich schweben,
wo Wolkenweiß Blauhimmel kennt
und Wiesenwogen, Mensch und Leben
natürlich, anmutig verweben,
was sonst so oft durch Hast getrennt.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Zu Monets Gemälde „Klatschmohn in der Gegend von Argenteuil“

Inmitten einer Sommerwiese,
umwallt von Gräsern, rotem Mohn
spazieren klein Michel, Louise
gemächlich hier auf grünem Fliese.
Madame Monet folgt mit dem Sohn.

Im Hintergrund umrahmen Bäume
ihr helles, rot bedachtes Haus.
Auf sanfter Landschaft Mittags-Räume
und Lichtes Impressionen, Träume
des frühen Sommers schaut’s hinaus.

Hier lässt des Malers Blick dich schweben,
wo Wolkenweiß Blauhimmel kennt
und Wiesenwogen, Mensch und Leben
natürlich, anmutig verweben,
was sonst so oft durch Hast getrennt.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Zu Cézannes „Die blaue Vase“

Die blaue, hohe Vase auf dem Tisch,
zwei Äpfel liegen rechts auf gelbem Tuche
und einer separat, die Nähe suchend
zu Vase, Teller, leuchtend rot Gesicht.

Der Teller weiß, umrandet himmelblau,
daneben eine Flasche, bauchig, klein.
Das Fenster scheint verhüllt,sodass die Schau
ins Exterieur will nicht beachtet sein.

Stattdessen marmoriertes Blau im Blick,
die Wand, die den Kontrast zum Tischtuch bietet,
und Vase, die die Vertikale hütet,
lenkt mit dem Blumenstrauß darauf zurück.

Was kunstvoll da Cezanne hat festgehalten
in zartem Farbenspiel, verlässt die Zeit;
wenn wir das Bild anschauen, innehalten,
spricht seine Schönheit uns von Ewigkeit.

© Ingrid Herta Drewing

Zu Döblins Gemälde “ Die Toteninsel“

Wir treiben in dem letzten Boot
auf diese Insel zu,
auf welche wir nur leicht hingehen,
ganz ohne Last und Schuh.

Hier gibt es Sorge nicht, nie Not,
da alles liegt in Ruh’
Zypressenwächter dunkel stehen,
nicht fragend nach dem  Du.

Ein goldnes Licht hält hier im Lot
ein ewig sanfter Wille,
und tiefes Schweigen gilt dem Tod,
verstummt die Stimmen, Stille.

© Ingrid Herta Drewing

Zu Klimts Gemälde“ Der Kuss“

Verflochten, verwoben
in goldenem Vliese,
sie, blühend
wie die Sommerwiese,
lieb geborgen
in seinem Arm.

Ein Sonnengott
küsst die Erde warm,
in lichtem Mantel
sanft versunken,
hingegeben
und
liebestrunken.

Ingrid Herta Drewing

Zu Edvard Munchs Gemälde“Der Schrei“

Du hast erfühlt
die Angst, die Qualen,
die sich entladen
in dem Schreckensschrei.
Die Leere,
hier in diesen Blick sich malend,
wird tausendfach
als furchtbar Echo neu.
Das dann in Wellen
in die Weite gellt.
Und hilflos schreit
das Leid
der ganzen Welt.

Ingrid Herta Drewing

Zu Sisleys Gemälde „Schnee in Louveciennes“

In einer Gartenmauerflucht,
fast unwirklich, so Schnee verhangen,
mein Auge sich zu ankern sucht.
In der Bildmitte, schwarz betucht,
nimmt es im Fluchtpunkt die Gestalt gefangen.

Sie ist es, die der weißen, sanften Stille
den Hauch von Leben gibt in diesem Bild,
dass man erschaue, wie des Malers Wille,
einsam inmitten dieser Winterfülle,
des Menschen Sehnsucht nach dem Menschen stillt

Ingrid Herta Drewing

Auf der Schaukel ( zu Renoirs Gemälde)

Im Park, dort auf der Schaukel hält sich jene Schöne,

die hier Renoir in ihrem Liebreiz  eingefangen;

ein zarter Frühlingstraum in schillernd hellen Tönen,

ihr Kleid mit Schmetterlingen, Schleifen, blau behangen

Zu ihrer Rechten wir zwei junge Männer sehen.

Der eine scheint ganz fasziniert von ihrem Blick,

kann ihrem Zauber wohl nur zögernd widerstehen,

der andere, am Baum, lehnt lässig sich zurück.

Am Rande dieser Gruppe steht das Kind, ein Mädchen.

Es schaut abwartend, brav den Großen zu,

bemerkt noch nicht, wie fein gesponnen sind die Fädchen,

die hier so glühend schweben in des Sonntags Ruh.

Ingrid Herta Drewing