Archive for the Category Zu Gemälden und anderen Bildern

 
 

Positionsvorteil

Gewichtig, auf dem Zweig von Nutz
mag sich der Starke hilfreich zeigen,
gewährt dem Kleinen, Schwachen Schutz
mit allem, was ihm so zu eigen;
nimmt hin die Nässe unbesehen
und lässt ihn nicht im Regen stehen.

Doch war ’s vielleicht des Kleinen List,
sich untertänig zu bescheiden?
Sein Zweiglein dort noch trocken ist;
er hat’s gemütlich, muss nicht leiden.
Nicht immer hat ’s gut, wer hoch oben,
besonders wenn die Wetter toben.

© Text :Ingrid Herta Drewing

©  Zeichnung: Ingmar Drewing

Lächelnder Engel

So viele Jahre blickst du schon hernieder;
du siehst und sahst viel Menschen kommen, gehen.
Es tönten böse sowie gute Lieder,
mal Kampfgetöse und dann Frieden wieder.
Doch du bliebst lächelnd am Portal dort stehen.

Der Steinmetz, der dich damals durft‘ gestalten,
er war gewiss ein Mensch mit frohem Sinn.
So schuf er nicht nur kunstvoll Kleides Falten
und Flügel für dein himmlisches Verhalten;
er stellte dich lebendig, lächelnd hin.

Als Engel freundlich, scheinst du zu verstehen,
was Menschen seit Jahrhunderten bewegt,
wenn sie sich irren, falsche Wege gehen,
in Not und Angst dann hier um Hilfe flehen
und hoffen, dass sie Gott trotz Schuld noch hegt.

© Foto* u. Text: Ingrid Herta Drewing, 2018
*Engel am Westportal der Kathedrale von Reims, 1963 fotografiert

Sonnenblumen

Sieh, wie zum Licht hin wachsen, streben
die Sonnenblumen dort im Feld,
sich goldgelb blühend schön verweben,
hier in des Südens Sommerleben
erfreuen klar die kleine Welt!

Wen wundert ’s, dass Van Gogh zum Malen
sie als Motiv sich auserkor?
Ihr Leuchten lässt den Blick sich aalen,
schenkt Sinn und Seele warmes Strahlen
mit Blütenkranz und Blumenflor.

So mögen sie auch Freude bringen
dorthin, wo man im Grau verstrickt.
In Helligkeit erwacht ein Schwingen
und Hoffnung lässt erneut erklingen,
was unser Leben tief beglückt.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Renoir

Im Licht des Südens bei Olivenbäumen,
wo Zephir zärtlich durch die Wipfel streicht,
hält schön er fest, was in des Sommers Räumen
ihn lässt der Farben glänzend Leuchten träumen,
Gestalten schweben, füllen Leinwand leicht.

Da scheinen sich Konturen aufzulösen,
ein schwingend, tanzend Farbenspiel im Licht
strahlt hell hervor, entgeht dem Nebulösen,
lebt fern von allem Falschen, Prätentiösen;
in zartem Zauber Malers Kunst hier spricht.

© Ingrid Herta Drewing

Zu Monets Gemälde „Klatschmohn in der Gegend von Argenteuil“

Inmitten einer Sommerwiese,
umflort von Gräsern, rotem Mohn
spazieren wie im Paradiese
gemächlich hier auf grünem Vliese
Camille, Michel, der jüngste Sohn.

Im Hintergrund umrahmen Bäume
ihr helles, rot bedachtes Haus.
Der sanften Landschaft Mittags-Räume
erblüh’n im Glanz der Sommerträume
und locken hell ins Licht hinaus.

Hier lässt des Malers Blick dich schweben,
wo Wolkenweiß Blauhimmel kennt
und Wiesenwogen, Mensch und Leben
natürlich, hoffnungsfroh verweben,
was sonst so oft durch Hast getrennt.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing

Atempause

So lass ich mir den Sommertag gefallen,
ein himmlisch Blau, hell, klar und unverstellt.
Vergesse aller Ängste, Sorgen Lallen,
was sonst zur Zeit uns will ins Leben wallen,
erfreu‘ mich nun am Schönen dieser Welt.

Es braucht die Seele eine Atempause,
kein böses Bild nun dringe in sie ein!
Drum seien mir in meiner kleinen Klause
Natur und Friede ein geborgenes Zuhause,
ein Blumenhort, erfüllt von Sonnenschein!

© Ingrid Herta Drewing,2016

Zu Monets Gemälde „Klatschmohn in der Gegend von Argenteuil“

Inmitten einer Sommerwiese,
umwallt von Gräsern, rotem Mohn
spazieren wie im Paradiese
gemächlich hier auf grünem Vliese
Camille, Michel, der jüngste Sohn.

Im Hintergrund umrahmen Bäume
ihr helles, rot bedachtes Haus.
Der sanften Landschaft Mittags-Räume
erblüh’n im Glanz der Sommerträume
und locken hell ins Licht heraus.

Hier lässt des Malers Blick dich schweben,
wo Wolkenweiß Blauhimmel kennt
und Wiesenwogen, Mensch und Leben
natürlich, anmutig verweben,
was sonst so oft durch Hast getrennt.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Zu Monets Gemälde „Klatschmohn in der Gegend von Argenteuil“

Inmitten einer Sommerwiese,
umwallt von Gräsern, rotem Mohn
spazieren klein Michel, Louise
gemächlich hier auf grünem Fliese.
Madame Monet folgt mit dem Sohn.

Im Hintergrund umrahmen Bäume
ihr helles, rot bedachtes Haus.
Auf sanfter Landschaft Mittags-Räume
und Lichtes Impressionen, Träume
des frühen Sommers schaut’s hinaus.

Hier lässt des Malers Blick dich schweben,
wo Wolkenweiß Blauhimmel kennt
und Wiesenwogen, Mensch und Leben
natürlich, anmutig verweben,
was sonst so oft durch Hast getrennt.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Zu Cézannes „Die blaue Vase“

Die blaue, hohe Vase auf dem Tisch,
zwei Äpfel liegen rechts auf gelbem Tuche
und einer separat, die Nähe suchend
zu Vase, Teller, leuchtend rot Gesicht.

Der Teller weiß, umrandet himmelblau,
daneben eine Flasche, bauchig, klein.
Das Fenster scheint verhüllt,sodass die Schau
ins Exterieur will nicht beachtet sein.

Stattdessen marmoriertes Blau im Blick,
die Wand, die den Kontrast zum Tischtuch bietet,
und Vase, die die Vertikale hütet,
lenkt mit dem Blumenstrauß darauf zurück.

Was kunstvoll da Cezanne hat festgehalten
in zartem Farbenspiel, verlässt die Zeit;
wenn wir das Bild anschauen, innehalten,
spricht seine Schönheit uns von Ewigkeit.

© Ingrid Herta Drewing

Zu Döblins Gemälde “ Die Toteninsel“

Wir treiben in dem letzten Boot
auf diese Insel zu,
auf welche wir nur leicht hingehen,
ganz ohne Last und Schuh.

Hier gibt es Sorge nicht, nie Not,
da alles liegt in Ruh’
Zypressenwächter dunkel stehen,
nicht fragend nach dem  Du.

Ein goldnes Licht hält hier im Lot
ein ewig sanfter Wille,
und tiefes Schweigen gilt dem Tod,
verstummt die Stimmen, Stille.

© Ingrid Herta Drewing