Archive for the Category Klimawandel

 
 

Katastrophenjahr

Die Katastrophen nehmen gar kein Ende.
Mal herrschen Hitze, Dürre, Trockenheit,
und andernorts fällt Regen all die Zeit,
der dort, wo unaufhörlich lodern Brände
nun leider nicht zum Löschen steht bereit.

Es wüten Wirbelstürme und Orkane,
verwüsten, fluten Inseln, Stadt und Land;
die bösen Wetter nehmen überhand.
Der Klimaforscher klares, frühes Mahnen
ward ignoriert und ist uns doch bekannt.

Die Meere, die sich nun zu stark erwärmen,
vertreiben nicht nur mancher Fische Art,
( die Nordsee scheucht den Kabeljau à parte),
Taifune, Hurricans in Wirbeln schwärmen
und rasen auf die Küsten zu mit Fahrt.

Sie treiben hoch mit Kraft des Meeres Wellen,
und krachend stürzt an Land des Wassers Flut.
Der Sturm, entfesselt, tötet Menschen, wirft ihr Gut
weit in die Lüfte, und Hochwassers Schnellen,
sie reißen alles mit in wilder Wut.

Man könnte meinen, dass ein ernstes Mahnen
zu lesen sei als Antwort der Natur
an alle, die hier auf der falschen Spur
und hissen egoistisch Wirtschafts-Fahnen,
den Klimawandel nennen Märchen nur.

© Ingrid Herta Drewing

Wetterkapriolen

Gewitterwolken_o

Jetzt ist der Morgen doch schon fühlbar kühl.
Die Jacke wärmt dich, ahnst des Herbsts Signale.
Jedoch, bald wird es wieder heiß und schwül,
und du darfst dich im Freibad sonnig aalen.

Des Wetters rasche Wechsel, Kapriolen,
seit ein paar Jahren stellen sie sich ein,
und Klimawandel mahnt uns unverhohlen,
dass wir nun endlich sollten sorgsam sein.

Vermeiden, dass die Erderwärmung steigt,
der Gletscher Schmelzen deutlich reduzieren,
dass Sommer nicht zu Sturmgewittern neigt,
die Elend und Zerstörung mit sich führen.

Besonnen handeln, nicht nur sich bequemen
und, was uns allen schadet, hinzunehmen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2017

Wetterextreme

Für manche wäre Regen Segen,
ein wahres Labsal für ihr Land,
wo Hitze, Trockenheit zugegen
und Wälder stehen heiß im Brand.

Wir hoffen aber, Regen nehme
für eine Weile seinen Hut,
denn hier, im anderen Extreme,
ertrinkt das Land in Wassers Flut.

In rechtem Maß will’s schön anmuten,
ob Wasser oder Sonnenschein.
Wie man so sagt: „ zu viel des Guten“,
das kann wohl kaum ersprießlich sein.

Da liegt der Finger in der Wunde,
weil maßlos sich der Mensch verhält.
Uns zeigt Natur, dass Klimakunde
mit den Prognosen Recht behält.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Ver-rücktes Wetter

DSCN6016 (1)

Fast herbstlich will es mich anmuten.
Seit Tagen unablässig Regen
rauscht hier herab; auf Plätzen, Wegen
und Straßen nun ein Flüsse Fluten.
Da sollte man sich tunlichst sputen,
dass man noch findet zu den Stegen.

Recht tief sind die Temperaturen
gesunken, fühlbar in den Nächten,
und morgens spielen Nebels Wechte
am See, wo sonst von Sonnenuhren
wir zauberhaft die Zeit erfuhren,
noch träumten, was uns Sommer brächte.

Ver-rückt will’s Wetter mir erscheinen:
In Südens Hitze Wälder brennen,
so zahlreich,kann sie kaum benennen.
Im Norden Sturm,Gewitter-Greinen,
und Wassermassen sich vereinen,
vergeblich mancher Deiche Trennen.

Vom Klimawandel gilt’s zu sprechen,
da wachsen täglich neu die Schulden,
Natur zerstört für Geld und Gulden,
das wird sich bitter an uns rächen.
Auch Nachkommen noch zahlen Zechen,
obwohl’s ist gar nicht ihr Verschulden.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Albtraum

Wüste_o

Kein Seehund wird der Eisbärjagd erliegen.
Nur virtuell gibt’s Gletscher noch zu seh’n.
Wo große Ströme flossen vor’m Versiegen,
sind Trockentäler, Landschaften vergeh’n.

Sehr wenig Siedlungsraum ist noch geblieben,
die Eiszeit hüllt bald ganz den Norden ein.
So wachsen Wüsten weit ins Land hinein,
auch weil im Süden kaum noch Regen fällt.

Die Menschheit dezimiert, in Reservaten,
die sich die Super-Reichen flugs erstellt‘,
nun Wissenschaftler Biotope warten,
hermetisch abgeschirmt vom Rest der Welt.

Ein Albtraum war’s, wohl hat die Angst geirrt.
Ich hoffe, dass dies niemals hier so wird!

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2017

Klimawandel

Der Nachtigallen Lied verklungen,
wo Blüte war, reift nun die Frucht.
Dort, wo nur Amseln hell gesungen,
sind Mauersegler eingedrungen,
Insekten jagend in die Flucht.

Früh ward verdrängt des Frühlings Milde,
denn Sonne brennt vom Firmament.
Von lindem Grün im Maienbilde
haben die Bäume im Gefilde
sich Anfang Juni schon getrennt.

Was sonst Augusts Hochsommertage
so heiß und trocken hielten vor,
stellt uns schon jetzt die bange Frage
wie man des Waldbrands böser Plage
nachhaltig wehre vor dem Tor.

Wir müssen nun wohl Zeugen werden,
erfahren Klimaänderung,
weil, dümmer als der Schafe Herden,
wir unsren Lebensraum auf Erden
zerstören ohne Besserung.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Heißer Frühling

Als wolle uns der Frühling nun entgleiten,
hat hitzig sich schon Sommer eingestellt.
Es mischen sich so wirr die Jahreszeiten,
befremdlich hier in unsrer kleinen Welt.

Der Klimawandel zeigt sich unbestritten,
und Permafrost gar in den Alpen taut.
Auch dort,wo sonst ins Tal die Gletscher glitten,
hat Trockenheit Geröllhalden gebaut.

Die Wissenschaftler seit Jahrzehnten warnen
davor, was falsches Handeln richtet an,
doch lässt der Mensch im Alltag sich umgarnen
von dem, was ihm Bequemes schaffen kann.

Da braucht es Weitblick, einen starken Willen,
dass wir das, was uns droht, noch halten auf.
Natur kann ohne uns sich neu erfüllen,
nimmt fühllos unsren Untergang in Kauf.

Es wäre an der Zeit, jetzt aufzuwachen,
zu lösen sich von jenem Wachtumswahn,
der, Ausbeutung und Gier in seinem Rachen,
uns wirft heraus aus unsres Lebens Bahn!

© Ingrid Herta Drewing,2017

Trockener September

Sehr trocken ist es, viele Bäume
schon werfen ihre Blätter ab.
Bevor Oktobers goldne Träume
vielfarbig zieren Landschaft,Räume,
fällt welk und raschelnd Laub herab.

Auch auf der Rue sind die Platanen
nun dicht gesäumt von braunem Tand.
Als wolle die Natur uns mahnen
an Klimawandel, und wir ahnen,
dass er sich auswirkt hier im Land.

Doch grün belaubt sind noch die Eichen,
denn ihre Wurzeln gründen tief.
Sie stehen standhaft und erreichen
Grundwasser, müssen so nicht weichen,
weil’s Wetter nicht nach Regen rief.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Unwetter-Sommer

Des Himmels Blau nur kurz vergönnt,
im Hitzeheiß verloren.
Das Hoch hat sich recht schnell getrennt,
und nun ein Tief das andre nennt,
Gewitter eingeschworen.

Der Hagel prasselt, Regen rauscht,
aus Wolken brechen Güsse.
Was sonst so gluckernd hell geplauscht,
nun braust, wild strömt, die Rolle tauscht,
aus Bächen werden Flüsse.

Das stürzt, sucht brechend seine Bahn,
reißt mit;nicht Wehr, noch Stege
hier halten auf, was schnell mag nah’n.
Die Straße frönt dem Wasserwahn,
geflutet ihre Wege.

Das rast als schlammig‘ Element
im Strudel schnell und schneller,
steigt meterhoch, verdreckt und kennt
kaum Schranken, wenn es wirbelt, rennt,
bricht ein in Läden, Keller.

Der Mensch ermisst, nun bös erwacht,
dass der Natur Gewalten
ihn hier, obwohl er mit Bedacht
so vieles regelt, nimmt in Acht,
mit Macht in Atem halten.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Frühlings-Weihnacht

Der Vollmond hat die heil’ge Nacht
inmitten einer Sternen-Schar
mit seinem Silber hell bedacht.
Es schien als hielten Engel Wacht
und Wunder würden wirklich wahr.

Es grünt zur Weihnacht, und es blühen
schon Bäume, als sei Frühlings Zeit.
Nicht Frost, noch Schnee hemmt ihr Bemühen,
und Vögel in die Kronen ziehen.
Ihr Zwitschern klingt voll Fröhlichkeit.

Mild der Dezember, ein Versprechen?
Ist’s Wetter, wie’s schon früher war?
Wird es nun alte Regeln brechen,
sich unser Fehlverhalten rächen?
Zeigt sich der Klimawandel klar?

Ich weiß es nicht, erleb‘ die Tage
jetzt frühlingsleicht als Glücks-Gewinn.
Gewiss wird noch des Winters Sage
hier Antwort geben auf die Frage
im neuen Jahr mit frost’gem Sinn.

© Ingrid Herta Drewing,2015