Archive for the Category Humor

 
 

WILHELM BUSCH

„Wer in Dorf oder Stadt“
Wilhelm Busch gelesen hat,
schon als Kind, und das mit Freuden,
mag auch seine Bilder leiden.

Liebt die Max und Moritz Fratzen,
die, vom Ulk ganz hingerissen,
dort auf Onkels Bett-Matratzen
Käfer setzen in die Kissen.

Maikäfer, die kritze, kratze
krabbeln nachts von ihrem Platze,
kommen kitzelnd also dann
dort auf Fritzens Nase an.

Weise Wilhelm Busch beglückt,
mit Humor und Witz bestückt
zeigt er zeichnend unverhohlen
hier der Menschen Kapriolen.

Er enthüllt manch Frömmelei,
zeigt Unheiliges dabei,
Heuchelei, den Schirm als Waffe,
Mensch als aufgemotzter Affe.

Aber auch mit leisen Tönen
mag der Dichter uns versöhnen.
Wenn ’s um seine Dichtkunst geht,
wirkt der Balduin verdreht.

Ehejoch, Familienleben,
Existenznot hemmen’s Streben
nach des Musensohnes Kunst.
Tragisch wird sein Werk verhunzt.

Auf den BUSCH kann man nicht kloppen,
seine Kunst ist kaum zu toppen.

© Ingrid Herta Drewing

Ernst Lustig

Auch Bruder Lustig, wer wird‘ s meinen,
wenn ihn der Witz nicht mehr besticht,
begegnet mürrisch oft den Seinen
und nimmt sie ernsthaft in die Pflicht.

Da wird nicht mehr gelacht, gelächelt,
denn Ernst ganz den Humor verdrängt,
sogar der Hofhund müde hechelt,
weil man ihn in den Zwinger zwängt.

Nur Maunz, die Katze, sehr geschmeidig,
sucht sich ihr eigenes Revier,
und denkt bei sich: „ Den Burschen meid‘ ich,
so lang es nicht mehr lustig hier!“

© Ingrid Herta Drewing,2017

Leben im Wort

(In Erinnerung an Ingo Baumgartner,
der am 16. Juli 2015 starb.)

Nie gingst du wirklich von uns, deine Worte
sie hallen nach, dein Leben im Gedicht
erreicht uns noch am wohl bekannten Orte,
und zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht.

Du konntest reich an Liebe Leben schauen,
das kleinste Pflänzchen achtend und Getier,
humorvoll, trotz der Menschen Falschheit, bauen
auf die Natur, die uns zeigt Schönheit hier.

So ließest du als Lehrer wohl erfahren,
nicht nur die Schüler, dass der Wert der Welt
sich täglich zeigen darf im Guten, Klaren,
das uns in Liebe hier auf Erden hält.

© Ingrid Herta Drewing,2017