Winters Kunst

Schneeflocken tauen,
mit des Nachtfrostes Hilfe
wirkt er Eisblumen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Kinder im Winter

Kalte Nasen, warme Hände
und die Wangen frisch und rot,
Kinder toben im Gelände,
reichlich Schnee im Angebot.

Winter hat hier über Nacht
endlich ihren Wunsch erfüllt
und das Tal recht gut bedacht,
ganz in Schnee nun eingehüllt.

Hurtig geht ’s den Hang hinunter.
Herrlich, wie der Schlitten flutscht!
Helles Lachen, da sind munter
auch ein paar schon ausgerutscht.

Wo die großen Jungen schlittern,
wollten ’s Jan und Sven probieren.
Evchen schien den Fall zu wittern,
wollte sich da nicht blamieren.

Doch nun bei der Schneeballschlacht
mischt auch sie recht fröhlich mit,
trifft den Pit, der schallend lacht:
„Warte nur, bald sind wir quitt.“

„Kommt, lasst uns den Schneemann bauen!“,
ruft da Max, “ dort vor dem Haus
soll er Wache stehen, schauen,
wer da reingeh’n wird und raus!“

Schnell sind viele mit dabei,
wälzen Kugelbauch und Kopf.
Laura bringt noch schnell herbei
für den Hut ’nen alten Topf.

Und alsbald grüßt groß im Garten
stolz ein schöner Schneemannwicht.
Ja, so mag der Winter starten,
wenn er uns viel Freud’ verspricht!

© Foto und Text: Ingrid Herta Drewing
Wiesbaden, Auf der Platte, 1980

Wintermorgen

Der Morgen zeigt ein klar Gesicht,
die Nebel sind verschwunden.
Der Himmel blau, im Sonnenlicht
versöhnlich nun der Winter spricht,
vorbei die grauen Stunden!

Da strahlt es hell, das weiße Feld,
die Landschaft prangt im Glanze.
So traulich schön liegt still die Welt.
Nur ab und zu Schnee rieselnd fällt
von Bäumen; Vögel tanzen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Winter-Impressionen

Es deckt der Schnee die Felder, Wiesen,
bestäubt der Häuser Dächer fein.
In Gärten, wo bald Veilchen sprießen,
lädt er in Weiß zum Träumen ein.

Hier treffen sich am Vogelhäuschen
die Finken und der Meisen Schar.
Durch Futtergnade-Hungerpäuschen
wird Wintersorge dort nicht wahr.

Du stehst am Fenster, siehst, wie munter
die kleinen Sänger sich gebärden,
und freust dich an dem kleinen Wunder,
hoffst, dass wir frei bald von Beschwerden.

Es möge doch Corona enden
und damit auch der Lockdown-Frust.
Es sollte sich das Blatt wohl wenden
dass Freude herrsche, Lebenslust.

©  Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Macht der Phantasie

An manchen Tagen ist’s, als schliefen Stunden,
wenn Regen sich im Einheitsgrau verliert.
Jedoch du trotzt dem, zauberst unumwunden
in deine Räume Licht, das Freud’ gebiert.

Die Phantasie verleiht dir leichte Schwingen
und trägt dich dorthin, wo das Dunkel weicht.
Der Bilder Farben hier im Hellen singen,
ein Wohlklang der Musik, die dich erreicht.

Da wehrst du allen argen Widrigkeiten;
du fühlst dich frei und schaffst dir deine Welt,
in die dich mag ein goldner Traum geleiten,
der deinem Blick zeigt, was dir gut gefällt.

Auf schwesterlich’ Geheiß der Phantasie
reicht sanft dir ihre Hand die Poesie.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Geburtstagsgruß am 13.01.2021

Geburtstag hast Du, Ingmar, heute;
die Dreizehn bringt doch guten Schwung.
Das ist ein Anlass großer Freude
trotz Virus und Kontaktsperrung.

Drum wünsch‘ ich Dir ein gut Geschick,
viel Freud‘ in Deinem Leben.
Es soll für Dich Gesundheit, Glück
und ganz viel Schönes geben.

Bewahr Dir Güte und Humor,
lass Dich durch nichts verdrießen!
Was Dich beglückt, das leucht‘ hervor,
soll’s Leben Dir versüßen!

© Ingrid Herta Drewing

Ver-rücktes Wetter im Januar

Die Meseta liegt im Schnee.
Madrilenen schauen, staunen,
was da fällt aus Himmels Höh‘
flockig leicht wie weiche Daunen,
meterhoch die Stadt bedeckt,
Straßen, Häuser weiß versteckt.

Seit Jahrhunderten nicht mehr
sah man solchen Schneesturm wehen,
auch die Bäume tragen schwer,
Äste brechen, Eis versehen.
Winter herrscht mit kalten Siegen;
der Verkehr droht zu erliegen.

Und im Süden Malaga
trifft barsch, harsch nur Nass von oben.
Wo im Sommer Dürre war,
wild nun Ströme sprudeln, toben.
Dort, wo man flamenco- munter,
geht nun viel im Wasser unter.

Aber östlich in Athen
lockt die Hitze zu Gestaden
Dort am Hafen kann man seh’n
Menschen, die im Meere baden.
Männer, Frauen und auch Kinder
finden Sommer, keinen Winter.

© Ingrid Herta Drewing

Der einsame Schneemann

Der erste Schnee,
gefallen über Nacht .
Es freuten sich die Kinder,
nachdem sie, froh erwacht,
ins Freie stürmten,
an der weißen Pracht.

Und einen Schneemann
bauten sie im Garten,
mit Möhrennase,Knöpfen
und auch Hut.
Den Besen fest im Arm
muss stumm er warten,
kann kehren nicht,
es kleidet ihn nur gut.

Und in der Nacht, als sacht
der Mond am Himmel scheint,
sieht Finchen, aufgewacht,
dass dieser Schneemann weint.
Er weint, weil er muss einsam sein,
fühlt sich in dieser Welt allein.

Die Großen herzhaft lachen,
als sie’s erzählt am Morgen .
Doch Finchen schwört ,
sie mache sich da Sorgen ,
sie habe all die Sachen
genau gesehen und gehört.

Bald auch den andern Kleinen,
von der Idee betört ,
will alles wirklich scheinen.
Und weil es sich gehört ,
helfen sie Finchen schlau,
und bauen für den Schneemann
nun schnell noch Kind und Frau.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden,Nerotal, 10.01.2017

Muße

Es spricht die Pflicht meist’: “Eile, eile!“
und treibt dich an zur Arbeitswut.
Jedoch die Seele sagt: “Verweile,
genieß’ den Augenblick, nur Mut!“

Was du vom Leben magst erwarten,
oft Wünsche nach dem fernen Stern;
der Duft, die Rose hier im Garten
wird dabei übersehen gern.

So vieles, was dich kann beglücken,
ist nahe liegend. Sei bereit,
das kleine Glück vom Strauch zu pflücken!
Die Muße schenkt dir Erntezeit.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Wahl und Wahn

Bei Abwahl ist Trump, Präsident,
in Rage, wild in Wut geraten,
sieht sich, beratungs-resistent,
als Burger King von Gottes Gnaden.

Und machtgeil, hat er dann verbittert
lautstark den Frust heraus getwittert.
Behauptete dort unverhohlen,
man habe überall im Land
ihm heimlich seinen Sieg gestohlen,
weil man von Briefwahl was verstand.

„Stoppt sie! Hört endlich auf zu zählen!“,
tönt sein Geschrei auf den Kanälen.
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm,
sein Sohn träumt noch von Vaters Sieg,
entblödet sich nicht, macht Tamtam,
ruft auf nun zu „totalem Krieg“.

Wie so was endet, ist bekannt:
Gefolgschaft-Masse legt den Brand.
Ein Trauerspiel, mit anzusehen,
dass Klarheit, Anstand, Würde fehlt,
kein demokratisches Verstehen,
vom Wohl des Landes auch beseelt.

Einst Heinemann zurecht erzählte:
„Man sei Gewählte, nicht Erwählte“.

© Ingrid Herta Drewing, 07.11.20

Nicht nur die Schuld an so vielen Covid-Toten, jetzt auch noch der Aufruhr im Kapitol und vier weitere Tote gehen auf sein Konto.