Einflüstern

Rezitation Volker C. Jakoby:  https://www.facebook.com/ffolcus/videos/461617936013217?notif_id=1663156583895139&notif_t=video_wall_create&ref=noti

Ach ließest du schlimme innere Stimme
es doch, mir Klänge ins Ohr zu flöten,
sanft summend, als hieße dich eine Imme
den Nektar zu suchen, der ihr vonnöten.

Du animierst mich in Reimen zu schreiben
und flüsterst mir zu sogar im Sonett.
Da fragst du nicht, ob dieses Betreiben
gefällt und außer mir auch Leser hätt‘.

Die Bilder, die mir in Worten aufscheinen,
sie reihst du gern ein in rhythmischem Tanz,
um Sinn, Bild und Klang poetisch zu einen,
scheust du nicht zurück vor Ulk, Firlefanz.

Doch leider kann ich mich dir nicht entziehen,
es sei denn, ich würde mich selber fliehen.

©Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Sommerwetter

Es weilt der Sommer weithin auf den Fluren,
regiert mit heißer Hand in Stadt und Land,
bestimmt die Schatten-Zeit der Sonnenuhren,
lädt ein zum Badespaß an See und Strand.

Doch herrscht er harsch auch häufig mit Gewitter,
schickt Hagelschauer, Sturm und Regenflut,
zerstört der Pflanzen Pracht wie schnöden Flitter,
wenn er entfesselt Bäume peitscht mit Wut.

Da bergen Mensch und Tier sich vor Gefahren
und suchen Schutz, wenn solch ein Wetter droht,
der Blitze Leuchten hell am Himmel loht.

Im Nest, zu Haus verweilen, fast Gebot,
bis man, befreit von wilden Wetters Not,
erleichtert sieht erneut die Welt im Klaren.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Trüber Sommertag

Es malt der Regen Perlen auf mein Fenster,
das hier seit Tagen wenig Sonne sieht,
ein Fragen, ob uns nun der Sommer flieht,
am Himmel drohen Wolken-Grau-Gespenster.

Doch Park und Garten glänzen, hell ergrünen,
und wenn es nieselt, duscht die Taubenschar.
Sogar die Amsel singt noch wunderbar
ihr lieblich‘ Solo, wählt das Dach als Bühne.

Von frischer Luft lass ich mich gern erquicken,
vom Duft der Blüten, Kräuter zart entzücken;
auch ist es warm, so schert mich Regen nicht.

Mag auch der Sommer uns noch feucht beglücken,
genieß’ ich doch die schönen Augenblicke,
das Leben, das den Segen uns verspricht.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Frühsommer

Mohnfeuer leuchten in den Wiesen,
und Sommer summt sein Liebeslied;
ein zarter Wind durch Gräser zieht.
An Baches Rand ein golden Grüßen,
Sumpfdotterblumen hell erblüht.

Und dort am See die Weiden neigen
dem Wasser zu ihr grünes Haar;
geschützt das Nest, ein Schwanenpaar,
das sich nur ab und zu will zeigen,
betreut die Brut, wehrt der Gefahr.

Der Himmel strahlt in klarem Blau.
Gemächlich nur zwei Wölkchen weben
sich in ihr watteweiches Leben
hoch hier zur Wald- und Wiesenschau,
um weiß im Lichte zu entschweben.

© Foto und Text: Ingrid Herta Drewing,

Lotos und Licht

Lotosblüte zart,
schließt deine Blütenblätter
mit schwindendem Licht.

© Text: Ingrid Herta Drewing
Foto: Eric Hildebrandt

Lotos

Die Lotosblume,
weit geöffnet für das Licht
mit Blatt und Blüte.

© Text: Ingrid Herta Drewing,

Foto: Eric Hildebrandt

Fußball-EM-Limericks

Vorbei für die Fans nun das Warten!
In München tat gestern man starten
das Fußball-Turnier;
geöffnet die Tür
für ’s Sommermärchen im Garten.

Aus Schottland empfing man die Gäste,
gestimmt waren alle auf ’s Beste,
und Nagelsmanns Kür
erwies sich als Zier
des Fußballs und wurde zum Feste.

Erfahrung mit Jugend im Bunde,
ein herrliches Spiel in der Runde!
Die Mannschaft ging vor,
traf fünfmal ins Tor,
schenkt’ „Schottland“ noch eins, schließt die Wunde.

Den Fans, die euphorische Schäume
schon tragen in Meisterschaftsträume,
sei dennoch gesagt,
dass man sich auch fragt,
wie ’s wird, wenn der Gegner blockt Räume.

Solch Fragen soll sie nicht verdrießen,
den Fußball-Sport froh zu genießen,
wenn in unsre Welt,
die Kriege vergällt,
durch’s Spiel Freuden friedlich einfließen!

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Naturschutzgebiet am Taunusrand

Im Rabengrund erblühen Orchideen,
das Knabenkraut wächst neben Mädesüß,
Wegwarten, Margeriten zahlreich stehen,
auch Storchenschnabel grüßt im Paradies.

Wie kleine Inseln Hecken blühen, Schlehen,
für manchen kleinen Vogel Raum für’s Nest,
ein Schutz, wenn stürmisch, böig Winde wehen;
Goldammern feiern dort ihr Frühlingsfest.

Des Schwarzbachs Quellen wasserreich entspringen
hier, wo man sorgsam die Natur beschützt,
im Reservoir sie Trinkwasser bedingen,
das der Versorgung Wiesbadens gut nützt.

Und Klatschmohn, der im Grün der Wiesenwogen
in warmen, roten Feuern leuchtend brennt,
schreibt trotz des kühlen Regens Sommers Slogan,
verkündet Leben, das im Licht gefällt.

© Text: Ingrid Herta Drewing,

Foto: Pixabay

Wetter-Katastrophe

Im milden Schein der Sommerabend-Sonne
sitzt auf dem Dach ein Ringeltauben-Paar,
genießt gemeinsam jetzt der Wärme Wonne,
nachdem der Tag kühl, regenreich hier war.

Es zeigt Natur nun sommerliche Milde,
jedoch in Deutschlands Süden herrscht noch Not:
Durch Straßen toben Wasser-Ströme, wilde,
und Menschen,Tiere sind von Flut bedroht.

Solch Katastrophen-Wetter wir beklagen,
zu häufig herrscht es weithin in der Welt,
dann ist’s um Existenzen schlecht bestellt.

Der Klimawandel sei es, so das Sagen,
weil sich ein Teil der Menschheit falsch verhält
und so das Leben aller gar vergällt.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Viola

Blütengesichter
auf dem Balkon, farbenfroh,
Frühsommertage.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Mauersegler, eine Villanelle

Frühmorgens schon, wenn hell der Tag anbricht,
seh’ ich sie schweben, in den Lüften gleiten,
als trügen sie das Leben hoch ins Licht.

Frühsommers Boten sind sie, ihre Pflicht,
den Lenz zum Abschied sanft noch zu geleiten,
ein Bild voll Harmonie und Zuversicht.

Die Mauersegler, zuverlässig, schlicht,
sie sind zurück aus fernen Südens Breiten,
als trügen sie das Leben hoch ins Licht.

Bald sind die Jungen flügge und erpicht,
zu fliegen in des Himmels Blau beizeiten,
ein Bild voll Harmonie und Zuversicht.

Hier schreibt Natur ein liebliches Gedicht,
Frühsommers Lieder klingen, Harfen-Saiten,
als trügen sie das Leben hoch ins Licht,
ein Klang voll Harmonie und Zuversicht.

© Text: Ingrid Herta Drewing,

Foto: Pixabay