Trockenheit

Hochsommer sengt die Gräser in den Wiesen,
kaum wogt der Felder Weizenblond im Wind.
Des Flüsschens Wasser spärlich, träge fließen
um Sandbänke, die nun gut sichtbar sind.

Als gelte es die Landschaft auszubrüten,
so spielt die schwüle Hitze Sommerhuhn.
Vorbei die linde Zeit der hellen Blüten,
und viele Tiere suchen Wasser nun.

Zu trocken ist es, viele Blätter bräunen,
bevor der Herbst sie farbig angemalt,
und Rosenblüten welken an den Zäunen,
Es herrscht Verdorren, gleißend Sonne strahlt.

Staub wirbelt auf, sich sammelnd auf den Wegen,
und wir ersehnen uns den kühlen Regen.

© Text: Ingrid Herta Drewing,
Foto:Pixabay Mittelrheintal

Burg Rheinfels

Burg Rheinfels über Sankt Goar
begeistert die Touristen-Schar,
beschert der schönen Aussicht Glück,
flussaufwärts liegt der Rhein im Blick.

Vielleicht trank Heinrich Heine
hier gern vom Riesling-Weine,
verfasste sinnend dann dabei
das Lied von jener Loreley,
die einstmals dort nah St. Goar
für Schiffer so gefährlich war?

© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing

Blick auf den Rhein, Sankt Goarshausen,
(St.Goar, Enkelin; Foto 2007)

Sommersonntag

Ein sonnig sanfter Sommertag,
Geräusche nur gedämpft, verschwommen;
sie scheinen unwirklich, verzagt,
aus großer Ferne herzukommen.

Mild streichelt mich ein leichter Wind,
fährt zärtlich durch die Büsche, Bäume.
Und auf der Wiese spielt das Kind,
beglückt vertieft in seine Träume.

Ich sitz und schau, genieß’ die Stille,
die sanft im Hauch des Mittags singt.
Hier, wo auch mein bemühter Wille
entspannt im Licht des Sommers schwingt.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

38 Grad im Schatten

Von heißen Nächten mag so mancher träumen;
doch diese Hitze keinem wohl gefällt.
Hartnäckig hält sich Schwüle in den Räumen,
und so hat Schlaf sich auch nicht eingestellt.

Da blinzelt man noch müde in den Morgen,
beschwingt hier nur das Thermometer klettert.
Ich würd‘ mir gerne ein paar Wolken borgen
und hören, wie der Regen prasselnd brettert.

Ich mag den Sommer, aber dies‘ Extreme,
das sich zunehmend hier ins Klima schleicht,
das ist nicht mehr das milde Angenehme,
womit man ’s Sommerleben gern vergleicht.

Doch machtlos kann ich nur auf Regen warten,
der auch die Pflanzen netzt in Park und Garten.

© Text: Ingrid Herta Drewing,

Foto: Eric Hildebrandt

Glockenblume

G lockenblümchen, meine Freude,
L ieblich leuchtest du, so zart.
O hne Fehl, als Augenweide
C hangierst in Blau du hier apart.
K önigskind der Blumenwiese,
E lfengleich der Blüte Hauch,
N och der Mond, so glaub’ ich, hieße
B lühen dich und glänzen auch.
L eise klingt dein Glockenlied
U nd schenkt Sommernächten Träume.
M it ihm taucht auch mein Gemüt
E in in lebensvolle Räume.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Albtraum

Kein Seehund wird der Eisbärjagd erliegen.
Nur virtuell gibt’s Gletscher noch zu sehen.
Wo große Ströme flossen vor’m Versiegen,
sind Trockentäler, Landschaften vergehen.

Nur wenig Siedlungsraum ist noch geblieben,
die Eiszeit hüllt bald ganz den Norden ein.
Und weil im Süden kaum noch Regen fällt,
wachsen die Wüsten weit ins Land hinein.

Die Menschheit dezimiert, in Reservaten,
die sich ein Super-Reicher flugs erstellt‘,
nun Wissenschaftler Biotope warten,
hermetisch abgeschirmt vom Rest der Welt.

Ein Albtraum war’s, wohl hat die Angst geirrt.
Ich hoffe, dass dies niemals hier so wird!

© Text: Ingrid Herta Drewing

Foto: Pixabay

Sommerdüfte

Es sind des Morgens diese schwülen Lüfte,
die nur ein leichtes Windchen will bewegen,
gar reich erfüllt von vieler Pflanzen Düfte,
die hier der Sommer darf im Garten hegen.

Der Rosen Honigmilde im Bouquet,
Petuniendüfte, deren süßes Sehnen
herbstolz Lavendel fängt; in Windes Lee
die Sterne des Jasmins so lieblich lehnen.

Basilikum und Rosmarin, Reseden
erweitern dieses Düfte-Potpourri.
Ich fühle nasenselig mich in Eden,
genieße der Gerüche Sinfonie.

Ein Sommermorgen, der sich duftend schenkt
und meinen Blick auf vieles Schöne lenkt.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Mauersegler-Abschied

Noch herrscht der Sommer im Gelände
und Sonne heiß im Mittag glüht.
Jedoch ein Gastspiel ist zu Ende,
die Mauersegler-Schar behände
nach südlichen Gefilden zieht.

Vorbei sind Schwirren, Rufe schrille,
wenn flugs sie durch die Häuserschlucht
am Morgen und vor Abends Stille
nach Beute jagend hier in Fülle
Insekten fingen auf der Flucht.

Mir fehlen sie, ihr sanftes Schweben,
wenn zahlreich sie im Himmelblau,
ein Sinnbild für dies Sommerleben,
sich über alles hoch erheben
in friedlich liebenswerter Schau.

© Foto u.Text : Ingrid Herta Drewing

Spuk im Burghotel


Schnurbelschnauz und Schnulligunde,
die man selten nur geseh’n,
trafen nächtlich sich zur Stunde,
um in muntrer Geisterrunde
schaurig spukend umzugeh’n.

Nicht mit lautem Kettenrasseln,
wie’s gefiel dem Henkersknecht,
der, gefolgt von Kellerasseln,
lärmte, konnte Schlaf vermasseln
dem, der friedlich träumen möcht‘.

Auch nicht polternd wie der grobe
Ritter Potz, der seine Frau,
die der Minnesänger Loben
schmachtend auf den Schild gehoben,
einst vor Eifersucht schlug blau.

Kaum auch wie die Sabbertruden,
winselnd in des Windes Weh,
die dort in den alten Buden
zischelnd Falschgerüchte luden
und befleckten reinen Schnee.

Nein, sie liebten es, zu scherzen,
raubten Börse, Hose, Hemd
dem, der untreu einem Herzen
hier beim Stelldichein der Kerzen,
dass er fortan geh‘ nicht fremd.

Seiner Dame Kleider schwanden,
sanft zerfielen sie zu Staub,
schnell kam auch ihr Schmuck abhanden,
Nebelgeister sie umwanden
und das Bett wie Efeulaub.

Schnurbelschnauz und Schnulligunde
tanzen froh noch Ringelreih’n,
Mitternacht schlägt ihre Stunde.
Nie erfährt’s der nächste Kunde,
der dort checkt ohn‘ Argwohn ein.

© Text: Ingrid Herta Drewing,
Foto: Pixabay

Die Wüste wandert

Noch singen,
behütet im Dornenbett,
der Kakteen Blüten
glühend farbige Lieder
in den Himmel der Halbwüste.

Und der Palmen
stolz erhobene Kronen
widerstehen federnd
dem Wüstenwind .

Doch schon sind
gefangen
im Sandstrahl
die Dächer des Dorfes
am Rande der Düne.

©Text: Ingrid Herta Drewing

Fotos: Pixabay