Archive for the Category Natur

 
 

Novembernebel

Im Nebel darben, da November spricht,
die Bäume, fast entlaubt, in fahlem Grau.
Gedämpft die Farben, die im Sonnenlicht
unlängst erstrahlten hell vor Himmels Blau.

Als klammerten sie sich an ihre Zweige,
reiht sich an manchem Ast dicht Blatt an Blatt,
die Pflanze trotze, sich so wehrhaft zeige,
nicht fände Lösen, Fallen, Welken statt.

Du kennst das Spiel von Werden und Vergehen,
dem Neubeginn im Kreislauf der Natur,
und weißt, dass Frühling wieder lässt erstehen,
was jetzt vergänglich zeigt des Lebens Spur.

Und dennoch mischt sich Wehmut dir ins Bild,
das so gezeichnet jetzt von Abschied ist erfüllt.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Abschiedsgeschenk

Herbstsee,2014

Es malt der Herbst so farbentrunken
und wirkt dies opulente Bild
des Lebens, das nach grauem Unken
des Nebels, dessen Kraft gesunken,
im Sonnenlicht den Tag erfüllt.

Dies Spiel der Farben, Augenweide,
ein himmlisch‘ Blau blickt aus dem See,
und kräuselt Wind ihn, blinkt Geschmeide,
dort wo sonst übers Haar der Weide
den Schleier wirft die Nebelfee.

Ich schau beglückt, berauscht von Tönen
der Farben, deren warme Glut
Vergänglichkeit scheint zu verhöhnen,
hell leuchtend hier mit allem Schönen,
was die Natur verschenkt so gut.

Da liegt im Abschied schon Beginnen,
die Wiederkehr, und sei’s noch weit,
wird doch in Frühlings zartem Sinnen
erneut das Leben licht gewinnen,
und Winter weicht der neuen Zeit.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Herbstlich

DSCN6323
Es darf, obwohl Spätsommers Feuer schwelen,
ein himmlisch‘ Blau beschirmen klar die Welt,
beglücken sonnig unsre Sinne, Seelen,
bevor die Nebelschleier grau verhehlen,
was uns an Farbenvielfalt so gefällt.

Noch mögen seine Blicke zärtlich liegen
auf jener letzten Rosenfeuer Glut.
Die Freude wird im Erntetanz obsiegen,
wenn sich Verliebte an das Leben schmiegen,
einander schenken Glück, auch Schutz und Hut.

Und rauben Stürme bald das Laub den Bäumen,
sind sie, die jetzt im Golde glänzen, kahl,
wird, wenn die Blätter ruhen, Stämme säumen,
die Landschaft in des Raureifs Silber träumen,
erglänzen, leuchten neu aus Nebels Fahl.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Schmetterling

Kleiner Fuchs_n

Als flöge leichthin eine zarte Blüte,
die sanft gelöst sich von der Blume Stiel,
so lieblich zeigt der Schmetterling die Güte,
die ihn verwandelt, führt zu seinem Ziel.

Der Enge des Kokons nun ganz entwunden,
die Flügel weit im Sonnenlicht gespannt,
hat er die Wohlgestalt für sich gefunden,
darf schweben in den Lüften über Land.

Er mag die Blüten tändelnd nun beglücken,
der Nektar wird ihm sicher dort geschenkt.
Auch uns wird seine Lieblichkeit entzücken,
wenn fein sein Flug in unsre Nähe schwenkt.

In solcher Schönheit sich Natur verschwendet
und zärtlich uns hier Lebensfreude spendet.

© Fotos u. Text / Ingrid Herta Drewing

Sommerregen

Jeder Tropfen fällt als Segen
auf dies dürstend trockne Land.
Bäche, Flüsse trinken Regen,
dort, wo unlängst noch zugegen
nur Geröll und heißer Sand.

Pflanzen dürfen wieder grünen,
Früchte reifen, und es blüht
auf den Wald-und Wiesenbühnen,
wo Natur mag lächelnd sühnen,
was zuvor war fast verglüht.

Mit des Wassers Lebens-Tänzen
wirkt ein Zauber in der Welt.
Auch der See mag nun ergänzen,
was sein Spiegel lässt erglänzen,
Regenbogenspiel gefällt.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Sommer

Oleander_o

Es hebt der Tag die Sonnenlider;
ein blauer Himmel schirmt die Welt,
die kleine, die uns immer wieder
mit ihren Wundern neu gefällt.

Sie zeigt uns nun ein Blühen, Grünen,
das die Natur hier schön bestellt.
In Park und Wald, auf Wiesenbühnen
dies Leben unsren Blick erhellt.

Wer denkt da an den Biss der Zecke,
an Sonnenbrand und Hitzestau?
Ein frecher Faun lugt um die Ecke
und kennt sein Flötenlied genau.

© Ingrid Herta Drewing,2017

„Lieb Nachtigall wach auf !“

Nachtigall

Lieb Nachtigall, hör‘, lass‘ dir raten,
verweile hier und flieg‘ nicht fort!
Mach’s wie die Amsel, andre Arten,
die Orts treu sind bei uns im Garten,
und bleibe in Europas Hort!

Denn fern dort in Ägyptenland
kannst du auf Reisen dich nicht schonen.
Als kilometerweite Wand
wurden dort Netze aufgespannt,
damit sich Vogelfang soll lohnen.

Gefangen wirst, gerupft, gebraten,
zuvor die Flügel dir gestutzt.
Der Mensch neigt ja zu rohen Taten,
wird deines Sanges Kunst verraten,
wenn für ihn zählt nur Eigennutz.

Und meistens blickt er ohne Bangen
auf das, was kurz ihm Wohl gewährt;
was zu komplex, in Sicht zu lange,
der Artenvielfalt Welt-Belange,
sie bleiben dabei ungehört.

© Bild u. Gedicht / Ingrid Herta Drewing

Lebensabend

Manchmal schmerzen noch die Narben
jener Wunden, die das Leben
mir mit Freud und Leid gegeben,
wenn gar Liebe, Sehnen starben,
Hoffnung wollt nach Falschem streben.

Vieles, was mir schien erhaben,
fand sich doch im Flachen wieder.
Auch des Glückes reiche Gaben
schwanden, Honig aus den Waben
troff als trüber Zucker nieder.

Dennoch hält mich dieses Leben
tief verbunden; die Natur,
die den Blick ins Licht mag heben,
lässt mich ständig neu verweben
hier auf ihrer schönen Spur.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Leben im Wort

(In Erinnerung an Ingo Baumgartner,
der am 16. Juli 2015 starb.)

Nie gingst du wirklich von uns, deine Worte
sie hallen nach, dein Leben im Gedicht
erreicht uns noch am wohl bekannten Orte,
und zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht.

Du konntest reich an Liebe Leben schauen,
das kleinste Pflänzchen achtend und Getier,
humorvoll, trotz der Menschen Falschheit, bauen
auf die Natur, die uns zeigt Schönheit hier.

So ließest du als Lehrer wohl erfahren,
nicht nur die Schüler, dass der Wert der Welt
sich täglich zeigen darf im Guten, Klaren,
das uns in Liebe hier auf Erden hält.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Glockenblume

G lockenblümchen, meine Freude,
L ieblich leuchtest du, so zart.
O hne Fehl, als Augenweide
C hangierst in Blau du, ganz apart.
K önigskind der Blumenwiese,
E lfengleich der Blüte Hauch,
N och der Mond, so glaub’ ich, hieße
B lühen dich und glänzen auch.
L eise klingt dein Glockenlied
U nd lässt selbst den Frühling träumen.
M it ihm taucht auch mein Gemüt
E in in zärtlich sanfte Räume.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Glockenblümchen_o