Archive for the Category Liebe

 
 

Sängers Wunschlied

Version 2Nein, nicht nur zürnen und klagen,
dass alles Übel der Welt
trübe den Sinn, da Verzagen
Gutes scheint gar zu versagen,
Böses sich Bösem gesellt!

Nein, mich soll dies nicht bezwingen,
was sich gewaltvoll gefällt,
Leid, Krieg und Tod will bedingen,
Weltuntergangsstimmung bringen,
die alles Schöne entstellt!

Will singen sanft von Behüten,
auch jenen Wundern, die hier
wissen um Liebe und Güte,
Werden und Reifen der Blüte,
entstehenden Wegen zum Wir!

Und noch im Dämmern erfahren
dies Hoffen, das Morgenrot,
sehen,wie Licht wächst zum klaren
Tagen des Menschseins,dem wahren
Leben, von Liebe umloht.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Nicht flüchten, bleiben!

Mag auch im Sturm der blanke Hans erbeben,
uns trachten hier nach Habe, Hof und Haus,
wir flüchten nicht, den Kampf um unser Leben
gilt’s zu bestehen, und wir fechten’s aus.

Die Liebe ist’s, sie hilft uns auszuhalten
Gefahren auch, sie schenkt uns neue Kraft,
besonnen hier bei Sturmflut klug zu walten,
vorbeugend ward so manches schon geschafft.

Nein, flüchtet nicht, werft nicht den Spaten hin,
gemeinsam sollten wir den Schutz gestalten,
die Deiche bauen, die in gutem Sinn
hier unser aller Leben wohl behalten!

© Ingrid Herta Drewing,2017

Rückblick

Ini,1964,Weihnachtsfeier, Kunsth._n

Das Bild der Jugend hier vor Augen,
als Leben lockte, helles Blatt,
ein Traum, der stattzufinden hat,
und vieles, was schien gut zu taugen.
Die Welt war weit und du nicht satt.

Jetzt weißt du viel, bist alt geworden
schaust lächelnd auf des Mädchens Bild,
das zärtlich und im Blicke mild
entrückt, beginnt sich da zu norden,
kaum wissend, was sein Leben füllt.
4.0M DigitalCAM

Du blickst zurück, im Lauf von Jahren
gab es dies Glück, das dich beschenkt,
von guten Mächten lieb gelenkt
ließ dich das Leben schön erfahren,
dass es trotz Leid in Freude denkt.

Der Mutter Güte, selbstlos‘ Lieben
gab Urvertrauen dir recht früh,
verlieh dir Kraft bei Kummers Hieben,
ist Lebens Richtschnur dir geblieben,
auf dass es weiterhin licht blüh‘.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Lob der Lyrik

DSCN7407-150x150

Oh doch, du solltest singen, Kind!
Prosaisch graut zu oft das Leben,
in das wir hier gegeben sind.
Drum singe fröhlich, laut und lind,
lass glockenhell die Klänge schweben!

Fatal, zu glauben, Formen hätten
ihr klares Spiel in unsrer Zeit
verwirkt, weil sie des Menschen Stätten
in heile Bilder fälschlich retten,
wozu real sei nichts bereit.

Lass uns doch auch das Schöne sehen!
Dies’ Leben, Lobgesang im Licht,
lehrt die Natur uns zu verstehen;
sie liebt ’s gestaltend aufzugehen;
vielfältig schreibt sie ihr Gedicht.

Sie kennt der Rhythmen Macht, die Klänge,
verleiht dem Chaos noch Struktur.
Mit Phantasie sprengt sie die Enge,
erfindet Formen, löst die Zwänge
und folgt des Lebens lichter Spur.

So schenk’ dein Lied in Sinn und Sagen,
in Bildern, Versen, Melodien,
das Schöne auch, nicht nur die Fragen,
das Suchen, Streiten oder Klagen!
Ein Fundament sei ’s, uns zu tragen
auch in ein Reich der Harmonien!

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Es lebe die Illusion

Rose, Dufti,2014

Mir war, als würde ich in Träumen wandern,
in einer lichten Welt, die Frieden kennt,
wo keiner neidet, hasst das Glück des andern,
und Freundlichkeit der Taten Amen nennt.

Erwacht erkannte ich die Illusionen,
es fiel die Wirklichkeit da laut ins Schloss,
und düster warfen Krieg und Mörderdrohnen
das Elend in das Land, den Tod im Tross.

Und dennoch will ich mir den Traum bewahren,
die Güte der geschwisterlichen Welt,
wo man dem Nächsten hilft, der strauchelt, fällt,
und die Natur auch hegt in allen Jahren.

Denn nur, wenn wir auch Gutes sinnen, denken,
wird unser Weg uns in die wahre Richtung lenken.

© Ingrid Herta Drewing

Mondscheinsonate

Vollmond_nEs träumt die Sommernacht,
in Mondes Silber glänzt der See,
wo sanft in weißer Pracht
zieht seine Kreise sacht
ein Schwanenpaar im Pas de Deux.

Von Ferne Klänge tönen,
Beethoven spielt wer am Klavier,
kann so die Nacht verschönen,
uns mit Musik verwöhnen;
hier auf Parkbank lauschen wir.

Dort weilend am Gestade,
als halte zart uns die Magie
auf einem ihrer Pfade
und schenke uns die Gnade
der Liebe, Zauber,Harmonie.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Gloria Dei

Version 3
Als stünde es in Abendscheines Flammen,
so schön erblüht der Rose Angesicht,
Und lieblich flicht ihr milder Duft im Licht
der Sonne, die so heiß im Mittag spricht,
mir hier des Sommers Leichtigkeit zusammen.

Und immer wieder neue Knospen sprießen,
die Blüten sich entfalten, wohl geborgen.
Was sorgsam war verhüllt, darin verborgen,
darf freudig ich erschauen jeden Morgen,
wenn ich beginn‘ die Pflanze zu begießen.

Es will mir fast als Sinnbild auch erscheinen,
wie sie hier zelebriert ihr Wachsen, Blühen,
das Reifen, vor dem Welken noch ein Mühen,
wie unser menschlich‘ Leben, dies Erglühen,
das uns nur kurz auf Erden wird vereinen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2017

Leben im Wort

(In Erinnerung an Ingo Baumgartner,
der am 16. Juli 2015 starb.)

Nie gingst du wirklich von uns, deine Worte
sie hallen nach, dein Leben im Gedicht
erreicht uns noch am wohl bekannten Orte,
und zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht.

Du konntest reich an Liebe Leben schauen,
das kleinste Pflänzchen achtend und Getier,
humorvoll, trotz der Menschen Falschheit, bauen
auf die Natur, die uns zeigt Schönheit hier.

So ließest du als Lehrer wohl erfahren,
nicht nur die Schüler, dass der Wert der Welt
sich täglich zeigen darf im Guten, Klaren,
das uns in Liebe hier auf Erden hält.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Pfingstgedanken

4.0M DigitalCAM

Nicht Mauer sein, nicht Wall, der alles trennt,
die Tür sein, die in Freiheit, Weite führt,
die Brücke, die verbindet, was getrennt,
ein Mensch sein, den die Nächstenliebe rührt.

Nicht Feuer sein, im Wahn die Welt zerstörend;
doch Frühlingsregen, der die Erde netzt,
sie hegend, auf des Lebens Stimme hörend,
der Sonne gleich, die sie ins Blühen setzt.

Mit wachen Augen durch das Leben gehen
und Fehler nicht nur bei den Andern sehen,
von Eitelkeit geblendet und gehemmt.

Sich nicht im Starrsinn dumpf ums Ego drehen,
versuchen, andre Menschen zu verstehen,
erscheinen sie zunächst auch noch so fremd.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Röderstraße

Rosenblüte

Rose_o

Zart sind erblüht die ersten Rosen,
im Licht erwacht aus Traum und Nacht.
Ihr Duft ein lieblich feines Kosen!
Beglückt erlebe ich die Pracht.

Und täglich schenkt ein neu Erblühen,
das aus der Knospen Hüllen bricht,
sich sanft entfaltend ohne Mühen
ein schönes Blumenangesicht.

Ein jedes zeigt ein eignes Glänzen,
obwohl aus einem Stamm erbracht.
Des Lebens Vielfalt mag kredenzen,
was auch uns Menschen Freude macht.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing