Archive for the Category Sonette

 
 

Frühling am See

Hell glänzend spielt das Licht hier auf dem See,
ein Glitzer-Tanz von tausenden Brillanten.
Die Sonne gleißend strahlt aus ihrer Höh’
und weckt den Frühling auf in unsren Landen.

Schon recken, strecken sich der Weide Kätzchen;
so wohlig warm ist’s nun im Sonnenlicht.
Den Bienen bieten sie ein weiches Plätzchen,
das ihnen üppig Pollenglück verspricht.

Und sanft ein Schwanenpaar zieht seinen Bogen.
Dies’ zarte Frühlingsbild ist mir vertraut;
dem Pas de deux der Liebe wohl gewogen,
hab’ ich es lächelnd jedes Jahr erschaut.

Erlebe wieder hier mit allen Sinnen
des Lebens zauberhaftes neu’ Beginnen.

© Foto und Text: Ingrid Herta Drewing

Frühlingshoffnung

Ein Frühlingsmorgen öffnet seine Pforten,
und hell ertönt der Vögel Lobgesang.
Es grünt und blüht im Tal an allen Orten,
anheimelnd, lieblich wirken Duft und Klang.

Da darf ich Kriege, Leid und Not vergessen
und alles, was uns fürchten lässt zur Zeit;
es keimt die Hoffnung, menschliches Ermessen,
dass Friede nahe, Freude im Geleit.

Natur schenkt schön im Wachsen Sicht und Sinn;
im Licht der Sonne feiert nun das Leben;
so sei beschieden uns auch Neubeginn,
dem Frieden in der Welt gelt’ alles Streben

Auf Erden gütig miteinander walten,
nachhaltig unser Leben zu gestalten.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Dezembermorgen

Noch schließen hier des Nebels feuchte Hüllen
das Tal, die Straße, Haus und Garten ein;
im Trüben sich verliert Laternenschein,
und Spätherbsts Herrschaft mag sich grau erfüllen.

Da wendest du dein Leben gern nach innen,
geborgen, wohlig fühlst du dich zu Haus,
verdrängst die Sorgen, Krieg und Nachricht-Graus,
erlebst Adventszeit still mit allen Sinnen.

Du trotzt dem Trübsinn, in den Morgen malen
darf sich der Sternen-Kette helles Licht,
auch Kerzenschein adventlich dir verspricht,
dass bald die Weihnachtsfreude wird erstrahlen.

Mit allen Lieben, hoffnungsfroh bereit,
verbringen eine unbeschwerte Zeit.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Nebliges Wetter

Dezember graut noch, seine Nebel hüllen
die kahlen Bäume ein in den Alleen;
als müsse er gar Trauertage füllen,
bemäntelt frostig feucht er Park und See.

Am frühen Abend fremde Schatten huschen,
da schätz’ ich mein gemütliches Zuhause;
schlupf’ nach der Ankunft schnell in warme Puschen
und gönne mir gesüßten Tee zur Jause.

Adventszeit ist ’s, gewährt ein Innehalten,
von Hektik fern, kein stressgewohnter Wille
vermag Beschauliches mir fernzuhalten;
beglückt genieße ich nun Muße, Stille.

Vorweihnachtsfreude schenkt ein gut Geleit,
auch wenn unwirtlich’ Wetter wirkt zur Zeit.

© Foto und Text: Ingrid Herta Drewing

Sommers Abschied

August schenkte zum Abschied milde Tage,
nur mittags hat die Sonn‘ noch heiß gestrahlt.
Ein Hauch von Herbst sich in den Morgen malt‘,
nach kalter Nacht erfolgte kühl Ansage.

Zu trocken war es, kaum Gewitter, Regen;
der Büsche, Bäume Laub welkt‘ vor der Zeit
Nach Süden zog ’s die Schwalben im Geleit,
um dort Insekten-Beute-Jagd zu pflegen.

Wohl temperiert grüß‘ uns nun der September,
ermögliche das Gartenstelldichein;
mein Innhalten mög‘ beschaulich sein,
nostalgisch der Erinnerung „Remember!“ .

Und ich genieß’ den Augenblick, der rar,
das Leben sing‘ sein Lied noch wunderbar.

Mitte August

Goldruten blühen, lösen ab Verbenen,
auch Hagebutten glänzen rot in Pracht!
Mir ist ’s, als würde Herbst am Hoftor lehnen,
um nachzuschauen, was der Sommer macht.

Der herrscht mit Hitze, sonnt uns, wie besessen,
verbrennt der Büsche Bäume Laubgesicht,
als solle man das Grünen hier vergessen,
bevor der Herbst mit seinen Farben spricht.

Nur dort auf der Terrasse Südens Träume,
der Oleander, die Olive grüßt,
mit drallen Früchten steh’n Zitronenbäume
und weißen Blüten, wenn man wenig gießt.

Empfehlung an den Herbst, er möge warten,
bis er sein Fähnchen schwingen darf im Garten.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Hitze am Sommeranfang

Der Sommer greift mit seinen heißen Händen
den Büschen, Bäumen in ihr grün Gesicht;
vom klaren Himmel gleißend Strahlen blenden,
die Sonne glänzt als goldnes Feuerlicht.

Ermattet, unterm Blätterdach der Buchen
ist in der Hitze Rast des Wandrers Pflicht,
den Schatten nah am Bache hier zu suchen,
der nur als Rinnsal jetzt von Quelle spricht.

Da bleibt, wer es sich leisten kann, zu Hause,
genießt die Siesta in der kühlen Stille,
verlässt am Abend spät erst seine Klause,
zum Rundgang unter Sternenhimmels Fülle.

Doch fehlt dem Sommer noch das Angenehme,
denn Klimawandel zeigt uns die Extreme.

©  Text: Ingrid Herta Drewing

Foto: Pixabay

Juni-Regentage

In Grau gekleidet, müde wirken Tage,
als sagten sie der Sonne schon Adieu,
sich hüllend in ein monotones Weh,
nur kurz des Regens Prasseln, Lustansage.

In Wintergartens Schutz vor Nass-Erschöpfen
verströmen Pflanzen lieblich Südens Flair,
Zitrone, Oleander, Feige her
auch die Olivenbäumchen in den Töpfen.

Das alles wartet hier auf Sonnenlicht,
die vielen warmen, hellen Sommerstunden,
wenn auch die Mauersegler froh bekunden,
im Fluge schwirrend, Leben, Zuversicht.

Wir Menschen wissen, dass der Dauerregen
für die Natur und uns gereicht als Segen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Erster Juni

Der Juni bringt den lang ersehnten Regen.
Frühsommer schenkt der Landschaft Wärme, Licht;
es sprießt und wächst und grünt, ein Blumensegen
erblüht in Park und Garten, ein Gedicht.

Als sei ’s ein Wunder, das hier über Nacht
die kleine Welt trägt in ein neues Leben;
was vormals welk erschien, ist hell erwacht,
darf mannigfaltig sich in grünem Glanz erheben.

Auch du vernimmst die Lebensmelodie,
die zärtlich dir in Herz und Seele klingt,
der Hoffnung Zauber, Zuversicht-Magie
lässt dich erwarten, was der Tag noch bringt.

Was dich bewegt, beginnst du froh zu tun,
vorbei sind Missmut, tatenloses Ruh’n.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Viola

Hier steht ihr so, als schautet ihr mich an,
mit euren kleinen, zarten Blüh-Gesichtern.
Stiefmütterchen, wer hat euch so benannt?
Den Namen gab euch ganz bestimmt kein Dichter!

Viola, dieser Name ist Musik
und passt zu euren farbenfrohen Blüten,
wenn ihr im Frühling, Sommer, Herbst euch wiegt
bei Wind und Wetter in der Schönheit Güte.

Beglückt bin ich, wenn ich euch wachsen sehe.
Seid ihr mir doch seit Jahren sehr vertraut,
in Blumenbeeten dort im Park erschaut,
wo ich versonnen oft spazieren gehe.

Ihr zeigt mir artig Hoffnung, Zuversicht
wie dort an Baches Ranft Vergissmeinnicht.

© Foto und Text: Ingrid Herta Drewing