Archive for the Category Weihnachtszeit

 
 

Zweiter Weihnachtsfeiertag

blick-ins-tal_oDer Tag ist klar, lässt uns die Sonne sehen.
Vorbei, was uns im Nebel hat verwirrt.
Was vormals trüb, erschließt sich dem Verstehen
und findet Wege, vormals fast verirrt.

Erwacht auf grünen, weihnachtlichen Pfaden
schaust du vom Berg hinab ins Tal; dein Blick
streift in die Weite, und du fühlst die Gnaden
die Gott als Leben hier ins Licht gerückt.

Es wird jetzt nach der Wintersonnenwende
ein jeder Tag ein wenig länger spielen,
in Winter, Frühling, Sommer sich verschwenden
und uns geleiten hin zu neuen Zielen.

Und hält sich auch die Nacht noch an der Macht,
ist Hoffnung mit dem Licht, das wächst, erwacht.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Hirtenlied

hirtenkrippe_oDie Botschaft vom Frieden,
wir hörten sie gern
und folgten der Weisung,
dem leuchtenden Stern.

Wir hofften, es weiche
nun Kummer und Harm,
dass nicht nur der Reiche
sich bette hier warm.

Im ärmlichen Stalle
wir fanden das Kind.
Es lag in der Krippe
bei Esel und Rind.

Und doch war ein Singen,
ein Leuchten im Raum;
das tat uns bezwingen.
Wir atmeten kaum.

Dies Wunder der Weihnacht,
es nahm uns ganz ein,
dass Gott uns das Heil bracht’,
ein Kindlein so rein.

Und andächtig sanken
wir sanft auf die Knie,
in Demut zu danken,
voll Freud’, Harmonie.

Ja, wir armen Hirten
erfuhren sogleich,
auch wenn wir oft irrten:
Wer liebt, der ist reich!

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Weihnachtswetter

Es trägt nicht nur der Tannenbaum
im Garten hier sein grünes Kleid,
auch Rhododendrons Blätterzier
und Eibensträucher sind Geleit.

Und auf dem kahlen Kirschbaum spielen
Kohlmeisen munter im Geäst.
Sie müssen keinen Frost nun fühlen,
da Winter sich nicht blicken lässt.

Spätherbtlich gibt sich jetzt das Wetter,
nur Nieselregen fällt ganz sacht.
Der Rieselschnee wär‘ da wohl netter,
wenn man am Weihnachtstag erwacht.

Im Keller träumt der alte Schlitten
vom Rausch der Fahrten dort am Hang,
und auch die Skier, noch unbeschritten,
auf Schnee noch hoffen, Lauf, der lang.

Doch darf der Schneeräumdienst sich freuen;
hat so am Feiertag auch frei,
muss nicht früh morgens Salz schon streuen,
lobt Winter, dass er keiner sei.

Verschieden sind die Interessen,
welch Wetter nun gefällig ist.
Wir nehmen’s, wie es kommt, indessen
nennt Nebel man auf Englisch „mist“.

© Ingrid Herta Drewing,2016

4.0M DigitalCAM

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WEIHNACHTSSTERNE

dscn8077Die rote Glut der Weihnachtssterne
erstrahlt, wo festlich wird geschmückt,
sie, deren Heimat in der Ferne,
nun hier gezüchtet, sieht man gerne,
die Farbenpracht den Blick berückt.

Und hier im Kurhaus in Wiesbaden
sie bilden schön gestuft den Baum,
erfreu’n im Vestibül zum Feste
jetzt zahlreich gutgelaunte Gäste,
erfüllen sanft den Weihnachtstraum.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Verlust

Uns kam der Weihnacht Sinn abhanden.
Zum Innehalten bleibt kaum Zeit,
weil vieles wir für wichtig halten
und fremdbestimmt nicht mehr gestalten,
was uns könnt geben gut Geleit.

Uns kam die Liebe fast abhanden,
als sei sie nur ein Lumpenkleid.
Sie treu und dankbar zu entfalten,
in Nächstenliebe hier zu walten,
sind wir nicht mehr so gern bereit

Uns kam der Glaube wohl abhanden,
statt Gott zu dienen, schür’n wir Leid,
und hochmütig ist das Verhalten,
wie wir der Schöpfung Leben spalten,
vergessend unsre Menschlichkeit.

© Ingrid Herta Drewing, 2016

Der Rauschgoldengel

Ein Rauschgoldengel, älter schon an Jahren,
lag, in ein Seidentüchlein eingehüllt,
nebst Kugeln,kleinen bunten und glasklaren
mit silbrigem Lametta, zart zerknüllt,
in einem Korb mit Watte, weich gefüllt,
um ihn vor Schäden sorgsam zu bewahren.

Er, welcher einst den Weihnachtsbaum durft‘ krönen,
der festlich hell erstrahlt‘ im Kerzenlicht,
nun musste traurig seine Tage frönen,
bedeckt von der Jahrzehnte Staubesschicht,
in dunkler Speicherecke im Verzicht,
anstatt den Heiligabend zu verschönen.

Die, die ihn schätzten, waren längst vergessen,
erloschen ihres Lebens lichter Stern.
Auch Kindeskinder, die das Haus besessen,
meist mochten diesen alten Brauch nicht gern
und suchten Sonne, Strand, ein Land, das fern,
die Weihnachtszeit als Urlaub zu ermessen.

Des neuen Eigentümers Sohn, der Träumen,
auch oft der Phantasie ließ freien Lauf,
stieg auf den Speicher, wollt‘ ein wenig räumen
und hoffte, Schätze dort zu finden, die zuhauf
man früher heimlich brachte hier hinauf,
um dadurch schlimme Nöte zu versäumen.

An einem Wintertag, er wollt‘ schon gehen,
denn unterm Dach war es empfindlich kalt,
sah er den Korb noch ganz versteckt dort stehen
bei einem Schaukelpferdchen, das recht alt.
Entdeckerfreude hielt ihn an zum Halt,
das musste er genauer sich besehen.

Und als den Rauschgoldengel er enthüllte,
da schien es ihm, als ob aus einer Welt
des Zaubers man ihn riefe, ihm erfüllte,
was er sich oft in Träumen vorgestellt.
Ganz andächtig er hoch ihn vor sich hielt,
beglückt, dass dieser Schatz die Suche stillte.

Und in der Tat, dies durfte er erfahren,
zwei hundert Jahre war sein Kleinod alt,
aus Nürnberg stammend, wo solch Engelscharen
aus Messingblech gefertigt, dergestalt,
dass zart sich reihte kunstvoll Falt‘ an Falt‘,
ein Christbaumspitzenmarkenzeichen waren.

Man bot ihm Geld dafür, er wollt’s nicht wissen,
nicht wichtig war ihm hier der Handelswert.
Für ihn, er las vom alten Brauch, beflissen,
dem Weihnachtswort von Frieden auf der Erd‘,
sein Engel auf den Tannenbaum gehört.
Er strahlt vor Freude, möcht ihn nimmer missen.

© Ingrid Herta Drewing, 2016

Lux lucet in Tenebris

4.AdventDer Friede, den wir für die Welt erhoffen,
erweist sich seit Jahrtausenden als Traum.
Zwar scheint’s, als halte er die Türen offen,
wenn für Jahrzehnte er ist eingetroffen.
Jedoch so mancher Mensch kennt ihn noch kaum.

Solange Missgunst, Harm und Hass regieren,
der Mensch statt Leben mehr den Mammon liebt,
sich lässt von Ich-und Habsucht gern verführen,
nicht Güte,Freude, Harmonie mag spüren,
es wohl nie dauerhaften Frieden gibt.

Das Weihnachtsfest, es mag erinnern, mahnen
an das, was Christi Botschaft uns verspricht,
dass wir das Lieben schreiben auf die Fahnen,
auch wenn wir unwissend nur glauben, ahnen,
damit wir seinen Frieden finden, Licht.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Schneegestöber

Es tanzt der Schnee vor meinem Fenster;
die Flocken tummeln sich im Wind,
jetzt, da die harschen Frostgespenster
doch rau zurück gekommen sind.

Was mir zur Weihnacht Freude brächte,
erscheint mir nun als kalter Hohn.
Ich sehne mich nach milden Nächten
und Frühlingsduft, der Blüten Lohn.

Doch darauf darf ich wohl noch warten,
auch der Kalender zeigt’s: Zur Zeit
wird hier kein Frühling lieblich starten,
der uns von Winters Macht befreit.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Frühlings-Weihnacht

Der Vollmond hat die heil’ge Nacht
inmitten einer Sternen-Schar
mit seinem Silber hell bedacht.
Es schien als hielten Engel Wacht
und Wunder würden wirklich wahr.

Es grünt zur Weihnacht, und es blühen
schon Bäume, als sei Frühlings Zeit.
Nicht Frost, noch Schnee hemmt ihr Bemühen,
und Vögel in die Kronen ziehen.
Ihr Zwitschern klingt voll Fröhlichkeit.

Mild der Dezember, ein Versprechen?
Ist’s Wetter, wie’s schon früher war?
Wird es nun alte Regeln brechen,
sich unser Fehlverhalten rächen?
Zeigt sich der Klimawandel klar?

Ich weiß es nicht, erleb‘ die Tage
jetzt frühlingsleicht als Glücks-Gewinn.
Gewiss wird noch des Winters Sage
hier Antwort geben auf die Frage
im neuen Jahr mit frost’gem Sinn.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Heiligabend

Die letzten Stunden im Advent
auf Weihnacht stimmen festlich ein.
Schon hell die vierte Kerze brennt,
und warm erstrahlt der Lichter Schein.

Andächtig wird der Tag begleitet,
beschaulich wirkend ohne Hast,
weil das, was als Geschenk bereitet,
nur seinen Wert als Liebe fasst.

Sei es nun Tanne oder Fichte,
geschmückt, grüßt traulich uns der Brauch.
Der Weihnachtsbaum erglänzt im Lichte,
und Kinderaugen leuchten auch.

Gemeinsam finden wir uns wieder,
sonst oft durch Arbeit, Zeit getrennt,
und singen froh die alten Lieder,
die schönen, die ein jeder kennt.

Die Weihnacht, keine Phantasie!
Die Botschaft, die uns Frieden kündet,
schenkt Liebe, Freude, Harmonie,
Vertrauen, das uns hier verbindet.

© Ingrid Herta Drewing,2015