Hoffnung

Es reicht der Frühling uns die Blütenhände;
er kennt da keine Regel, Abstandspflicht ,
schickt Blumengrüße, Grün uns ins Gelände,
und klar erwacht die Sonnenuhr im Licht.

Den kleinen Sängern schenkt er seine Bühne.
Sie zwitschern, tschilpen froh in Wald und Feld,
und auf dem Dachfirst singt manch‘ rätselkühne,
verliebte Amsel schön ihr Solo in die Welt.

Du siehst und hörst, beglückt in stillem Hoffen,
dass das, was dich bedrückt, ist bald vorbei,
entfernst die Maske, hältst die Fenster offen
und fühlst den Augenblick im Mai fast frei.

Erfahrung lehrt, dass Böses auch vergeht,
und deine Sorgen, Ängste werden obsolet.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

April-Ende

April geht, zeigt uns unverhohlen
mit Blitzen, donnerndem Gebrüll,
dass er mit Wetter-Kapriolen
zum Abschied noch erschrecken will.

Nachdem der Lenz kurz reingeschaut,
Forsythien schenkte, Tulpen, Veilchen,
rief er den Winter noch mal laut
mit Frost zurück hier für ein Weilchen.

Die Vögel in den Nestern froren,
der Teich trug eine Haut aus Eis,
was Frühling farbig schon beschworen,
bedeckte Schnee mit Sternen weiß.

Warst gar ein launiger Gesell,
April, magst außer Landes ziehen,
damit der Mai wird nun recht schnell
uns grünen, sonnig hier erblühen.

Wir sehnen Wärme, Licht herbei,
und Hoffnung wartet vor den Toren,
dass bald Corona ist vorbei,
geimpft wir frei sind, wie erkoren!

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Nerotal

Meldungen

Tagtäglich geistern übern Bildschirm Zahlen
der Toten, Infizierten, Inzidenzen,
unsäglich wachsend, und in den Annalen
der Printmedien mag man das Leid ergänzen.

Ein Bild taucht auf aus meinen Kinderjahren,
als durch den Äther schwirrten viele Namen,
Such-Meldungen, Millionen es wohl waren,
vermisste Menschen, kläglich Nachkriegs-Dramen.

Doch was man da im Rundfunk konnte hören,
war letztlich doch von Zuversicht getragen;
das Hoffen ließ man sich wohl nicht zerstören,
bewegte Liebe doch das bange Fragen.

Und dennoch schwingt ein „Ausgeliefert-Sein“
wie damals so auch bei Corona mit.
Als kleiner Mensch bist machtlos du allein,
gemeinsam wagst du richtig wohl den Schritt.

Die Status-Meldung heute soll uns mahnen,
dass wir dem Virus wehren unbeirrt,
mit Masken, Tests, AHA-Regeln anbahnen,
dass wir nicht werden Covid-19-Wirt.

© Text: Ingrid Herta Drewing

Foto: Pixabay

April 2021

Es zeigt April ein Frostgesicht,
lässt Südwind hier noch nicht gewähren.
Als sehe er ’s als seine Pflicht
und nötige uns zum Verzicht,
wollt‘ einen Lockdown so beschwören.

Zwar schenkte Frühling schon dem Land,
was Flora hatte aufzuweisen,
Frühblüher hat er uns gesandt,
Forsythien-Gold, als leuchtend Pfand,
versprach, er würde bald einreisen.

Doch kam der Winter harsch zurück,
erfasste kalt die zarten Blüten,
als sei’s ein böses Bubenstück;
auch Vögel, noch im Nestbau-Glück,
behindert er bei ihrem Brüten.

Du nimmst es als Aprilscherz hin,
weißt wohl um Wetterkapriolen
und hoffst, dass Lenz hier bald beginn‘,
mit Milde wärme Seele, Sinn,
damit sich alles kann erholen.

© Foto u. Text : Ingrid Herta Drewing

Februar

F astnacht muss er heuer lassen.
E rnst steht jetzt auf seiner Stirn.
B leich die Farben in den Gassen,
R aureif lässt ihn fröstelnd fassen.
U ns treibt ’s Sorge ins Gehirn,
A uch, dass Covids Neu-Mutanten
R asch hier könnten tödlich landen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Appell

Statt ständig neu zu zündeln,
wird es nun höchste Zeit,
dass wir die Kräfte bündeln,
um mit Vernunft bereit
zu sein, dem Virus wehren,
verweigern sich als Wirt,
dann muss es uns entbehren,
bald nicht mehr tödlich schwirrt.

Drum heißt ’s: Kontakte meiden,
wo es uns möglich ist,
damit vorbei die Leiden,
der „Covid-19- Mist!“

© Text: Ingrid Herta Drewing,

    Foto: Pixabay

Winter-Impressionen

Es deckt der Schnee die Felder, Wiesen,
bestäubt der Häuser Dächer fein.
In Gärten, wo bald Veilchen sprießen,
lädt er in Weiß zum Träumen ein.

Hier treffen sich am Vogelhäuschen
die Finken und der Meisen Schar.
Durch Futtergnade-Hungerpäuschen
wird Wintersorge dort nicht wahr.

Du stehst am Fenster, siehst, wie munter
die kleinen Sänger sich gebärden,
und freust dich an dem kleinen Wunder,
hoffst, dass wir frei bald von Beschwerden.

Es möge doch Corona enden
und damit auch der Lockdown-Frust.
Es sollte sich das Blatt wohl wenden
dass Freude herrsche, Lebenslust.

©  Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Weihnachten in der Ferne

Der Tanne Duft
erfüllt die Luft
in meinem kleinen Zimmer,
und heller Kerzen Schimmer
mir leuchtet tief ins Herz hinein.
Die Weihnachtsfreude holt mich ein,
und Sorge hält mich nimmer.

Dein lieber Blick
kehrt mir zurück
und sagt, dass wir uns schenken
ein liebendes Gedenken.
Und magst du auch so fern noch sein,
du bist mir nah, denn ich bin dein,
werd’ immer an dich denken.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Ermunterung

Das Jahr es altert, und allein
zwingt dich die Pandemie zu leben.
Doch du trotzt einem Einsam-Sein,
lädst virtuell dir Gäste ein,
mit Poesie sich zu umgeben.

Verleihst den Worten neuen Glanz,
die sonst im Alltagskittel fristen.
Die Phantasie gewährt den Tanz
und bannt die Ängste, Sorgen ganz;
des Tages Spiel folgt den Artisten.

Am Horizont die Hoffnung glüht,
schwingt zuversichtlich helle Fahnen,
dass uns hier bald ein neues Lied
erklingt, und alles wieder blüht
so schön, wie wir es träumen, ahnen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Nerotal

November-Blues

Die letzten Rosen blühen,
der Spätherbst weilt im Land;
und Kranich-Scharen fliehen
die Kälte, südwärts ziehen
sie weit an warmen Strand.

Das Amsel-Lied verklungen,
den Tagen weicht das Licht,
und wo aus vollen Lungen
in Chören man gesungen,
spricht Corona: Verzicht!

Zu Hause sein, geborgen
in deiner kleinen Welt,
still hoffend, dass ein Morgen,
befreit von Krankheit, Sorgen,
sich doch bereit noch hält.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing