Sommerregen-Traum

Der Juli grüßt in grauem Kleid,
schenkt nun ausgiebig Regen.
Nicht jeder mag ’s zur Urlaubszeit;
jedoch dem Landwirt ist ’s zur Freud‘,
in Feld und Wald ein Segen.

Auch vielen, die hier noch vor Ort
des Südens Hitze meiden,
gefällt des Regens Nass im Nord,
dass Grundwasser nun steig‘ auch dort,
vorbei der Dürre Zeiten.

Die weißen Schiffe auf dem Rhein,
sie können täglich fahren,
der Wasserstand lässt ’s möglich sein,
Touristen steigen aus und ein
fast wie in früher’n Jahren.

Wenn auch Corona bald vergeht,
darf leicht dann unser Leben,
weil Maskenschutz wird obsolet,
nichts mehr sich um das Virus dreht,
sich sommerlich verweben.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing, 2020

Hoffnung

Es reicht der Frühling uns die Blütenhände;
er kennt da keine Regel, Abstandspflicht ,
schickt Blumengrüße, Grün uns ins Gelände,
und klar erwacht die Sonnenuhr im Licht.

Den kleinen Sängern schenkt er seine Bühne.
Sie zwitschern, tschilpen froh in Wald und Feld,
und auf dem Dachfirst singt manch‘ rätselkühne,
verliebte Amsel schön ihr Solo in die Welt.

Du siehst und hörst, beglückt in stillem Hoffen,
dass das, was dich bedrückt, ist bald vorbei,
entfernst die Maske, hältst die Fenster offen
und fühlst den Augenblick im Mai fast frei.

Erfahrung lehrt, dass Böses auch vergeht,
und deine Sorgen, Ängste werden obsolet.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Quälgeist

Ein Homo-Faber-Fabermännchen
schlich sich heut Nacht in mein Gehirn.
Es malte tausend Schreckensbilder
und schlug mir Löcher in die Stirn.

Dann kroch’s heraus, besah mein Auge
und klebte mir die Lider zu,
aus meinen Wimpern flocht es Zöpfchen,
schwang sich auf meine Nas‘ im Nu.

Um gleich darauf sich zu entzücken,
erklomm es flugs den Nasenberg,
rutschte hinunter dessen Rücken,
laut quietschend wiederholt’s der Zwerg.

Auf meine Lippen legt’s sich nieder,
die es als Polster ausgewählt,
um eine Weile auszuruhn,
doch trat’s die Zähne immer wieder
mit seinen kleinen, festen Schuhn.

Mutwillig testend, auf und nieder,
hätt’s mich gewiss noch mehr gequält,
wenn ich da nicht gehustet hätte.
Nun half ihr nichts, der frechen Klette,
sie wurde weit, weit weggeweht !

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing
© Zeichnung meines jüngsten Sohnes

Maske

Die Maske, Nase-Mundschutz, macht,
dass sich der Mensch nun mit Bedacht
hier anpasst auch an jene Regeln
des Staates; der bestimmt das Segeln
in diesem Wind der Pandemie,
solang noch keine Therapie
die Bürger von dem Virus heilt.

Gesichtslos, unfrei man da peilt,
ob bald Corona arglos weilt.

Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Corona

Ein kleiner Virus
bekriegt „der Schöpfung Krone“,
Der Mensch, fast machtlos.

© Ingrid Herta Drewing,

Getrübter Frühling

Furcht vor Corona legt sich wie ein Nebel
bedrohlich auf das Leben hier im Land,
obwohl der Winter längst strich seine Segel,
und Frühling schenkt sein schönes Blütenpfand.

Schneeglöckchen, Krokus und die blauen Veilchen
hell recken ihre Köpfchen aus dem Grün.
Auch dauert es nur ein geraumes Weilchen,
bis uns der Kirschbaum zeigt sein zärtlich‘ Blüh’n.

Jedoch man sitzt zu Haus in Quarantäne,
wohl wissend, dass es dient dem eignen Schutz,
und dennoch wünschte man, es gebe Pläne,
die uns gewährten vor dem Virus Trutz.

Da hofft man, dass recht bald die Virologen
ein Gegenmittel finden, Medizin,
damit wir so vielleicht in Sommers Wogen
gemeinsam der Epidemie entflieh’n.

© Foto u. Text : Ingrid Herta Drewing

Ermunterung

Wer wird denn faul im Lenz noch lenzen?
Vergiss die Frühjahrsmüdigkeit!
Die Sonne strahlt, der Tag darf glänzen,
den Himmel lichthell uns kredenzen,
und hier im Tal grünt’s weit und breit.

Nimmt auch Corona uns gefangen,
im Park allein bei frischer Luft
verlässt dich Grübeln, furchtsam Bangen,
hier wird es nicht zu dir gelangen,
statt Husten, Niesen, ist hier Duft.

Die Amsel singt, und Blumen sprießen,
so sei auch du dazu bereit,
des Frühlings Leuchten zu begrüßen,
erneut dies’ Leben zu erschließen!
Komm, schwing dich auf, trotz trüber Zeit!

© Foto u. Text : Ingrid Herta Drewing,