Verregneter Sommer

Der Sommer macht sich mausig, frönt dem Regen,
im Wolkengrau verkümmert fast das Tagen.
Da werd‘ ich mir das Freibad wohl versagen,
und sorgsam auf Balkonien Pflanzen hegen,
dort sitzen, schreiben, lesen mit Behagen.

Wohl temperiert die Luft, so mag ich’s loben,
nicht gut vertrag‘ ich Schwüle, große Hitze,
verzichte gern auch auf Gewitters Blitze,
die Donnerschläge, Hagel, Sturmes Toben.
Gemäßigt sei’s, dass ich nicht ständig schwitze!

Beim Lesen tauch‘ ich ein in ferne Welten,
beflügeln darf mich schön die Phantasie,
vergesse so das Leid der Pandemie
und lasse nur die lichten Bilder gelten,
entfliehe in ein Reich der Harmonie.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Sommerstimmung

Nun wärmen uns des Sommers milde Hände,
vorbei sind Dauerregen, graues Matt.
Die Pflanzen wachsen üppig im Gelände,
als ob das Sprießen hier kein Ende fände,
Kastanien, Eichen, Buchen grünen satt.

Im Feld so reich die Sonnenblumen blühen,
sie recken sich und bilden stolz Spalier.
Der Sonne golden sie entgegen glühen,
als sollten sie hier hell vor Freude sprühen,
das Leben setzen schön auf ihr Panier.

Da geh‘ ich froh gestimmt durch Park und Garten,
darf mich erfreuen an der Blüten Zier.
Des Morgens schon dies‘ wohlige Erwarten,
dass Amseln, Meisen ihre Lieder starten
und schenken mir den Klang als Elixier.

© Bild u. Text: Ingrid Herta Drewing

 

Verregneter Mai

Die Regentropfen perlen an mein Fenster.
Ich schau hinaus und seh‘ kein Himmelblau,
im Mai kaum Sonne, nur der Wolken Grau;
als kämpfe Winter, schicke Nass-Gespenster,
zu wehren Frühlings milder Blütenschau.

Das trübt fast wie Corona hier das Leben.
Da kaum noch ein gesellig‘ Sein verbleibt,
nur virtuell es meinen Tag antreibt,
wenn ich mit Wort und Bild mich darf verweben
im Internet, wo man Gedichte schreibt.

Und dennoch mag ein Trost die Stimmung heben:
Der Regen füllt die Speicher auf im Land,
das Grundwasser, das durch der Dürre Tand
der letzten Sommer fehlte fast zum Leben,
als man statt Bächen, Flüssen oft nur Rinnsal fand.

Geduldig will ich auf den Juni hoffen,
dass durch das Impfen Sars 2 nicht mehr sei
für uns gefährlich; wir dann leben frei,
einander so begegnen froh und offen,
und Kummer,Trübsal endlich sind vorbei!

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Bauernregel

„Ist der Mai recht heiß und trocken,
kriegt der Bauer kleine Brocken;
ist er aber feucht und kühl,
gibt es Frucht und Futter viel.“

Wäre ich ein Landwirt, Bauer,
so erfreut‘ ich mich am Schauer,
auch, dass es noch viel zu kühl,
stärkte nur mein Hochgefühl.

Doch zu Pfingsten stimmt ’s mich traurig,
kalt der Lenz und all zu schaurig,.
Und ich wünscht‘, das wär vorbei.
Sonnig zeige sich noch Mai!

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Wetter im Februar

Die Sonne lässt sich hier nur ahnen,
zu dicht der graue Wolkenschmand.
Des Regens kalte, nasse Fahnen
nun klatschen eisig an die Wand.

Was unlängst weiß erstrahlt im Schnee,
lehrt erdenbraun jetzt den Verzicht,
obwohl in frühem Frühlingsweh
schon hier und da ein Knospen spricht.

Des Winters Wetterkapriolen
mal froststarr, trocken, dann nass, mild,
sie stehlen uns hier unverhohlen
das alte Jahreszeitenbild.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Oktobergrau

Des Regentages feucht Gesicht
begegnet mir mit matten Blicken,
wo unlängst, leuchtend noch im Licht,
der Herbst mit seinem Farbgedicht
mir Sinn und Seele konnt’ beglücken.

Ein Tief, das über Land spaziert,
hat mit Oktober angebandelt,
sein warmes Gold rasch konfisziert
und uns schon stürmisch vorgeführt,
wie schnell sich Hell in Dunkel wandelt.

Ich hoffe, dass nur kurze Zeit
der Herbst wird dulden die Chimäre,
damit von tristem Grau befreit
Natur in farbenfrohem Kleid
beende strahlend die Affäre!

© Foto u. Text : Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden Marktkirche,

Herbstmorgen 2020

Der Regen pflückt die Blätter von den Bäumen,
die unlängst doch so farbenfroh geglüht,
sogar dem Wind noch sprachen von Versäumen,
der sie lud ein, im Reigen-Tanz zu träumen,
zu schweben, wirbeln in der Lüfte Lied.

Dein Blick hinaus trifft auf den trüben Morgen;
im Nebelgrau zeigt sich die kleine Welt.
Das Wetter passt zu den Corona-Sorgen;
du bleibst zu Hause, fühlst dich dort geborgen,
wo Wärme dich umgibt, umfangen hält.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Spätsommerwunsch

Im Blau des Himmels Cirruswolken schweben,
als hätte sie ein Maler hingetupft,
so licht und weiß wie zarte Spinnenweben
und Federflaum, frisch aus dem Nest gelupft.

Kein Daunenleser war ’s, kein Malersmann.
Des Nordwinds Spiel ist ’s; in den kühlen Höhen
lässt er bizarre Bilder schön entstehen.
Doch kündigt er damit auch Regen an.

Dem Frühherbst wird er nun den Weg bereiten,
schon folgt auf kühlen Tag die kalte Nacht.
Der Sonne scheint die Kraft nun zu entgleiten,
da sie nur noch in Mittagsstunden lacht.

Ich wünscht’, der Sommer sei noch nicht gewesen,
jedoch der Wind kann meinen Wunsch nicht lesen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Nach dem Gewitter

Das Blau im Süden
wächst, vertreibt der Wolken Schar,
herrscht klar am Himmel.

Strahlende Sonne,
über den Dächern der Stadt
ein Regenbogen.

Die Bäume glänzen.
Von regennassen Zweigen
tropft ’s in Synkopen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Heiße Wochen

Glühende Sonne,
man möcht‘ im Kühlschrank wohnen,
flieht das Himmelslicht.

Regen, jetzt ersehnt,
lässt lange auf sich warten.
Wetterextreme.

Doch der Abendwind
strömt vom Bergwald in das Tal,
mildert die Hitze.

© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing