Wolkig

Es zogen drei weiße Wölkchen
am Frühlingshimmel dahin;
da ward dem luftigen Völkchen
recht umweltfreundlich der Sinn.

Sie wollten nach Afrika reisen
und hoch über Sahel und Sand,
sich regnend, segnend erweisen,
besiegen die Dürre im Land.

Ihr Wille war wolkig, weich,
als er an der Alpen Rand
im Aufsteigen kalt sogleich
ein jähes Ende dort fand.

Die Wassertröpfchen, die feinen,
die sie für die Ferne gehegt,
sie wurden als Schneesterne, kleine,
zum Aletschgletscher gelegt.

So geht es mit manchen Träumen,
wenn sie bei Licht nicht durchdacht,
erweisen sie sich als Schäume
des Schlafes in dunkler Nacht.

© Foto u. Text : Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Nassauer Dom vor drei Wölkchen

Gewitter

Es drängen Wolken vor die Sonne,
die hier noch heiß vom Himmel sticht.
Sie quellen berghoch auf, zerronnen
ist bald das blaue Himmelslicht.

Und ein Gewitter droht zu nahen,
der Wind frischt auf, stürmt böig schnell.
Von fern’ wir Wetterleuchten sahen,
die Feuerspuren, zackig, hell.

Jetzt ist es da, der Regen prasselt,
und Hagel tanzt wild auf dem Dach.
Grell zucken Blitze, Donner rasselt,
laut krachend stürzt der Baum am Bach.

Es tost und tobt, als hab’ die Hölle
die Teufelsbrut zur Erd’ gesandt,
damit sie alles hier entstelle,
was lieblich blüht auf grünem Land.

Doch endlich ist der Spuk zu Ende!
Nun klart es auf; ein Regenbogen
sich wölbt, schenkt Farben dem Gelände,
denn Sonne strahlt, scheint uns gewogen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Wetterwendischer Mai

Es spielt der Mai hier wohl April,
zeigt sich mit Wetterkapriolen,
recht kühl und nass, mal stürmisch, schrill,
als habe wer ihm unverhohlen
das milde Antlitz frech gestohlen.

Zwar prangt in Grün der Bäume Kleid,
benetzt von frischem Frühlingsregen,
jedoch der Blüten helle Zeit,
sie scheint vorbei, denn auf den Wegen
liegt abgepflückt der zarte Segen.

Der Juni wird es neu jetzt richten,
wenn er auf frühen Sommers Spur
erneut die Wiesen ruft, zu dichten
ihr Blumenlied; als Frohnatur
küsst er auch wach die Sonnenuhr.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Spaziergang im März

Schon leuchten der Forsythien gelbe Blüten
in Park und Garten, obwohl Regengrau
die Sonn‘ verhüllt, und auch des Windes Wüten
grob in die Wipfel greift als Wetterschau.

Die Krokus-Grüppchen halten auf den Wiesen
die Blütenkelche dennoch hoch gereckt,
auch ab und zu mag eine Amsel grüßen,
wenn sie zum Solo weit den Schnabel bleckt.

Und gut beschirmt geh‘ ich im Park spazieren,
denn mich erfrischt die feuchte, klare Luft.
Ich weiß, bald dürfen wir im Licht flanieren,
genießen Frühlings Milde, Blumenduft.

© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing,2019

Wetterkapriolen

Das Wetter spielt im März April.
Es wechseln auf den Wegen
Gewitter, Sturm und Regen,
auch Sonne ist zugegen,
wo’s jüngst noch frostig still.

Auch wenn es stürmt und garstig graut,
lässt doch in Gärten, Wiesen
der Lenz schon lieblich grüßen,
wo Krokus, Scilla sprießen.
Im Tal ist längst der Schnee getaut.

Nur auf den Bergen liegt noch Firn.
Dort kann sich Winter halten
und harsch hier herrschen, walten,
bis warmen Föhns Gestalten
ihm bietet schließlich doch die Stirn.

© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing,2019

März

Es dräut der Nebel dicht,
vom Grau besessen.
Der Farben Traum im Licht
von Hoffnung, Zuversicht,
er scheint vergessen.

Doch dort im Wiesengrün
blüh’n Krokus-Grüppchen,
bewahren mutig ihn,
hell, lila, gelb sie glüh’n,
recken die Köpfchen.

Und zärtlich knüpft ein Band
des Frühlings Weise,
schenkt so mit milder Hand
dem wintermüden Land
das Lächeln, leise.

© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing 

Frühlingsahnen

Ein müder Tag kriecht matt auf Fastnacht-Spuren;
schon auf dem Weg zur Asche scheint das Fest.
Noch einmal zieh’n in Kreisen die Auguren
und schreiten über winterkahle Fluren
zur Vogelschau, verkünden, was das Best‘.

Der Sturm, zerstörend vieles, was inmitten
der kleinen Stadt so oft Gefallen fand,
ward trotzig hingenommen und gelitten,
als er mit Regenschauern wild gestritten,
den Ausweg doch am Ende glimpflich fand.

Noch malt der Wolken Grau im feuchten Bilde
ein Aquarell so trüb im Interim hier aus,
doch Krokus farbenfroh schenkt dem Gefilde
dies zarte Leuchten, und der Lüfte Milde
verheißt die Hoffnung, dass bald Lenz zu Haus.

© Foto u. Text : Ingrid Herta Drewing, 5. 03.19

Winterlich

Die Landschaft ruht so friedlich still
in einem Winterkleid.
Nach trübem Nebel, Regen hat
es heute hier geschneit.

Bedeckt liegt, was braun, öde war
jetzt strahlend weiß und hell.
Die Jahreszeit zeigt sich fürwahr
nun doch noch recht zur Stell‘.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2019

Januars Wetterkapriolen

Kein Winterweiß,
die grünen Fluren,
sie zeigen regennass
hier frisch Gesicht.

Der Januar
stellt kaum die Uhren,
die Jahreszeit folgt blass
nur ihrer Pflicht.

Im Süden zwar
auf kalten Spuren
fällt Schnee zuhauf, auf dass
Verkehr fließt nicht.

In Schnee und Eis
erliegen Touren,
erreichen keinen Pass,
denn Winter spricht,
macht alles dicht.

© Fotos u. Text:Ingrid Herta Drewing,6.01.19

Erster Weihnachtsfeiertag

Es grüßt die Landschaft frühlingsgrün,
wirkt dennoch fast verstellt.
Am Hang die Nebel aufwärts zieh’n,
verschleiern hier die Welt.

Ich wünschte mir zur Weihnacht Schnee,
den Winter klar und kalt,
wenn Sonnenglanz aus Himmels Höh‘
aufglitzern lässt den Wald.

Statt dessen künden Sturm und Regen
uns an ein graues Bild.
Die Wetterwünsche, die wir hegen,
sie bleiben unerfüllt.

Mag es auch wild jetzt draußen dräuen,
zu Hause stört ’s uns nicht,
weil wir gesellig uns erfreuen
bei Punsch und Kerzenlicht.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing