Frühsommerfreude

So filigran! Holunderblüten- Spitzen,
malt weiß das Licht hier in das klare Blau.
Der Mittag leuchtet, gleißend Strahlen blitzen;
Frühsommer spielt in Garten, Park und Au.

Und auf dem Fluss zwei Segelboote schweben.
Sie gleiten, tanzen dort im frischen Wind,
als fühlten sie gemeinsam dieses Leben,
in das sie doch allein gefahren sind.

So ganz dem Himmel da anheim gegeben
die kleinen, weißen Wölkchen, die sich lind
im Sonnenglanz des Tages sanft verweben,
bis sie sich lösen, still vergangen sind.

Dies alles prägt den hellen Augenblick,
schenkt mir im Schauen frühen Sommers Glück.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Gegensätzliches

„In der Kürze liegt die Würze“,
sagt der Mann, der viele Stürze
hat als kurzen Weg gewählt,
und er fühlt sich so gestählt.

Sie liebt’s wohl, zu mäandrieren,
sich an Ufern zu verlieren,
Gleithang, Prallhang noch im Sinn,
sich dem Fließen geben hin.

Sollten sie sich doch begegnen,
wird ein Wasserfall kurz regnen,
stürzen in des Flusses Lauf,
und löst bald sich wieder auf.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Trockenheit

Hochsommer sengt die Gräser in den Wiesen,
die Felder wogen weizenblond im Wind.
Des Flüsschens Wasser spärlich, träge fließen
um Sandbänke, die nun gut sichtbar sind.

Als gelte es die Landschaft auszubrüten,
so spielt die schwüle Hitze Sommerhuhn.
Vorbei die linde Zeit der hellen Blüten,
der Früchte Reife spricht von Ernte nun.

Zu trocken ist es, viele Blätter bräunen,
bevor der Herbst sie farbig angemalt,
und Rosenblüten welken an den Zäunen,
Es herrscht Verdorren, gleißend Sonne strahlt.

Staub wirbelt auf, sich sammelnd auf den Wegen.
Man hofft zuhauf, der Himmel sende Regen.

© Ingrid Herta Drewing, 2015

Hitze

Schwül ist’s, die heißen Sonnenhände greifen
der Stadt trotz Morgenfrühe ins Gesicht.
Noch kann vom Fluss kein frisches Lüftchen streifen.
Du schließt die Fenster, leistest Lichtverzicht.

Da möchtest du den Tagesrhythmus ändern,
am Tage schlafen, schaffen in der Nacht,
erst unter Sternen durch die City schlendern,
wenn nachts geschäftig‘ Leben hier erwacht‘.

Weithin hält Hitze nun das Land gefangen;
und Wälder brennen, denn die Trockenheit
lässt welk verdorren, was so grün gehangen.
Das Klima wandelt sich, wie prophezeit.

Nach Regen lechzt du, hoffst auf neu‘ Ergrünen.
Fern sei’s Extreme auf des Lebens Bühnen!

© Ingrid Herta Drewing,2015

Sommerferien

Sommertage unbeschwert,
warme, milde Lüfte,
Kräuter-Blütendüfte,
grün und blühend grüßt die Erd’,
fern sind Trübsals Grüfte.

Freudig in den Morgen ziehen
frohe Kinderscharen,
wollen an den klaren
Tagen aus den Stuben fliehen,
wo sie zu lang’ waren.

Flüsse, Seen, kühle Wälder,
wogend grüne Wiesen,
tausend Blumen sprießen;
über goldnen Sommer-Feldern
lassen Lerchen grüßen.

© Ingrid Herta Drewing

Sommerfreude

Es schwelgt der Sommer rosig hier im Garten,
und schenkt uns lieblich vieler Blüten Hauch.
Feuchtwarme Lüfte lassen der Aromen Arten
in Straßen duften, fern von Abgas-Rauch.

Da mag der Mensch jetzt leicht bekleidet gehen.
Was jüngst noch wärmte, das verpackt man fein
Das zarte Seidenkleid kann jetzt bestehen
und kühlt bei Schwüle, heißem Sonnenschein.

Wer Zeit hat, der erfrischt sich nun im Bade,
Freibäder, Seen, Flüsse laden ein.
Ein milder Abend lockt zur Promenade,
bei einem Sonnenuntergang am Rhein.

Und wer’s gesellig mag, erlebt im Freien
sein Gartenfest in froher Freunde Runde,
lässt sich ein gutes Gläschen angedeihen
und schaut nicht auf die Uhr, genießt die Stunde.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Am Fluss

Es lieben die Wasser das Reisen
und strömen im Flusse dahin.
Sie flüstern dir zu, plätschern leise,
mögest folgen der Wellen Weise,
in die Weite sich richte dein Sinn.

Mit schnittigem Schiffe dort fahren,
gebläht weiße Segel im Wind,
der auch dir weht wild in den Haaren.
Du blickst in den Himmel, den klaren,
ein Fernweh trunkenes Kind.

Darfst dennoch nur Landratte bleiben,
fremde Abenteuer gibt’s kaum.
Jedoch Phantasie wird dich treiben
und lässt dich Geschichten aufschreiben,
in welchen dann wahr wird dein Traum.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Winterabend

Der Himmel färbt sich dunkelblau.
Des Abendsternes Licht
die nahe Nacht verspricht.
Vom Flusse wallen hin zur Au
die Nebelschleier, dicht.

Frost, Raureif, zieren kahle Äste.
Im weißen Spitzenkleid,
so filigran, bereit,
begrüßen sie des Winters Feste,
der hier herein bald schneit.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Winter

Bleischwer der Morgen.
Doch über der Fluss-Landschaft
tanzen die Nebel.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Nostalgisch

Den Platz am Fluss,
wo sommers unter Weiden
wir Schatten fanden
vor der Sonne Glut,
nur wir ihn kannten,
so geheim und gut.
Man konnte ungesehen
sich entkleiden;
welch ein Genuss
das Bad in kühler Flut!

War jüngst vor Ort,
fand nicht mehr unsre Bäume.
Die kleine Wiese,
asphaltiert und kahl;
kein sanftes Fließen,
betoniert und fahl
die Böschung dort.
Nur noch in meinen Träumen
bleibt dieser Jugend Hort:
Es war einmal.

© Ingrid Herta Drewing