Katastrophenjahr

Die Katastrophen nehmen gar kein Ende.
Mal herrschen Hitze, Dürre, Trockenheit,
und andernorts fällt Regen all die Zeit,
der dort, wo unaufhörlich lodern Brände
nun leider nicht zum Löschen steht bereit.

Es wüten Wirbelstürme und Orkane,
verwüsten, fluten Inseln, Stadt und Land;
die bösen Wetter nehmen überhand.
Der Klimaforscher klares, frühes Mahnen
ward ignoriert und ist uns doch bekannt.

Die Meere, die sich nun zu stark erwärmen,
vertreiben nicht nur mancher Fische Art,
( die Nordsee scheucht den Kabeljau à parte),
Taifune, Hurricans in Wirbeln schwärmen
und rasen auf die Küsten zu mit Fahrt.

Sie treiben hoch mit Kraft des Meeres Wellen,
und krachend stürzt an Land des Wassers Flut.
Der Sturm, entfesselt, tötet Menschen, wirft ihr Gut
weit in die Lüfte, und Hochwassers Schnellen,
sie reißen alles mit in wilder Wut.

Man könnte meinen, dass ein ernstes Mahnen
zu lesen sei als Antwort der Natur
an alle, die hier auf der falschen Spur
und hissen egoistisch Wirtschafts-Fahnen,
den Klimawandel nennen Märchen nur.

© Ingrid Herta Drewing

Wasserstand

Version 2

Es sind die Seen, Ströme, Bäche, Flüsse
des Lebens Wasseradern; den Verlauf,
ob mäandrierend, stürzend tief in Güssen,
den nehmen Menschen, meist als Wollen,Müssen,
wenn sie dort siedeln, damit dann in Kauf.

Euphrat und Tigris, auch die Niloase,
sie luden früh zum Sesshaft-Werden ein,
weil sie der Erde Fruchtbarkeit bescherten.
Und,wo die Siedler neues Land begehrten,
da hatten Wasserstellen auch zu sein.

Die Flüsse wurden bald zu Wasserstraßen.
Wo unwegsam Gelände sich befand,
gelangten Menschen, die in Booten saßen,
sich tüchtig mit der Strömung Kräfte maßen,
flussabwärts-aufwärts weit hinein ins Land.

Heut glaubt der Mensch, es sei ihm wohl gelungen,
weil Lauf begradigt, Böschung betoniert,
durch Dämme habe er den Fluss bezwungen,
was er sich seit Jahrhunderten bedungen,
dass ihn Gewalt des Wassers nicht brüskiert.

Doch wird er jetzt bereits seit vielen Jahren
durch Unwetter des Besseren belehrt,
wenn Hochwasser sich überflutend scharen,
wo sonst nur kleine Bäche, Flüsschen waren,
sogar der Strom sein altes Bett begehrt.

Und andernorts lässt Regen auf sich warten,
durch Hitze, Trockenheit der Boden reißt.
Die Wüste wächst, Oase, einst ein Garten,
ein Hort für vieler Pflanzen, Tiere Arten,
verkümmert, weil den Fluss kein Wasser speist.

Wie’s scheint, bestraft Natur den falschen Handel
des Menschen, der zu oft nur beutet aus,
sich kaum hier scheren mag um Klimawandel,
auch die Mandorla schmäht, nur kennt die Mandel,
die ihm beschert der Baum vor eignem Haus.

Doch Wasser ist auf Erden Lebens Quelle,
die es erblühen, reifen lässt und wiegt.
Drum zieht es Tier und Mensch an seine Schwelle;
sein Nass verheißt ihm grünen Wachstums Stelle.
Zur Wüste wird die Welt, wo es versiegt.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2017

Wetterextreme

Für manche wäre Regen Segen,
ein wahres Labsal für ihr Land,
wo Hitze, Trockenheit zugegen
und Wälder stehen heiß im Brand.

Wir hoffen aber, Regen nehme
für eine Weile seinen Hut,
denn hier, im anderen Extreme,
ertrinkt das Land in Wassers Flut.

In rechtem Maß will’s schön anmuten,
ob Wasser oder Sonnenschein.
Wie man so sagt: „ zu viel des Guten“,
das kann wohl kaum ersprießlich sein.

Da liegt der Finger in der Wunde,
weil maßlos sich der Mensch verhält.
Uns zeigt Natur, dass Klimakunde
mit den Prognosen Recht behält.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Ver-rücktes Wetter

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Fast herbstlich will es mich anmuten.
Seit Tagen unablässig Regen
rauscht hier herab; auf Plätzen, Wegen
und Straßen nun ein Flüsse Fluten.
Da sollte man sich tunlichst sputen,
dass man noch findet zu den Stegen.

Recht tief sind die Temperaturen
gesunken, fühlbar in den Nächten,
und morgens spielen Nebels Wechte
am See, wo sonst von Sonnenuhren
wir zauberhaft die Zeit erfuhren,
noch träumten, was uns Sommer brächte.

Ver-rückt will’s Wetter mir erscheinen:
In Südens Hitze Wälder brennen,
so zahlreich,kann sie kaum benennen.
Im Norden Sturm,Gewitter-Greinen,
und Wassermassen sich vereinen,
vergeblich mancher Deiche Trennen.

Vom Klimawandel gilt’s zu sprechen,
da wachsen täglich neu die Schulden,
Natur zerstört für Geld und Gulden,
das wird sich bitter an uns rächen.
Auch Nachkommen noch zahlen Zechen,
obwohl’s ist gar nicht ihr Verschulden.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Verregneter Urlaub

Es fegt der Regen über Land,
nässt Wiese, Wald und Garten.
Die Regentonne gluckernd fand
sich übervoll, ihr Wasserstand
vergass es abzuwarten.

Nun sprudelt es, der kleine Teich
ist fast zum See geworden.
Der Goldfisch schwimmt im Blumenreich,
und die Gladiolen fallen bleich
bei Wassers Überborden.

So war mein Urlaub nicht geplant,
wollt die Natur genießen.
Jedoch wie es mir deutlich schwant,
fällt das ins Wasser, ungeahnt
will alles weg nun fließen.

Noch bleibt mir hier die Flucht ins Buch.
Die Phantasie darf schwingen,
besiegen jenen nassen Fluch.
Gehüllt in wohlig warmes Tuch,
mag sanft mein Glück mir singen.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Naturwidrig

Bewaffnet lauern nun die Zwerge,
dort wo man eindrang in ihr Reich,
nicht sicher mehr dort in den Bergen
und weit entfernt vom großen Teich.

Der Mensch,von Märchen weit entfernt,
den schert nicht Wiese, Wald und Wicht,
hat auszubeuten gut gelernt,
übt selten nur noch den Verzicht.

Spielt sich hier auf als Herr der Erde,
mäht alles nieder, was ihn stört,
und glaubt, dass er im Recht wohl wäre,
weil ihm das alles ja gehört.

Die kleinen Trolle, sanfte Elfen,
sie wirken zart zwar mit Magie
doch wissen sie sich kaum zu helfen,
erfleh’n, Natur behüte sie!

Natur verleiht der Erde Macht,
zeigt es dem Menschen, Kräfte sprechen.
Was Hochmut hier zu Fall gebracht,
könnt sich bald bitter an ihm rächen.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Unwetter-Sommer

Des Himmels Blau nur kurz vergönnt,
im Hitzeheiß verloren.
Das Hoch hat sich recht schnell getrennt,
und nun ein Tief das andre nennt,
Gewitter eingeschworen.

Der Hagel prasselt, Regen rauscht,
aus Wolken brechen Güsse.
Was sonst so gluckernd hell geplauscht,
nun braust, wild strömt, die Rolle tauscht,
aus Bächen werden Flüsse.

Das stürzt, sucht brechend seine Bahn,
reißt mit;nicht Wehr, noch Stege
hier halten auf, was schnell mag nah’n.
Die Straße frönt dem Wasserwahn,
geflutet ihre Wege.

Das rast als schlammig‘ Element
im Strudel schnell und schneller,
steigt meterhoch, verdreckt und kennt
kaum Schranken, wenn es wirbelt, rennt,
bricht ein in Läden, Keller.

Der Mensch ermisst, nun bös erwacht,
dass der Natur Gewalten
ihn hier, obwohl er mit Bedacht
so vieles regelt, nimmt in Acht,
mit Macht in Atem halten.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Wetterwunsch

Nebelgrau zeigt sich der Tag,
Wolkenwände unverfroren
schicken Regens kalte Plag.
Sonnenfühlung scheint verloren.
Wünsche, Winter wäre da,
weiß und klar!

Fern uns bleibe schlimmer Sturm,
der nur wüten will, zerstören
Wälder, Felder, Haus und Turm,
Meeresfluten mag beschwören!
Möge halten jeder Deich!
Wasser weich‘!

Helle Stunden, kühl und blau,
goldne Sonne, weiße Weiten,
Schneestern-Diamantenschau
durch die Landschaft dürfen leiten!
Scheine endlich! Sonne strahl‘,
doch nun mal!

© Ingrid Herta Drewing,2015

Klima-Gipfel

Die Trockenheit und Wüsten wandern;flutend
fällt andern Ortes Wasser tötend ein.
Der Klimawandel, den man, falsch vermutend,
missachtete, ließ taub, unwirksam sein,
holt offenbar uns nun in Stürmen ein.

So mancher hier mit Ironie begrüßte,
dass ihm sei Wärmezuwachs da beschert.
Doch was ein Sommer-Leben mal versüßte,
hat längst in Unwettern die Freud’ verwehrt
und ganze Landstriche im Nu zerstört.

Uns wecken immer erst die Katastrophen,
sie nehmen die Verblendung kurz zurück.
Zum Klimagipfel wird erneut gerufen,
Nachhaltigkeit soll rücken in den Blick,
der Treibhausgase Kurve führ’n zum Knick.

Ich hoff’, Vernunft verleiht jetzt klaren Kick!

© Ingrid Herta Drewing,2014

Machtlos

Noch zeigt der Sommermorgen seine Milde,
bevor die schwüle Hitze alles prägt,
und Wolkenberge wachsen als Gebilde
eines Gewitters, das nicht sorgsam wägt.

Schroff rüttelt Sturm die schönen, alten Bäume,
bricht ihre Äste, wirft sie auf den Weg.
Der Hagel prasselt, Regenwasser schäumen,
und Straßen werden Flüsse ohne Steg.

Der Himmel schwarz, nur grelle Blitze schnellen,
des Donners Grollen durch die Lüfte gellt.
Du magst dich schauend hinters Fenster stellen,
abwarten, dass bald heller wird die Welt.

Verfolgst da machtlos dieser Kräfte Spiel
und hoffst, ein gutes Ende sei das Ziel.

© Ingrid Herta Drewing,2014