Archive for Dezember 2025

 
 

Silvester

Wie sich das Herbstblatt löst vom Baum,
so fällt das Jahr in seine Zeit,
die wir in unsrem Erdentraum
erfasst als Los im Sonnenraum
und sind zum Neubeginn bereit.

Ein neues Jahr weckt neues Hoffen,
Erwartung, dass es gut verlauf‘,
dass sich Probleme lösen auf,
die schmerzvoll uns zuvor betroffen;
Silvesterwünsche gibt ’s zuhauf.

Und vieles, was wir selbst gestalten,
soll besser werden, sagt man sich
und macht deshalb nun reinen Tisch.
Doch vor Unwägbarem, Gewalten,
davor schütz’ Gott auch dich und mich!

© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing

Advent in Europa

S’ist Krieg und Putins Todesdrohnen bringen
nur Leid, Zerstörung, unsagbaren Schmerz.
Wo frohe Kinder sollten Lieder singen,
kriecht Kummer, Trauer dort in Kiews Herz.

Bei uns im Westen glänzen Lichterketten
und Weihnachtsmärkte feiern den Advent;
als ob wir immer Friedenszeiten hätten,
man hier noch Glühweinlaunen sorglos kennt.

Doch Cybercrime, Aggressors kaltes Schalten
trägt auch Gefahren tief in unser Land;
da wächst die Sorge, wie man sollt’ erhalten
den Schutz und Friedens helles Unterpfand.

Doch lassen wir die Hoffnung uns nicht rauben,
die Botschaft Christi schenkt uns Weihnachtsglauben.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Dezembermorgen

Noch schließen hier des Nebels feuchte Hüllen
das Tal, die Straße, Haus und Garten ein;
im Trüben sich verliert Laternenschein,
und Spätherbsts Herrschaft mag sich grau erfüllen.

Da wendest du dein Leben gern nach innen,
geborgen, wohlig fühlst du dich zu Haus,
verdrängst die Sorgen, Krieg und Nachricht-Graus,
erlebst Adventszeit still mit allen Sinnen.

Du trotzt dem Trübsinn, in den Morgen malen
darf sich der Sternen-Kette helles Licht,
auch Kerzenschein adventlich dir verspricht,
dass bald die Weihnachtsfreude wird erstrahlen.

Mit allen Lieben, hoffnungsfroh bereit,
verbringen eine unbeschwerte Zeit.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Nebliges Wetter

Dezember graut noch, seine Nebel hüllen
die kahlen Bäume ein in den Alleen;
als müsse er gar Trauertage füllen,
bemäntelt frostig feucht er Park und See.

Am frühen Abend fremde Schatten huschen,
da schätz’ ich mein gemütliches Zuhause;
schlupf’ nach der Ankunft schnell in warme Puschen
und gönne mir gesüßten Tee zur Jause.

Adventszeit ist ’s, gewährt ein Innehalten,
von Hektik fern, kein stressgewohnter Wille
vermag Beschauliches mir fernzuhalten;
beglückt genieße ich nun Muße, Stille.

Vorweihnachtsfreude schenkt ein gut Geleit,
auch wenn unwirtlich’ Wetter wirkt zur Zeit.

© Foto und Text: Ingrid Herta Drewing

Adventskranz-Ballade

Es hatte Paul Ernst Anton Schanz
sich schön gebastelt einen Kranz
aus duftend grünen, jungen Fichten.
Sie sollten es nun festlich richten,
geschmückt mit roten Kerzen,vier,
für den Advent als Zimmers Zier.


Und jeden Sonntag im Advent,
für Paul nun neu ein Kerzchen brennt.
Auch knistert’s wohlig im Kamin,
wo feurig rot die Scheite glüh’n.
Versonnen sitzt er am Klavier
mit seiner Katze und trinkt Bier.


Wie schön der Kerzen Licht heut‘ brennt!
Er merkt’s nicht mehr, ist eingepennt,
liegt auf der Couch, lang ausgestreckt.
Der Schlaf kam schnell, nicht zugedeckt,
schnarcht er dort,tief in Morpheus‘ Armen,
sägt Wälder ab, ’s ist zum Erbarmen!


Doch friert er nicht, kennt keinen Harm;
drei Kerzenflammen strahlen warm,
verströmen hier ihr lauschig‘ Licht.
Der Kranz steht auf dem Tisch,ganz dicht,
wo jetzt des Schläfers beide Füße
sich nähern, um sie zu begrüßen.


Schon stößt er mit dem Fuß, wie dumm,
die dritte Kerze an und um.
Es fließt das Wachs, die Katze rennt,
sie sieht den Kranz, der hellauf brennt,
ruft laut den Paul, sie kläglich maunzt,
doch dieser regt sich kaum und raunzt.


Da endlich, als, zu heiß bedrängt,
sein linker Fuß nun Feuer fängt,
erwacht er aus der Lethargie,
zumal die Katze schreit wie nie.
Flugs springt er auf, erkennt, dass Feuer
schon speit die Flammen ungeheuer.


Zum Glück sind eine Brandschutzdecke,
ein Feuerlöscher in der Ecke,
womit den Brand er schließlich hemmt,
bis ganz das Feuer eingedämmt.
Die Katze sitzt jetzt still am Fenster
und scheut des Rauches Rest-Gespenster.


Verrußt das Zimmer, schwarz der Tisch,
was kürzlich noch roch waldesfrisch,
das müffelt nun verkohlt, verbrannt,
Paul Ernst, der jetzt klar bei Verstand,
räumt auf und wirft den Asche-Dreck
schnell auf den Müll, damit er weg.


Dann streichelt er die Katze, blass
vom Schreck gezeichnet, weiß wohl, dass
sie ihn, den Leichtsinn so geplättet,
durch ihre Wachsamkeit gerettet.
“ Ja“,sagt er sich,“ so manches Tier
erweist sich schlauer oft als wir.“


© Foto Und Text: Ingrid Herta Drewing