Archive for April 2024

 
 

Wintereinbruch im April

Ein kühler Wind weht durch die Wälder.
Wo Lenz der Bäume lindes Grün
noch unlängst ließ so hell erblüh’n,
treibt er den Schnee auf Park und Felder,
lässt Winter nun erneut einzieh’n.

Gehüllt in Schnee im Garten Bäume.
Was für die Immen schien von Wert,
von uns gereift als Obst begehrt,
des Kirschbaums zarte Blütenträume
feucht, kalt die weiße Last beschwert.

Der Vögel Lieder da verstummen.
Als sei vorbei ihr Frühlingsfest,
sie sitzen schweigend im Geäst;
Insekten, Bienen nicht mehr summen,
auch ruht der Bau am neuen Nest.

Das sei April, die Kapriolen
hab häufig er gezeigt, bekannt,
den Lenz bedacht mit Winters Tand.
Jedoch ich wünsch’ mir unverhohlen,
dass Frühling heimkehrt hier ins Land.

© Text: Ingrid Herta Drewing,
Foto: Nachrichten ARD

Blütenbaum

Der Taschentuchbaum,
ein Exot, reichlich bestückt,
grüßt im Nerotal.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Aprilwetter

April, April! Der Winter will
den Frühling hier noch necken
und holt aus den Verstecken,
was er gespart im Januar,
lässt Holle schütteln aus ihr Füll.
Und nun wirkt Lenz doch sehr bizarr.

Ihr Blütenköpfchen recken,
blauäugig aus dem Schnee,
die Veilchen in die Höh’,
und auch der Tulpen stolze Schar,
sonst leuchtend hier so farbig klar,
will weißer Pelz bedecken.

So soll’s nicht bleiben! Sonne heiß‘
den Winter, zu verschwinden,
sollst alles hier entbinden
von dieser kühlen Sternenschar.
Dein Licht nun strahlend heiß hier gleiß‘,
mach‘ Frühling wieder wahr!

© Text: Ingrid Herta Drewing,
Foto: Nachrichten ARD

Im Nerotal am 17.April 2024

In lindem Laub sich viele Bäume zeigen,
April trägt schon des Maien grünes Kleid,
auch weht er wild viel Blüten von den Zweigen,
die aus den Knospen wuchsen vor der Zeit.

Jedoch vermag hier dennoch zu behüten
der Davidia seinen Frühlings-Schatz,
der Taschentuchbaum zeigt die weißen Blüten
im Nerotal als Ziergehölz am Platz.

Des Schwarzbachs Wasser strömen, leise rauschen;
Sumpfdotterblumen leuchten dort in Gold.
Und auf der kleinen Brücke darf ich lauschen
dem Lied der Amsel; es erklingt so hold.

Beglückt erleb den Park ich, geh’ spazieren,
erfreut genieße ich, was mir gefällt;
doch lässt der Klimawandel mich sinnieren,
wie sich noch wandeln wird die kleine Welt.

© Fotos u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Gänseblümchen-Wiese

Der Gänseblümchen kleine Sterne
sie zieren Wiesen hier am See;
es sendet Lenz in Winters Ferne
sein schönes Bild, den Blütenschnee.

Und abertausend Blümchen geben
auch als Geschenk den süßen Duft,
der über ihrem Teppich Weben
erfüllt so lieblich hier die Luft.

Die zauberhaften Blüh-Gesichter,
ein zartes Lächeln, Elfen gleich,
sie leuchten wie des Lebens Lichter
nun lind und fein in Frühlings Reich.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Am Warmen Damm

Frühling

Hoch über grünen Weiten
grüßt zart ein helles Blau,
und Wolken, die dort gleiten,
scheint Zephir sanft zu leiten
in himmlisch schöner Schau.

Im Park hier, nah den Wegen
lehnt Frühling lind und träumt
von reichem Blütensegen;
Natur mag lächelnd hegen,
was grün den Schwarzbach säumt.

Zierkirschen zärtlich zeigen
ihr rosa Farb-Gesicht;
vorbei des Winters Schweigen,
nun ihre Zweige neigen
sich hin zum Sonnen-Licht,
ein blühendes Gedicht.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Nerotal

Amselgesang

Kleine Amsel, dort im Grünen
thronst du, singst dein helles Lied.
Frühling schenkt dir seine Bühnen;
und ich lausch den lieblich-kühnen
Solos, froh wird mein Gemüt.

Abends hör’ ich, früh am Morgen
deine schöne Melodie,
und ihr Klang vertreibt die Sorgen,
fühl’ mich frühlings-leicht geborgen,
Wohlgefühl in Harmonie.

Als erwache mir mein Leben
hier aus dunklem Traum und Weh,
dürfe neu im Licht erbeben,
von Gesang und Duft umgeben,
Blütenpracht, so weit ich seh’.

© Text: Ingrid Herta Drewing,

Video: Von Sarah Funk, meiner Enkeltochter

FRÜHLINGSHOFFEN

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(Video „Amselgesang“ von Sarah Funk)

Es dringen Frühlings zarte Klänge
so lieblich mir in Seele, Sinn.
Vorbei des Winters Fröste, Zwänge,
der fahlen Nebel müde Enge!
Nun schenkt uns Licht den Farb-Gewinn.

All überall erwachen Blüten,
erhellen Wiese, Busch und Baum.
Wo kürzlich war noch Sturmes Wüten,
singt Lenz das „Hohe Lied“ der Mythen,
verwebt hier neu des Lebens Traum.

Da trägt auch mich ein stilles Hoffen,
schenkt sanft der Freude warmes Licht
und wehrt dem Leid, das uns betroffen;
ich wähn’ des Friedens Pforten offen
und schau nach vorn mit Zuversicht.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

GEWITTER AN OSTERSONNTAG

Ein Wetterleuchten blinkt dort in der Ferne
noch spielt der Wind nur in den Wipfeln leicht.,
bis er dann Sturmes Stärke schnell erreicht
und schwarz die Wolkenwand verdeckt die Sterne.

Wild rasen gleißend Blitze und erhellen
die Nacht, gefolgt von lautem Donnergrollen,
ein Wolkenbruch lässt prasselnd Regen zollen
und Hagelkörner durch die Lüfte schnellen.

Wo kürzlich Osterfeuers Flammen stoben,
sieht man erstaunt nun das Gewitter toben,
und Regen löscht der Feuerschale Glut.

Allmählich zieht es weiter, und dort droben
wirkt wieder ruhig das Dunkel sanft verwoben.
Wir atmen frische Luft nach Regenflut.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing