Archive for the Category Juni

 
 

Juni-Sonett

Zum Abschied zeigt er sich im Frühlingsbilde;
in Wäldern, Gärten grüßt ein frisches Grün,
und viele Pflanzen leuchtend hell erblüh’n.
Nach sanftem Regen gibt sich Juni milde.

Schon früh am Morgen tönt der Amsel Singen.
Sie führt hin zu der Sänger Jubelchor;
ihr Melodienreigen schallt empor.
Dem Sonnengruß gilt hier ein lieblich’ Klingen.

Da sind noch fern die Sorgen, banges Fragen.
Auch du vergisst, was sonst nicht gut bestellt,
den Menschen gar das Leben arg vergällt.

Beherzt beginnst du nun dies’ frohe Tagen
und dankst dem Schöpfer für die kleine Welt,
wo die Natur harmonisch dir gefällt.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

JUNI

Der Juni spielt April zur Zeit ,
mischt Sonnenschein mit Regen,
zeigt donnernd sich im Blitze-Kleid,
und macht auch kühl die Schultern breit,
doch grünt ’s an allenWegen.

Es wuchern Büsche, Gras und Kraut,
das ruft nach Jäten, Mähen.
Die Gänseblümchen blicken traut,
wenn Sonne aus den Wolken schaut,
auch keimt’ s nach kurzem Säen.

Die Vogeltränke, reich gefüllt,
lockt Spatzen, Amseln, Krähen.
Auch Ringeltauben sind gewillt,
nachdem der Elstern Durst gestillt,
zu trinken nach dem Spähen.

Solar-Springbrunnen, weggelegt,
muss noch auf Sommer warten,
wenn wohlig man die Ruhe pflegt.
Sein sanftes Plätschern mich hier hegt
im hellen Blütengarten.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Junimond

Milde Sommernacht,
hoch am Himmel thront der Mond,
Laternen flüstern.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Mai-Ende

Auf diesem Foto strahlt noch Flieder hell.
Doch heute sah ich dort verwelkte Blüten.
Auch wenn der Mai nun endet viel zu schnell,
lockt uns ab Morgen Junis schöne Güte.

Vereinzelt sind verblüht die Lindenbäume,
ihr Duft erfüllte lieblich die Allee,
bescherte Bienen Nektar, Honigträume;
und nasenselig blickt‘ ich in die Höh’.

Und dort, wo jüngst in zarten, weißen Träumen
sich zeigten blühend Kirsch-und Apfelbaum,
mag nun das Reifen nicht die Zeit versäumen,
schenkt grünen Früchtchen ihren Wachstums-Raum.

Es birgt der Augenblick an jedem Tag
in Floras Reich ein wundersames Raunen.
Und Rosenknospen öffnen sich im Hag;
wir dürfen ihre Schönheit still bestaunen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden, Röderstraße, Mai,