Archive for the Category Aktuelles

 
 

Kriegstreiber

Da geifern sie,
Berater, alte Männer,
die Greifer, Falken,
Macht und Krieges geil.

Da zündeln sie,
und Trump schickt Twitter-Renner,
biegt manchen Balken,
lügt sich selbst kein Heil.

Da sollten sie
erweisen sich als Kenner,
doch im Verkalken
zeigen sie ’s derweil.

Nichts bringen sie,
was gut wär, auf den Nenner,
zerstörend walken
sie täglich Zeil um Zeil.

© Ingrid Herta Drewing,2018

Wedding Day in Windsor

Hochzeitssensation,
viele warten schon,
um in Windsors Gassen,
nah Britanniens Thron,
etwas zu erfassen.

Pompöses Theater,
das PR- Berater
als Event begrüßen;
zwar fehlt Meghan’s Vater,
doch regnet ’s Devisen.

Fans der Monarchie
gibt’s dort, so auch hie,
die froh als Touristen,
beglückt wie noch nie,
ihr Fähnchen hoch hissten.

Prinz H. und die Maid,
ViPs ihrer Zeit.
Im Focus das Pärchen,
dies Königsgeleit
für viele ein Märchen.

Wie ’s so um sie steht,
im Honeymoon geht,
die Presse wird ’s wagen,
obwohl ’s obsolet,
Details anzusagen.

© Ingrid Herta Drewing,2018

Friedenssehnsucht

Warda friedrichstr. Magnolien (1)

Fast scheue ich ’s, den Frühling noch zu preisen,
der hier in unsrem Land nun blühend siegt,
Die Leichtigkeit des Lenz ging längst auf Reisen,
denn die Gedanken unaufhörlich kreisen
um diesen Schatten, der auf allem liegt.

Die Mächte, die bereit, flugs zu zerstören
das Leben andrer Menschen, die gewillt,
genügsam in das Dasein zu gehören
und inständig den Frieden hier beschwören,
den Schutz ersehnen, der die Ängste stillt.

So machtlos fühl ich mich, kann nur noch beten,
dass endlich doch obsiege die Vernunft
und nicht der Krieges Lüsternen Raketen,
der Kriegsgewinnler Jagd auf mehr Moneten
sich etablieren als der Staaten Zunft.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing, 2018

Wetterextreme

Für manche wäre Regen Segen,
ein wahres Labsal für ihr Land,
wo Hitze, Trockenheit zugegen
und Wälder stehen heiß im Brand.

Wir hoffen aber, Regen nehme
für eine Weile seinen Hut,
denn hier, im anderen Extreme,
ertrinkt das Land in Wassers Flut.

In rechtem Maß will’s schön anmuten,
ob Wasser oder Sonnenschein.
Wie man so sagt: „ zu viel des Guten“,
das kann wohl kaum ersprießlich sein.

Da liegt der Finger in der Wunde,
weil maßlos sich der Mensch verhält.
Uns zeigt Natur, dass Klimakunde
mit den Prognosen Recht behält.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Trump-Tour

Zuhaus‘ die Innenpolitik
macht Donald Trump wohl sehr zu schaffen.
Es hagelt heftig nun Kritik
und zeigt ihn dort als Lügen-Laffen.
Drum wendet sich Herr Trump mit Grausen
mit Air Force One nun flott nach außen.

Muslimen, jüngst von ihm bedroht
als Abschaum, üble Terroristen,
galt doch sein Einreiseverbot
Islam-Staaten auf seinen Listen.
Doch bei den Saudis in der Runde
zeigt Donald sich in neuem Bunde.

Um dort zu machen seinen Deal –
geb‘ Rüstungsgut, streich ein Millionen-
da kümmerte es ihn nicht viel,
ob man das Menschenrecht wird schonen.
Als böse stehen auf dem Plan
nur Islamisten und Iran.

Und dann dies Bild, ein neuer Schauer!
Der Schein straft jede Ehrfurcht Lügen;
Jerusalem, die Klagemauer
lässt ihn andächtig sich hier fügen.
Es sei privat – für’s Protokoll-
doch medienwirksam Zoll für Zoll.

Schon manche an Impeachment denken,
wenn er vom Ausland ist zurück.
Doch wird er seine Fans beschenken,
postfaktisch wirken Stück für Stück.
Republikaner schätzen Pfründen
werden ihm kaum Entlassung künden.

Ach hätten sie statt Donald Trump
gewählt wohl jenen Mann, den schlichten,
den seinerzeit als Forest Gump
man ließ in Eigenart belichten.
Was war der doch so lieb, bescheiden,
auch müsst‘ man nicht postfaktisch leiden!

© Ingrid Herta Drewing

Das alte LIed

Wer singt hier,hat gesungen
das alte falsche Lied
und hat sich ausbedungen,
dass nun auch noch den Jungen
blauäugig Unheil blüht?

Die Marsch- und Kampfgesänge
nun wieder aufpoliert,
wenn völkisch man die Enge,
die nationalen Zwänge
allseitig postuliert.

Sie wachsen wie die Pilze
auch in Europas Wald,
verflechten sich im Filze;
ihr Populist-Gesülze
kennt Fakten nicht,noch Halt.

Schon mehren die Despoten
die Pfründen, drauf bedacht,
entschlossen auszubooten
die Freiheit der Bedrohten,
zu sichern eigne Macht.

Ach wär’s doch nur Theater,
dies Drama obsolet!
Ein Jago als Berater,
ein Bann on smoky water
doch unsrer Welt nicht steht.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Wider den Terror

Fast schon alltäglich, diese Terrortaten,
der Hass und Wahn, Gewalt, dem Tod verschrieben.
Verwundet, kläglich in den Sog geraten,
auf Leides Bahn dies Leben, das wir lieben.

Der Freiheit Räume werden arg beschnitten,
wenn Sicherheit und Schutz, trotz Argusaugen,
nur vage Zäume denen, die, entglitten,
bestrebt in bösem Nutz, uns auszulaugen.

Da heißt es mutig sein, zusammenhalten,
einander stehen bei, was sich bewährt,
denn keiner kann alleine sicher walten,
und Menschlichkeit, sie sei uns hoher Wert!

Sollten’s auch viele sein, dem Todeswahn ergeben,
langfristig siegen Hoffnung, Freude, Leben!

© Ingrid Herta Drewing,2016

Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt

engel_oEin blauer Himmel,klar,
und mir fällt’s schwer, zu glauben,
was da so bös, bizarr
dort in Berlin geschah,
wo Wahn sich konnt‘ erlauben
zu töten Menschen gar.

Und Trauer trägt der Tag.
Statt heller Freude Weisen,
die man sonst singen mag,
die Opfer heut‘ beklag‘
in dunklen Tönen, leisen,
hofft, dass kein Herz verzag‘.

Doch sagen Mut und Sinn,
dass wir uns nicht ergeben
und nehmen achtlos hin
des Terrors Angstgespinn;
Wir sagen JA zum Leben,
dass Menschlichkeit gewinn‘!

© Ingrid Herta Drewing,2016

Standhafte Wallonie

Jetzt lamentieren laut
die Neoliberalen,
es schade der EU die Wallonie,
die CETA so nicht traut,
nicht abnickt falsches Malen,
Vertrag noch überprüft mit Akribie.

Was Gremien geheim
lang ausgeheckt im Stillen,
wohl fern der Basis, der Demokratie,
das trägt Gefahr im Keim,
folgt der Konzerne Willen,
kann zwingen EU-Bürger in die Knie.

Der Wallonie gilt Dank,
dass hoch sie setzt die Hürden
und sorgsam überprüft, was CETA schreibt,
den Scheck nicht ausstellt blank,
den andre uns aufbürden,
wo jeder sehen muss, wo er dann bleibt!

© Ingrid Herta Drewing,2016

Semiramis

(Leider noch immer aktuell)

Semiramis,
es liegt dein Traum
in Ninive zerschlagen.
Die Blüten deiner Gärten,
einst Babyloniens Klang verwebend,
sie haben jenen toten Hauch
der Zeit erfahren.

Auf deinem Thron der Pracht
nun wüten Kerkermeister.
Nur euer Volk
– in Glut und Staub –
erträgt das alte Weh.
Ja, weine stolze Königin
um Ninive.

© Ingrid Herta Seibel, Wiesbaden,1961