Archive for September 2017

 
 

Herbstmittag

Gingkobäume im Nerotal_o

Wie mild der Wind die Wipfel will bewegen,
wie friedlich still der Tag im Mittag lebt!
Nur seidenleicht ein feiner Blattgoldregen
in zartem Tanze aus den Bäumen schwebt!

Als ob Natur, hier feiernd, zelebriere
ein Abschiedsfest, das allem Schönen gilt,
sie sich noch einmal üppig nun erküre
die Farbenpracht, die licht die Landschaft füllt.

Sterntalermärchen, lind die Blätter schweben,
ich schau hinauf, als führ’ ich himmelwärts,
und fühle mich verzaubert, leicht mein Leben
an diesem himmelblauen Tag im Herbst.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden,Nerotal

Septembermorgen

dscn8005

Kühler Herbstmorgen,
wohltuend wärmt die Jacke.
Auf dem Dach Raureif
nach einer sternklaren Nacht.
Doch Sonne ist versprochen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2017,

Wiesbaden, Nerotal

Frühherbst

Warda herbstlich_o

Mag Frühherbst nun vollenden
dies’ Werk der Reife, Licht
und Sonnengold uns spenden,
mit milden, sanften Händen
verzögern den Verzicht.

Auch wenn im Nebeldunst
er morgens spät erwacht,
schenkt er uns mittags Gunst
als Maler seiner Kunst,
ein himmlisch Blau wirkt sacht.

Das Blattgold in den Zweigen,
des wilden Weines Wand
darf rot gefärbt sich zeigen.
Musik und Erntereigen
verschenkt er unverwandt.

Bucheckern, Eicheln, Nüsse,
Eichhörnchen birgt sie, hebt
sie auf, die Leckerbissen.
Kastanien, Spielgenüsse,
das Kinderherz erbebt.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Am Warmen Damm

Frühherbst-Idylle

Warda- Herbst_o

Jetzt naht die Zeit, die hier mit milden Träumen
das Leben auch am Tage sanft umhüllt.
Ein zärtlich Flüstern regt sich in den Bäumen,
wo sich nun Blatt um Blatt mit Gold erfüllt.

Da rascheln fallend Nüsse, und Maronen
entgleiten ihrem grünen Stachelhaus,
Eichhörnchens Sammelfreude wird sich lohnen,
es sucht sich dort die besten Früchte aus.

Ich sitz‘ im Park, genieß‘ die Mittagsstunde
im Sonnenlicht, das heute warm erstrahlt,
erfreue mich am Schönen in der Runde,
dem Farbenbild, das Herbst so kunstvoll malt.

Zum Sommerabschied dieses stille Walten
bezaubert zart und lässt mich innehalten.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2017

Vorbereitung

Die „ Vögel des Glücks“,
Hunderte von Kranichen
sammeln sich zum Zug,
bei Linum im Havelland
Stärkung vor dem großen Flug.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Die fünfte Jahreszeit

Herbst , Goldbirke, Nerotal

Es ist dies‘ Licht, das alles lässt erstrahlen,
die Luft so seidenweich, fast frühlingsmild!
Das Sehnen nach dem Schönen wird gestillt,
wenn sich die Landschaft fern dem Nebelfahlen
am Mittag zeigt in hellem Farbenbild.

Die fünfte Jahreszeit scheint zu ergänzen,
was die Natur führt sanft zum Ende hin,
lässt müden Sommer ahnen, Herbstbeginn.
Jedoch die Büsche, Bäume golden glänzen
als Augenweide, die berauscht den Sinn.

Da liegt im Abschiednehmen ein Versöhnen,
als flüstere wer zärtlich, unverstellt,
sanft Liebesworte dieser kleinen Welt,
die uns anmutig leuchtend mag verwöhnen,
hier schön geraume Zeit in Atem hält.

© Foto u. Gedicht / Ingrid Herta Drewing,2017

Innerer Monolog

Gut wär’s, könnte ich durch Dösen
mich von Bösem gänzlich lösen,
öffnen alle Haken, Ösen,
die es halten fest, verschnürt!

Doch der Schalk am Lebenstresen
mixt den Trunk, der auserlesen
mir verzeiht, was schlimm gewesen,
was ich noch als Schuld verspürt.

Bin ein Meister im Verdrängen,
fremdbestimmt in dunklen Gängen,
fügend mich den falschen Zwängen,
lässt mich vieles unberührt.

Ja, ich muss mich mehr bemühen,
Strippen kappen, die mich ziehen,
und vernünftig künftig glühen
auf dem Weg, den ich gekürt,
wenn er mich zum Lieben führt.

© Ingrid Herta Drewing

Septembertristesse

Version 3

Ein kühler Wind greift harsch in meine Haare,
kein Indian Summer die Gefilde säumt.
Der Regen rinnt, als ob er offenbare,
dass die Natur von Herbst und Welken träumt.

Jedoch gefallen sich in feuchtem Grünen,
die Büsche, Bäume hier in Park und Wald,
als weile Sommer noch auf ihren Bühnen,
nur zeige sich zum Abschied nass und kalt.

Die grauen Tage früh ins Dunkel fließen,
die Amsel stumm, sogar die Krähe schweigt.
Doch Herbstzeitlosen auf den Wiesen sprießen,
ein zart Geschenk, das der September zeigt.

Auch bleibt die Hoffnung, dass uns bald Oktober
erfreuen wird mit Farben, Gold, Zinnober.

© Foto und Text / Ingrid Herta Drewing

Katastrophenjahr

Die Katastrophen nehmen gar kein Ende.
Mal herrschen Hitze, Dürre, Trockenheit,
und andernorts fällt Regen all die Zeit,
der dort, wo unaufhörlich lodern Brände
nun leider nicht zum Löschen steht bereit.

Es wüten Wirbelstürme und Orkane,
verwüsten, fluten Inseln, Stadt und Land;
die bösen Wetter nehmen überhand.
Der Klimaforscher klares, frühes Mahnen
ward ignoriert und ist uns doch bekannt.

Die Meere, die sich nun zu stark erwärmen,
vertreiben nicht nur mancher Fische Art,
( die Nordsee scheucht den Kabeljau à parte),
Taifune, Hurricans in Wirbeln schwärmen
und rasen auf die Küsten zu mit Fahrt.

Sie treiben hoch mit Kraft des Meeres Wellen,
und krachend stürzt an Land des Wassers Flut.
Der Sturm, entfesselt, tötet Menschen, wirft ihr Gut
weit in die Lüfte, und Hochwassers Schnellen,
sie reißen alles mit in wilder Wut.

Man könnte meinen, dass ein ernstes Mahnen
zu lesen sei als Antwort der Natur
an alle, die hier auf der falschen Spur
und hissen egoistisch Wirtschafts-Fahnen,
den Klimawandel nennen Märchen nur.

© Ingrid Herta Drewing

Septemberlicht

Herbstfarben_o

Noch liegen Nebelschleier auf den Fluren,
es träumen Wald und Park im Morgenhauch.
Vergebens schaust du auf die Sonnenuhren,
denn deren Schattenzeiger ruhen auch.

Als sei tief im Dornröschenschlaf gefangen,
was sonst bewegt, beflügelt hier die Welt,
die durch den Kuss der Sonne kann erlangen,
dass sie erwacht zum Leben, das gefällt.

Wenn dann der Tag sich zeigt in warmen Tönen,
ein himmlisch‘ Blau wird sühnen den Verzicht,
darf Farbenspiel auch deinen Blick verwöhnen,
und hell erstrahlt die Stadt in klarem Licht.

Ja, so erweist September sich als mild,
und es erglänzt der Landschaft golden Bild.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing