Herbstlicht

Wenn die Blätter schweben, fallen,
zieht’s mich in den Park hinaus,
mag, bevor die Nebel wallen,
Herbstes Schönheit kosten aus.

Eine wahre Augenweide
schenken mir dort Busch und Baum,
wie natürliches Geschmeide
wirkt das Laub, ein goldner Traum.

Freudig seh‘ ich dieses Leuchten,
wenn das Licht in Wipfeln schwingt
und nach Tau und Regenfeuchtem
farbenfrohe Töne singt.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,23.11 2018,

Malerin

Mutter Natur, du Malerin in Tönen,
des Lichts Gesang, auch im Vergehen,
lässt du hier täglich neu entstehen,
den Herbsttag zu verschönen.

Und zauberst so nuancenreich
die Fülle deiner Farbpalette,
von dunklem Grün bis Rosa, weich,
von Feuerrot bis Nebelbleich ,
und goldnen Glanz an Deiner Stätte.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Amberbaum

Sommer im Herbst

Es spielt der Herbst jetzt schon mit Malerfarben,
obwohl der Sommer noch nicht weichen will,
durch Trockenheit so mancher Baum muss darben,
sein Laub, das welkte, hängt dort fahl und still.

Noch fehlt der Landschaft der ersehnte Regen.
Wer hätte im Oktober einst geglaubt,
sich in so warmer Umwelt zu bewegen,
dass Sommer währt, als sei er festgeschraubt?

Wenn alle Tage jetzt so sonnig bleiben,
wär’s gut, wenn’s täglich regnete bei Nacht,
sonst müsste man in die Annalen schreiben,
dass Wassernotstand uns zu schaffen macht.

Gemäßigt sollte unser Klima sein,
denn ohne Regen kann hier nichts gedeih’n.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018
Foto Talsperre Edersee / Hessenschau

Ende September

Als wollten sie noch lang im Sommer träumen,
obwohl es herbstet in Septembers Räumen,
so strahlen seidig golden Birken, Linden.
Im Park, befreit vom Nebelkleid, die Bäume
sich mittags hell im Sonnenlichte finden.

Natur mag hier der Landschaft Bild ergänzen,
ein farbig Blätterspiel darf licht erglänzen;
da prangen Busch und Baum noch reich belaubt,
und milde Lüfte uns den Tag kredenzen,
bevor der Spätherbst seine Schönheit raubt.

Jüngst flogen Vogelscharen in den Süden,
sie flohen wohl vor Tagen, regenmüden.
Ich sah sie ziehen, hört‘ ihr Rufen, Schreien.
Ein Abschiedslied, so schien es mir hienieden,
und dennoch auch auf Neubeginn ein Freuen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Nerotal

Septemberende

Sonniger Herbsttag,
das Laub der Bäume leuchtet
in warmen Farben.

Mit himmlischem Blau
spiegelt sich im kleinen Teich
ein Hausgesicht.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Herbstgeschenk

Es schenkt der Herbst uns doch noch milde Tage,
zeigt sonnig sich mit blauem Firmament
und malt den Bäumen seine Lustansage
ins goldne Laub, das rot entflammend brennt.

Als gebe es den Abschied nicht, noch Tod,
lässt er des Lebens Fülle hell erstrahlen
und leuchtend Wilden Weines dunkles Rot
an alte Steine grauer Mauern malen.

Zwar ist ’s ein Aufschub nur, wie wir wohl wissen,
denn bald wird Spätherbst uns in Nebel hüllen;
noch dürfen wir die Freudenfahnen hissen,
und unsre Farben-Sehnsucht schauend stillen.

Bis dann des Winters weiße, stille Zeit
uns träumen lässt von Frühlings Blütenkleid.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing

Herbsttag

Version 5

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Ein golden Leuchten grüßt im Laub der Bäume,
gewährt dem Park ein lichtes, warmes Bild
und schenkt mir, die ich innehalte, säume,
hier nun zur Mittagszeit dies‘ Strahlen mild,
noch einmal jene hellen Hoffnungsträume.

Zwar zogen jüngst die Schwalben in den Süden,
es schien, als heiße Spätherbst schon mit Macht,
sich zu verlieren kühl im Regenmüden,
wenn jeder Tag verspätet erst erwacht,
im Nebelgrauen spielend die Etüden.

Doch heut gewährt die sommerliche Stunde
den Glanz der Sonne, spiegelt sich im See,
und letzte Rosen, dort bei der Rotunde,
verschenken Blütenduft, fern Dornen, Weh.
Ein sanftes Lächeln, Floras Abschiedskunde.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Sommers Abschied

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Noch flüstert der September
mir sommerlich ins Ohr
und schenkt als sein „Remember“
den Indian-Summer-Chor.

Da darf im Golde strahlen
das Laub an Busch und Baum,
bevor im Nebelfahlen
erlischt auch Herbstes Traum.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2017

Oktobermorgen

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Die Landschaft liegt verschleiert da und schweigt.
Kaum kannst du hier noch die Konturen sehen,
hörst nur das dumpfe Krächzen zweier Krähen,
das dort im Garten aus dem Nebel steigt.

Als übe nun der Herbst Verpackungskunst
und wolle alles, was noch glänzt, verhüllen,
was froh als Augenweide mag erfüllen,
der Blätter goldne Farbe, seine Gunst.

Doch bald erstarkt die Sonne, warmes Licht
wird dies‘ beenden, graue Nebel weichen.
Der Bäume Farbgesänge werden uns erreichen
und Indian Summer schreibt noch sein Gedicht.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2016

Herbstgunst

dscn6458-1Der Nebel fiel, ein kühler Morgen
zeigt uns den Tag in hellem Licht.
Was vormals trübe lag in Sorgen,
liegt nun im Sonnenschein geborgen,
und Himmelblau schenkt klare Sicht.

Der junge Herbst macht seine Runde,
bemalt die Büsche, Bäume fein,
lädt ein, im Park bei der Rotunde
für eine kleine Feierstunde
zur Vernissage sein Gast zu sein.

Da glänzt der Birke goldne Seide,
in Rot entflammt der Amberbaum.
Der See ein Funkeln, Lichtgeschmeide,
die Landschaft wird zur Augenweide,
und Herbstes Kunst füllt hier den Raum.

© Ingrid Herta Drewing,2016