Alte Bäume

alter baum, Warda

(Nachtrag zum Tag des Baumes, 25.04.18)

Es tragen die alten Bäume
in ihrem zerfurchten Gesicht
vergangener Zeiten Träume
der weiten, hellen Räume
an Tagen in goldenem Licht.

Der flirrenden Sommer Grünen,
das Herbstrot, dies’ Flammenmeer,
der Schnee auf Winterbühnen,
berauschendes Frühlingssühnen
dort irrlichtern noch umher.

Und manchmal hörst du es raunen,
dann flüstern die Wipfel leise:
“Vergiss deine Hast, die Launen,
erlerne wieder das Staunen,
wir werden den Weg dir weisen!“

© Fotos u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Sehnen nach dem Frühling

KIRSCHBLÜTEN, WARDA_o

Es rinnen meines Lebens Stunden
im Grau dahin; des Winters Sinn
hält uns noch tief und fest gebunden,
als habe er hier Halt gefunden,
verwehrend Frühlings Neubeginn.

Der Sonne Licht kann nicht durchdringen
der Wolken dichte, dunkle Wand.
Eis trägt der See, des Baches Springen
verlor sein munter gluckernd Singen,
erstarrt er sich an Schwellen fand.

Doch ich will fest auf Frühling hoffen,
erwarte Tage, die im Licht
dann alles, was von Frost betroffen
erneuern, weit für Leben offen,
vorbei sei Winters Farbverzicht!

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Frühlingstraum

Kurpark, Schneerest_o

Noch halten Eis und Schnee frostig gefangen,
was sonst im Tale hier sprießt.
Winter lässt Lenz in sein Reich nicht gelangen,
erstarrt ruht, was gar so gern fließt.

Trüge doch Frühling die Blütengewänder,
die ihm der Winter vertauscht,
zierten vielfarbig die blühenden Bänder
Wiesen, der Bach munter rauscht‘!

Vögel, die lieblich in Wipfeln dort singen,
seidenweich, milde die Luft
zärtlich erbebe im Schwingen und Klingen,
neu schenke Frühling den Duft!

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Schneegestöber im März

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Es tanzt der Schnee vor meinem Fenster.
Die Flocken stieben wild im Wind,
jetzt, da des Winters Frostgespenster
doch rau zurück gekommen sind.

Was mir zur Weihnacht Freude brächte,
erscheint mir nun als kalter Hohn.
Ich sehne mich nach milden Nächten
und Frühlingsduft, der Blüten Lohn.

Ich hoff‘, wir müssen nicht lang warten,
zeigt der Kalender doch die Zeit:
Bald wird der Frühling lieblich starten,
der uns von Winters Macht befreit.

© Fotos u. Text / Ingrid Herta Drewing

Schnee

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Des Winters Katze heimlich kam zur Nacht
und hat mit weichen, weißen Sammetpfoten
hier Wiesen, Busch und Baum im Tal bedacht.
Und dort, wo Frost und Eiseskälte drohten,
liegt sie beschaulich, hält im Schnee die Wacht.

Dachgauben prangen nun mit weißen Hauben
sogar die Schornsteine in hellen Mützen,
und auf dem Dachfirst putzen sich die Tauben
ihr zart Gefieder, das sie nachts soll schützen,
wenn Fröste sich den Zugriff noch erlauben.

Mir kommt ’s so vor, als sei‘ s ein Abschiedsspiel,
das Winter jetzt noch einmal schön hier gibt,
Aufmerksamkeit auf seine Kunst mag lenken,
bevor er hoch im Norden sucht sein Ziel.
Dann wird der junge Lenz, ins Licht verliebt,
die Landschaft zieren, wecken Blüten viel
und uns mit Vogelliedern reich beschenken.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Erster März

Version 2

Und es erstarb der Pflanzen Blütenleben,
das unlängst noch genährt durch milde Luft.
Denn Winters Rückkehr stoppte grünes Streben,
verfrühten Glanz und Hyazinthen-Duft.

Was uns an Lenzlicht denken ließ im Garten,
liegt nun von Frost und Eis im Beet gefällt,
sogar der Gänseblümchen mutig‘ Starten
verblich im Raureif kalter Wiesenwelt.

Die Vögel, die sich leichthin aufgeschwungen,
schon sangen in der frühen Morgenstund,
verstummten, von der Kälte hier bezwungen,
trotz Himmelblau und goldner Sonne Rund.

Obwohl sich wetterwendisch Winter zeigt,
will ich doch noch auf Frühlings Nahen hoffen.
Der Sonnenbogen täglich höher steigt,
bald steh’n dem Südwind alle Türen offen!

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Winterintermezzo

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Des Morgens Kälte streift mir Kinn und Wange.
Und wieder herrschen Fröste im Revier,
obwohl des Frühlings Boten uns schon lange
beglückten hier mit ihrer zarten Zier.

Verwandelt, was jüngst blauer Himmelsspiegel,
wo erste Schwanenpaare tanzten traut,
erneut der See, ein weißes Jade-Siegel,
ruht blass, erstarrt in trägen Eises Haut.

Doch ich mag noch von neuem Leben träumen,
denn Sonne strahlt, erfüllt die Welt mit Licht,
weckt flüsternd Knospen hier in Büschen, Bäumen,
wo bald mit Blühen, Grünen Frühling spricht.

Des Winters Rückkehr, kurzes Gastspiel nur;
bald wirkt der junge Lenz in Wald und Flur!

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Krähe am Wasserloch im Winter

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Ach könnt‘ ich wie die Vögel hier
nur auch im Wasser schwimmen!
Ja ganz gewiss geläng‘ es mir,
beim Futterfangen im Revier
mich schneller abzustimmen.

Hier auf dem Eis heißt es wohl warten
für meine Brüder und für mich,
wenn neu den Wurf ein Kind wird starten,
dass dann auch für uns Vogelarten
das Futter fällt auf unsren Tisch!

So lauer ich, hab keine Eile,
fang auf Brotkrumen noch im Flug,
und dauert es auch eine Weile,
find ich doch meine Futterzeile,
wir Krähen sind geduldig, klug.

© Fotos u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Am Warmen Damm im Winter

Wies,Warda, Eisloch Kopie

Es griff des Winters kalte Hand
der Landschaft ins Gesicht,
amphibisch Bach und Teich er fand.
Die Haut aus Eis noch nicht verschwand
trotz heller Sonne Licht.

Am Wasserloch die Vogelschar
Nilgänse,Krähen, Enten
sich sammeln, heischen Futter gar,
das hier manch kleines Kind,fürwahr
erfreut mag ihnen spenden.

Sogar die Möwen, die am Rhein
sind eigentlich zu Haus,
sich mischen munter da mit ein
und picken auch die Krumen fein,
nicht gehen leer so aus.

Das alles schwimmt und watschelt dort
Am Warmen Damm; Wiesbaden
wird hier zu vieler Vögel Hort,
die friedlich warten brav vor Ort
auf neue Futter-Gnaden.

© Fotos u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Wintermorgen

Winterweite, Nerotal,2017jpg

Herr Winter kam heut zu Besuch,
klammheimlich über Nacht,
hat’s Schneekind mitgebracht,
das hier in weißes, weiches Tuch
gehüllt die Landschaft sacht.

Nun scheint die kleine Welt zu träumen;
als sei ein Wunsch erfüllt,
ruht alles still und mild.
Ein Zauber liegt auf Büschen, Bäumen
schenkt sich in sanftem Bild.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing