Zu früher Frühling

Vom Winter träum‘ ich, obwohl Frühlingsmilde
sich hell ins Antlitz dieses Tages flicht,
und regenfeuchte Wiesen, Grüngefilde
verändern was dem Jahreszeitenbilde
im Januar als Wetter sonst entspricht.

Zu früh! Zu warm! Was soll wohl hier noch werden?
Den Bäumen schadet ’s, denn die Schädlingsbrut
vermehrt sich ohne Frost, und sie gefährden
die Wälder, Borkenkäfer; Wanzen da auf Erden,
tun auch den Garten-Pflanzen gar nicht gut.

Wird Frühling uns nun ganz vom Winter trennen,
mag man begrüßen zwar solch milde Zeit.
Jedoch, was wir als Erderwärmung kennen,
ernüchtert, nun „den Klimawandel“ nennen,
hält Schreckensseiten zukünftig bereit.

Down under, wo jetzt Sommerbrände wüten,
zeigt uns im Spiegel die Gefahr, die droht.
Wo grüne Eukalyptus-Wälder blühten,
Koalas kletterten, das Schafe-Hüten
so friedlich war, herrscht Not durch Feuertod.

© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing

Novembermorgen

November, die Nebel kreisen
noch über Garten und Haus,
tauschten mit Frost nachts die leisen
Raureif-Gespinste aus.

Auch dort im Park auf den Wiesen
schimmert ein eisiger Flaum,
bald mag die Sonne begrüßen
den Morgen, noch nistend im Baum.

Wiesbaden, Nerotal

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Novembermorgen im Nerotal

Der Tag erwacht, zeigt Raureif im Gelände,
den Frost und Nebel wirkten in der Nacht,
darf glitzern durch der Sonne Strahlenhände,
auch die Laterne ist nun Teil der Pracht.

Sie schenkt uns noch den Park als Augenweide;
der Blätter Farbenspiel erfreut den Blick,
und ich erschau‘ dies schimmernde Geschmeide
hier beim Spaziergang froh als Morgenglück.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing, 2018,

Wiesbaden, Nerotal

Herbstversprechen

Des Herbstes graue Nebelschritte streifen
durch Gärten, wo er hell im Farbenglanz
noch gestern ließ die Bäume Licht ergreifen
und milde Lüfte durch die Äste schweifen,
die Blätter schweben sanft in lindem Tanz.

Als habe er vergessen sein Versprechen,
das er mit seinem goldnen Leuchten gab,
lässt er sogar den Frost sich jetzt erfrechen,
an allem, was so schön hier, sich zu rächen,
zu wirken rau gereift der Rose Grab.

Sagt: „ Schweige still, denn alles muss vergehen!
Doch wisse, es gibt eine Wiederkehr,
dann darfst du dieses Lebens Schönheit sehen,
der Blüten Pracht wird hier erneut entstehen,
wo nun noch Nebel trügt, herrscht Sonne hehr!“

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Kurpark

Schneegestöber im März

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Es tanzt der Schnee vor meinem Fenster.
Die Flocken stieben wild im Wind,
jetzt, da des Winters Frostgespenster
doch rau zurück gekommen sind.

Was mir zur Weihnacht Freude brächte,
erscheint mir nun als kalter Hohn.
Ich sehne mich nach milden Nächten
und Frühlingsduft, der Blüten Lohn.

Ich hoff‘, wir müssen nicht lang warten,
zeigt der Kalender doch die Zeit:
Bald wird der Frühling lieblich starten,
der uns von Winters Macht befreit.

© Fotos u. Text / Ingrid Herta Drewing

Erster März

Version 2

Und es erstarb der Pflanzen Blütenleben,
das unlängst noch genährt durch milde Luft.
Denn Winters Rückkehr stoppte grünes Streben,
verfrühten Glanz und Hyazinthen-Duft.

Was uns an Lenzlicht denken ließ im Garten,
liegt nun von Frost und Eis im Beet gefällt,
sogar der Gänseblümchen mutig‘ Starten
verblich im Raureif kalter Wiesenwelt.

Die Vögel, die sich leichthin aufgeschwungen,
schon sangen in der frühen Morgenstund,
verstummten, von der Kälte hier bezwungen,
trotz Himmelblau und goldner Sonne Rund.

Obwohl sich wetterwendisch Winter zeigt,
will ich doch noch auf Frühlings Nahen hoffen.
Der Sonnenbogen täglich höher steigt,
bald steh’n dem Südwind alle Türen offen!

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Winterintermezzo

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Des Morgens Kälte streift mir Kinn und Wange.
Und wieder herrschen Fröste im Revier,
obwohl des Frühlings Boten uns schon lange
beglückten hier mit ihrer zarten Zier.

Verwandelt, was jüngst blauer Himmelsspiegel,
wo erste Schwanenpaare tanzten traut,
erneut der See, ein weißes Jade-Siegel,
ruht blass, erstarrt in trägen Eises Haut.

Doch ich mag noch von neuem Leben träumen,
denn Sonne strahlt, erfüllt die Welt mit Licht,
weckt flüsternd Knospen hier in Büschen, Bäumen,
wo bald mit Blühen, Grünen Frühling spricht.

Des Winters Rückkehr, kurzes Gastspiel nur;
bald wirkt der junge Lenz in Wald und Flur!

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Schneegestöber in Bayern

Es tanzt der Schnee vor meinem Fenster.
Die Flocken tummeln sich im Wind,
jetzt, da des Winters Frostgespenster
doch rau zurück gekommen sind.

Was mir zur Weihnacht Freude brächte,
erscheint mir nun als kalter Hohn.
Ich sehne mich nach milden Nächten
und Frühlingsduft, der Blüten Lohn.

Ich hoff‘, wir müssen nicht lang warten!
Schon in drei Tagen wird es Mai;
dann wird erneut der Frühling starten,
und Winters Spuk ist bald vorbei!

© Ingrid Herta Drewing

Winter und Frühling

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Des Winterkönigs frostiges Geleit
bannt muntre Bäche,Teiche, Flusses Hafen.
Wohin man schaut, zeigt er ein eisig‘ Kleid,
sogar der See scheint still und stumm zu schlafen.

Noch unlängst zierte rieselnd hier der Schnee
die Büsche, Bäume,Hecken, Felder, Wiesen,
als wolle zärtlich eine gute Fee
der Erde den Dornröschenschlaf versüßen.

Doch noch befolgt der Frost harsch Winters Zeit,
bis März muss auch der Frühlingsprinz hier darben.
Dann aber ist er flugs dazu bereit,
ins Land zu ziehen, hissend seine Farben.

Und wir begrüßen ihn in seiner Milde,
wenn Vögel singen hell im Blütenbilde.

© Fotos und Text / Ingrid Herta Drewing,2017

Wintermorgen im Nerotal

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Zart grüßt der Tag;die Morgenröte
im Osten mischt sich ins Türkis.
Als ob ein Aquarell er böte,
die Farbe in Pastell zerfließt.

Vom Reif die Landschaft angehaucht,
ein Silberweiß, nur sanft Kontrast.
Sich kräuselnd tanzt ein zarter Rauch,
der überm Dache Himmel fasst.

Im Frost ruht vieles noch erstarrt.
Auf der Kastanie kahlen Ästen,
da sitzen traulich und apart
zwei Krähen still als Wintergäste.

Wenn Sonne wärmend sie belebt,
erheben sie die schwarzen Schwingen;
und kurz ihr knarrend Krächzen schwebt
mit ihnen über allen Dingen.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing