Tagen im November

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Nicht mehr nur nebeltrüb und grau,
nicht dies Novemberbild
den Tag heut hier erfüllt!
Aus hell besternter Nacht
der Morgen klar erwacht,
die Luft fast frühlingslau.

Der Himmel weitet sich in Blau,
im Osten Morgenrot
am Horizont verloht,
wo nun der Sonne Licht
in goldnem Strahlen spricht
von schöner, reiner Schau.

Auch du, nicht mehr gefangen, müd‘,
noch alltagstrist erschlafft,
fühlst wieder, wie dir Kraft
in Körper, Seele dringt
und singst so, neu beschwingt,
nun froh dein helles Lied.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2017

Volkstrauertag

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Der Himmel milchiggrau, der Sonntagmorgen
ruht tief im Nebel, und so sonnenfern
erscheint die Landschaft, Farben sind verborgen;
nur ahnen kann man noch den hellen Stern.

Hoch auf dem Dach die schwarzen Krähen schweigen.
Sie sitzen stoisch dort, ein passend Bild
den Trauertagen des Novembers eigen,
der das Vergängliche uns klar enthüllt.

Wir, die der vielen Toten heut‘ gedenken,
denen die Kriege raubten früh das Leben,
wir wollen unser Handeln richtig lenken,
dem Hass entsagen und nach Frieden streben.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Südfriedhof, Kriegsgräber

Spätherbstmorgen

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Nebel, Novembergesicht,
Schleier verhangen der See,
feuchtkalt der Morgen spricht
leise von Abschied und Weh.

Verstummt die Farbengesänge
des Herbstes im Sonnenlicht;
über die goldenen Hänge
wabert die milchgraue Schicht.

So, als sei Schweigen erkoren,
singt heut‘ kein Vogel zum Fest,
Krähen nur sitzen verloren
oben im kahlen Geäst.

Und dennoch nähr‘ ich dies Hoffen,
dass bald ich Klarheit erschau.
Es zeige der Himmel uns offen
die Wintersonne im Blau.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2017

November

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Tief dringt das Dunkel jetzt schon in die Tage,
die kaum erwachen aus des Nebels Grau,
stimmt an ein Lied in Moll als Trauerklage,
als ob Natur nun traurig Abschied sage
den kahlen Bäumen und dem Wiesentau.

Jüngst zogen auch die Kraniche nach Süden.
Ich sah ihr Siegeszeichen, ihren Flug,
als letzten Gruß an die, die hier geblieben,
wie sie’s, laut rufend, in den Himmel schrieben,
hoch in den Lüften Hunderte im Zug.

Wohl möchte mancher gern mit ihnen ziehen.
Jedoch wir trotzen dem Novemberleid
und bleiben, werden nicht die Heimat fliehen.
Denn bald wird, was jetzt trübe, neu erblühen,
wenn in der Sonne glänzt des Raureifs Kleid.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2017

Novemberimpressionen

Nun mausern sich rasch auch die Bäume im Wind,
beenden das Farbenrauschschwelgen.
So stürmisch beflügelt sind Blätter geschwind,
sie wirbeln und trudeln und tanzen noch lind,
als gebe es nicht das Verwelken.

Das Krähenvolk, stoisch, thront hoch im Geäst,
als könne die Krone es hegen,
wo nun nach des Herbstes hell leuchtendem Fest
nur spärlich noch flattert vom Laube der Rest,
bevor er bald liegt auf den Wegen.

Novembernebel mag hier nun verhüllen
die Landschaft, den klaren Blauhimmelblick.
Wir werden die Sehnsucht nach Schönem stillen,
und unser Zuhause mit Wärme füllen,
behaglich gestalten das kleine Glück.

© Foto u.november-im-nerotal_oText / Ingrid Herta Drewing

Novemberlicht

Der Tag im Alltagsgrau verstrickt,
die Nebelgeister tanzen Reigen.
Wohin man geht, wohin man blickt,
liegt nun die Landschaft still entrückt.
Sogar die Krähen üben Schweigen.

Die Bäume stehen nass und kahl
Spalier im Park gleich Spukgestalten.
Kaum noch Konturen, nebelfahl,
gilt dem Spaziergang keine Wahl,
jetzt magst du dich dort nicht aufhalten.

Geborgen, weilst du gern zu Haus‘,
hier, wo dir Wärme nun zu eigen.
Nur,wenn du’s musst, gehst du hinaus,
sonst wählst Gemütlichkeit du aus,
lässt Kunst ihr helles Licht aufzeigen.

Magst Malerei, ein gutes Buch,
genießt Musik, die schönen Klänge,
sitzt am Kamin, ein warmes Tuch
schützt dich vor Zug, Erkältungsfluch,
und freudig dichtest du Gesänge.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Herbstermunterung

dscn6501Da geht sie hin, die helle Zeit,
als offen standen Fenster, Türen;
und auch das leichte Seidenkleid
darf wohl den Sommer nicht mehr spüren.

Nach innen kehrt sich bald das Leben,
wenn es vor Kälte, Nebel flieht
und, um die Stimmung anzuheben,
gemütlich, warm sein Nest versieht.

Und sollten draußen Stürme toben,
so ist ’s doch heimelig am Herd.
Geselligkeit ist da zu loben,
denn Frohsinn hat sich stets bewährt.

Auch in der trauten Zweisamkeit
hält man einander lieb, gekuschelt,
erträgt die Unbill kühler Zeit,
wird manches auch dabei verwuschelt.

Und solltest du alleine sein,
musst du nicht gar vereinsamt leben.
Ein gutes Buch, Musikklang, rein,
das Internet soll’ s auch noch geben.

Verbindung halten, wie ’s gefällt;
beim Fernseh’n, Talkgast in der Runde,
erfährst du aus der ganzen Welt
wohl auch die allerneueste Kunde.

Da ist der Fortschritt doch zu preisen,
der es, wenn wir sind immobil,
uns noch erlaubt, weit zu verreisen,
und sei ’s nur der Gedanken Spiel.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Trost im November

Novemberstimmung hat uns wieder
sanft eingeholt, der Nebel steigt.
Vergessen sind die Sommerlieder;
es liegt das Tal ergraut und schweigt.

Auch dort im Park die Papageien
verscheuchte Nebel wohl ins Nest,
verstummt ist nun ihr lautes Schreien,
ihr munteres Platanen-Fest.

Die Bäume stehen, kahl geworden,
beraubt der bunen Blätterzier
von rauen Winden aus dem Norden,
gleich Spukgespenstern noch Spalier.

Doch auf dem Schlossplatz setzt man Lichter,
Sternschnuppenmarkt sei hier sodann!
Adventszeit, lächelnde Gesichter,
und Freude zählt die Tage an!

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2016

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Verregneter Tag

Heut ist’s mir so novemberlich,
ein Tag verhüllt in Grau.
Ich hätt’s so gern septemberlich
mit Indian-Summer, blau.

Dass golden möge Herbst bemalen
der Bäume Blätter kühn,
Kastanien locke, aus den Schalen
braun glänzend zu entfliehn.

Jedoch da Dauerregen fällt,
entbehrt die Landschaft Licht.
Deshalb zeigt sich die kleine Welt
mit traurigem Gesicht.

Am Wochenende werd‘ es schön,
versprach die Wetterschau,
dann könne man spazieren gehn
in Park und Wald und Au.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Spätherbst

Nasskalter Morgen,
die Nebelfee tanzt um’s Haus.
Der Samowar summt.

© Ingrid Herta Drewing