Archive for the Category Rosen

 
 

Beim Anblick der Rosen

Es glühen hier im Abendrot die Rosen,
als sähen sie schon ihren Abschied nah’n.
Im letzten Licht dies zärtliche Liebkosen
und Duften wie im Goldsamt die Mimosen,
die wir im Lenz in neuem Leben sah’n.

Doch webt sich Wehmut mir ins traute Bild,
dies Wissen, dass nichts stetig darf bestehen.
Nicht nur das Hässliche, das grausam wild,
nein auch das Liebe, das in Wärme mild,
es muss trotz seiner Schönheit still vergehen.

„Memento mori!“ sagten einst die alten,
bekannten Dichter des Barock, die Weisen.
Auch ich, die doch verschont von schlimmem Walten,
weiß, dass uns nichts bleibt dauerhaft erhalten.
Drum will ich dennoch Schönes, Liebes preisen,
erleben, was beglückt auf dieser Erde,
bevor auch ich dann abberufen werde.

© Bild u. Text: Ingrid Herta Drewing

Rose

Der Rose Schönheit
für den Winter bewahren,
vom Duft noch träumen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Maimorgen

Der Tagesmond am Himmel thront.
Die Sonne strahlt, und lichtes Blau,
so wolkenlos, fast ungewohnt,
beschirmt hier hell nun Tal und Au.

Auf dem Balkon in frischer Luft
begieße ich in aller Frühe
die Rose, atme ihren Duft
und hoffe, dass sie knospe, blühe.

Ein Maien-Tag so frühlingsmild,
wie ich ihn mir herbei gesehnt,
schenkt morgens schon ein schönes Bild,
Lenz lächelnd bei den Rosen lehnt.

© Foto u. Gedicht / Ingrid Herta Drewing,

Herbstlich

DSCN6323
Es darf, obwohl Spätsommers Feuer schwelen,
ein himmlisch‘ Blau beschirmen klar die Welt,
beglücken sonnig unsre Sinne, Seelen,
bevor die Nebelschleier grau verhehlen,
was uns an Farbenvielfalt so gefällt.

Noch mögen seine Blicke zärtlich liegen
auf jener letzten Rosenfeuer Glut.
Die Freude wird im Erntetanz obsiegen,
wenn sich Verliebte an das Leben schmiegen,
einander schenken Glück, auch Schutz und Hut.

Und rauben Stürme bald das Laub den Bäumen,
sind sie, die jetzt im Golde glänzen, kahl,
wird, wenn die Blätter ruhen, Stämme säumen,
die Landschaft in des Raureifs Silber träumen,
erglänzen, leuchten neu aus Nebels Fahl.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Gloria Dei

Version 3
Als stünde es in Abendscheines Flammen,
so schön erblüht der Rose Angesicht,
Und lieblich flicht ihr milder Duft im Licht
der Sonne, die so heiß im Mittag spricht,
mir hier des Sommers Leichtigkeit zusammen.

Und immer wieder neue Knospen sprießen,
die Blüten sich entfalten, wohl geborgen.
Was sorgsam war verhüllt, darin verborgen,
darf freudig ich erschauen jeden Morgen,
wenn ich beginn‘ die Pflanze zu begießen.

Es will mir fast als Sinnbild auch erscheinen,
wie sie hier zelebriert ihr Wachsen, Blühen,
das Reifen, vor dem Welken noch ein Mühen,
wie unser menschlich‘ Leben, dies Erglühen,
das uns nur kurz auf Erden wird vereinen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2017

Rosenbild

Version 3

Der Rosen Schönheit
für den Winter bewahren,
vom Duft noch träumen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Rosenblüte

Rose_o

Zart sind erblüht die ersten Rosen,
im Licht erwacht aus Traum und Nacht.
Ihr Duft ein lieblich feines Kosen!
Beglückt erlebe ich die Pracht.

Und täglich schenkt ein neu Erblühen,
das aus der Knospen Hüllen bricht,
sich sanft entfaltend ohne Mühen
ein schönes Blumenangesicht.

Ein jedes zeigt ein eignes Glänzen,
obwohl aus einem Stamm erbracht.
Des Lebens Vielfalt mag kredenzen,
was auch uns Menschen Freude macht.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing

Erinnerungsstücke

( Nach 5-Wörtervorgabe:Torte, Trauschein, Kochtopf, Riss, Wiegenlied )

So schön, aus weißem Marzipan,
der Hochzeitstorte Rose.
Sie zu bewahren, war der Plan,
in jener kleinen Dose,
die neben Brautkranz, Trauschein lag,
gehütet nach dem Hochzeitstag.

Doch zwischen Kochtopf, Wiegenlied
muss manches Märchen schwinden.
Die Rose jetzt ein Riss durchzieht,
der kaum zu unterbinden.
Vergilbt sind auch des Kranzes Blüten.
Nun gilt’s, des Lebens Traum zu hüten.

© Ingrid Herta Drewing

Spätsommertage

Nun träumen Nächte wieder unter Sternen,
und auch der junge Tag erwacht in Blau.
Ein später Sommer schickt sich an zu lernen,
denkt nicht daran, sich südwärts zu entfernen,
gefällt sich golden, grün, entsagt dem Grau.

Singt einmal noch das rote Lied der Rosen,
die duftend blühen und die Gärten zieren,
bevor die Zeit gehört den Herbstzeitlosen
und kühle Nebel oder Windes Tosen
sie herbstlich streifen und zum Welken führen.

Es darf jetzt vieles noch im Licht erstrahlen.
Zwar zogen jüngst schon alle Schwalben fort;
Doch scheint’s, als wolle dieser Sommer prahlen,
lässt Sonne munter Apfelbäckchen malen,
gebärdet sich zuweilen heiß vor Ort.

Wir finden’s herrlich, ohne Schwüle netter,
genießen froh hier des Septembers Wetter.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Sommerduft

Der Rosen süße Düfte,
im Garten die Reseden,
und Sommers milde Lüfte
verbreiten ihr Parfüm,
erfreuen hier wohl jeden.
Ein lieblich‘ Lied aus Eden
nun überbrückt die Klüfte,
recht ungestüm.

© Ingrid Herta Drewing,2016