Sommerversprechen

Im klaren Bergsee
das Versprechen des Himmels,
die Sonnentage.

Schmetterlingsworte,
zart in die Lüfte gehaucht,
der Rosen Träume,
wehen im Winde dir zu,
duftende Sehnsuchtslieder.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Maimorgen

Der Tagesmond am Himmel thront.
Die Sonne strahlt, und lichtes Blau,
so wolkenlos, fast ungewohnt,
beschirmt hier hell nun Tal und Au.

Auf dem Balkon in frischer Luft
begieße ich in aller Frühe
die Rose, atme ihren Duft
und hoffe, dass sie knospe, blühe.

Ein Maien-Tag so frühlingsmild,
wie ich ihn mir herbei gesehnt,
schenkt morgens schon ein schönes Bild,
Lenz lächelnd bei den Rosen lehnt.

© Foto u. Gedicht / Ingrid Herta Drewing,

Herbststimmung

Der Ventilator wandert auf den Speicher,
hat ausgesummt, wird nun nicht mehr gebraucht.
Des Sommers Hitze, kaum in Jahren reicher,
hat schon vor ein paar Wochen ausgehaucht.

Hier blickt der Herbst jetzt morgens kühl ins Fenster.
Die Sonnenuhr zeigt an die Stunden spät,
weil Nebel graue Spinnenweb-Gespenster
ihr in das helle Licht des Tages sät.

Noch glühen leuchtend rot die letzten Rosen,
doch Kraniche, laut rufend, südwärts ziehen.
Von Abschied künden auch die Herbstzeitlosen;
und mancher würde gerne nun entfliehen.

Doch bleibt er, hält sein Haus hier wohl bestellt,
sorgt für das kleine Glück in seiner Welt.

© Text : Ingrid Herta Drewing
© Foto : Angelika Quast-Fischer, Wiesbaden, 20.10.18

Leben

Säumen, träumen will mein Leben,
das den späten Sommer mag,
Schwalben gleich im Lichte schweben,
in der Milde sich verweben,
räumen, was sonst führt zur Plag‘.

Schwingen, klingen soll mein Leben
neu mir wieder Tag für Tag,
will, was uns so reich gegeben
durch Natur, hier nah erleben,
singen hell im Rosenhag.

Schauen, trauen allem Schönen,
das die kleine Welt erfüllt,
statt des Argwohns sei Versöhnen,
das in seinen sanften Tönen
bauen darf, was Frieden gilt.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Frühlingsdüfte

Rosen Balkon

Der Mai schenkt uns die sonnigmilden Lüfte
und lässt die Pflanzen grünen, blühend strahlen.
Bereits am Morgen dringen ihre Düfte
zu mir herein, Aromen auszumalen.

Ein Labsal sind Lavendel, Rosmarin,
Basilikum und Thymian, Salbei, auch
Petunien, die in süßer Sehnsucht blühn,
und, lieblich fein erwacht, der Rosenstrauch.

Es schwingt ein Lächeln in den Rosenblüten,
die sich entfalten hier im Sonnenlicht.
Ihr Duft, ein zarter Hauch, der von Behüten
des Lebens durch des Schöpfers Gnade spricht.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Vierter Januar

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Vorfrühling mag nun offenbar
statt Winter hier entstehen.
Es fehlen Sonne, Himmel klar,
nur Regen lässt sich sehen.

Und dennoch kann dies Wettergrau
den Tag mir nicht verdrießen;
ich träume mir den Himmel blau,
zumal noch Rosen grüßen.

© Ingrid Herta Drewing,2018

Herbsttag

Version 5

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Ein golden Leuchten grüßt im Laub der Bäume,
gewährt dem Park ein lichtes, warmes Bild
und schenkt mir, die ich innehalte, säume,
hier nun zur Mittagszeit dies‘ Strahlen mild,
noch einmal jene hellen Hoffnungsträume.

Zwar zogen jüngst die Schwalben in den Süden,
es schien, als heiße Spätherbst schon mit Macht,
sich zu verlieren kühl im Regenmüden,
wenn jeder Tag verspätet erst erwacht,
im Nebelgrauen spielend die Etüden.

Doch heut gewährt die sommerliche Stunde
den Glanz der Sonne, spiegelt sich im See,
und letzte Rosen, dort bei der Rotunde,
verschenken Blütenduft, fern Dornen, Weh.
Ein sanftes Lächeln, Floras Abschiedskunde.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Herbstvormittag im Park

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Es wächst im Laub der Bäume nun dies Leuchten,
das golden in den Blättern sich verzweigt,
wenn sie erwachen aus dem nebelfeuchten
noch kühlen Morgen, der verschleiert schweigt.

Die Sonne lässt die Landschaft sanft erstrahlen
und taucht das Tal in dieses warme Licht,
das Frühherbst sich erkürt bei seinem Malen,
wenn er mit Feuerfarben kühn, lebendig spricht.

Eichhörnchen huschen hurtig, und beflissen
gilt Eicheln, Nüssen jetzt ihr Sammlersinn.
Sie horten im Versteck die Leckerbissen,
die reichen sollen bis zum Frühjahr hin.

Ich schaue zu, wie sie so wuseln, spielen;
anmutig und lebendig ist dies‘ Bild,
im warmen Sonnenschein darf ich noch fühlen
Septembers helle Tage wundermild.

Doch sinnend ruht mein Blick auf letzten Rosen,
die hier im Park noch einmal zart erblüht.
Und auch das Abschiedslied der Herbstzeitlosen
flicht mir ein wenig Wehmut ins Gemüt.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2017

Herbstlich

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Es darf, obwohl Spätsommers Feuer schwelen,
ein himmlisch‘ Blau beschirmen klar die Welt,
beglücken sonnig unsre Sinne, Seelen,
bevor die Nebelschleier grau verhehlen,
was uns an Farbenvielfalt so gefällt.

Noch mögen seine Blicke zärtlich liegen
auf jener letzten Rosenfeuer Glut.
Die Freude wird im Erntetanz obsiegen,
wenn sich Verliebte an das Leben schmiegen,
einander schenken Glück, auch Schutz und Hut.

Und rauben Stürme bald das Laub den Bäumen,
sind sie, die jetzt im Golde glänzen, kahl,
wird, wenn die Blätter ruhen, Stämme säumen,
die Landschaft in des Raureifs Silber träumen,
erglänzen, leuchten neu aus Nebels Fahl.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Spätsommerimpressionen

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Von Herbst spricht hier ein kühler, feuchter Morgen,
trägt noch dies‘ zarte, graue Nebelkleid,
als weile er weit weg von Raum und Zeit.
Was unlängst früh erwachte, ruht geborgen,
bis es der Sonne Strahlen hell befreit.

Dann leuchten golden warm der Wald, die Fluren,
in gelber Seide glänzt der Blätter Spiel,
als Augenweide Indian-Summer-Deal,
und es bewegt im Kreis der Sonnenuhren
der Schattenzeiger sich zu seinem Ziel.

Spätsommers Milde mag das Licht verweben,
verdrängt das Dunkel noch in seine Gruft.
Der letzten Rosen lieblich feiner Duft
schenkt sanft ein Abschiedslächeln diesem Leben,
und Silberfäden tanzen in der Luft.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2017