Mondnacht

Die Wolken ziehen, weiße Wattebäusche,
erhellt durch Mondes Licht, im dunklen Blau
hoch über mir hinüber, und ich schau,
ob ich mich in der Sommernacht nicht täusche,
denn alles wirkt unwirklich, ungenau.

Als sei’s ein Zauber, zart, aus sanften Träumen
erschiene sie, die Elfenkönigin
und führe lieblich ihre Elfen hin,
die anmutig die Silberfähre säumen,
erwartend, dass ihr Tanzen nun beginn‘ .

Basilikum, Lavendel, Salbei-Düfte
umschmeicheln mich, auch Rosenblüten, viel‘,
hier finden duftend schnell ihr dankbar Ziel
der Tropennacht, der seidig samten Lüfte;
und ich folg‘ nasenselig diesem Spiel.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Spätsommer

Der Himmel blau, der Morgen kühl,
und Herbst steht vor den Toren.
Vorbei die Zeit, da es so schwül;
Jedoch des Sommers Wohlgefühl
ging uns noch nicht verloren.

Da blüht und duftet es im Garten,
wo in den Rosenhecken
vereinzelt Hagebutten warten,
hier rot den Feuertanz zu starten
in ihren Blattverstecken.

Noch schlafen fest im Stachelbett
die braunen Esskastanien;
kein Sturm sie wachgerüttelt hätt’.
Und auf Frau Sommers Fensterbrett,
da leuchten hell Geranien.

© Ingrid Herta Drewing

Spätsommer

Noch spüren wir des Sommers Schwüle,
obwohl des Regens frische Hand
für kurze Zeit verteilte Kühle,
benetzte hier das trockne Land.

Doch blieb ein Hauch von Sommerfrische,
belebte Grün in Park und Wald.
Das Wasser stieg im Flüsschen;Fische
sich fanden in der Strömung bald.

Und in den Gärten die Reseden!
Ein Potpourri, der Kräuter Hauch,
auch Rosendüfte, Blüten-Eden,
herb-süß grüßt der Lavendel-Strauch!

Spätsommer darf sein Lied noch singen,
wenn nun im Tal der Nebel fällt.
Doch leise fühl‘ ich Herbstes Schwingen,
der heimlich schon die Weichen stellt.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Erlesen

Kräuter
schenken mir
dort im Wintergarten
die würzig duftenden Erinnerungen,
Sommerträume.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Herbst

Blauhimmel
Kein Wölkchen
Die Sonne strahlt,
küsst zärtlich die Welt.
Herbstgold

Herbstgerüche
Getrocknete Kräuter
duften im Wintergarten,
erzählen von glühenden Tagen
Sommererinnerung

© Ingrid Herta Drewing

Bitte

Nein, Herbst, ich will den Sommer noch nicht lassen,
wenn er sich gütig warm und licht hier gibt.
Zwar könnt’ ich seine Hitze manchmal hassen,
doch seine grünen Blicke sind mir lieb.

Auch mag ich ihn, wenn seidig seine Lüfte
umschmeicheln uns in einer milden Nacht,
die Sternenträume des Jasmins, die Düfte
und Blütenfeuer, die er sanft entfacht.

Die Reife, die er bringt, die goldnen Ähren,
den blauen Himmel, helles Morgenlied,
obwohl er garstig sein kann und höchst störend,
wenn er gewitternd über Land ’mal zieht.

Wart’ bitte noch ein Weilchen! Im Kalender
ist doch erst in vier Wochen dein Termin.
Dann kannst du kommen, färben am Geländer
die Blätter jener Ranken, die jetzt grün.

© Ingrid Herta Drewing, 2013

Spätsommer

Klar blau der Himmel; nur ein Wölkchen schwebt
so weiß und weich wie Watte zart dahin.
Der Rosen Duft mir Sinn und Seel‘ belebt.
Noch bürgt des Sommers Licht für Glücksgewinn.

Zwar ist der Vögel muntres Lied verklungen,
und Krähenschatten krächzen im Geäst.
Mir fehlt die Amsel, die so hell gesungen,
am Abend dieses Melodien-Fest.

Doch lass ich von Gerüchen mich verwöhnen,
der Kräuter Würze und des Heudufts Milde,
der Süße, lieblich hier im Blütenbilde
der Blumen, deren Schönheit kann versöhnen.

Und Frühherbst wird mit seinen Farbenfeuern
daran erinnern: Leben heißt Erneuern!

© Ingrid Herta Drewing

Sommerduft

Heut grüßt der Tag so hell; und mild
die sommerlichen Lüfte,
betörend duftend, sind erfüllt
von vieler Kräuter, Blüten Düfte.

Die Minze, der Lavendelstrauch,
die Rosenhecke, der Jasmin
Reseden, Lindenbäume auch
im frühen Sommer licht erblüh’n.

Da gehst du nasenselig nun,
genüsslich schnuppernd, gern spazieren,
darfst dort im Rosenhag ausruh’n,
lässt dich von Düften inspirieren.

Und fühlst, wie schön sie ist, die Welt,
Natur, ein Wachsen, neu Beginnen,
jenseits der Sorg’ um Gut und Geld,
erlebst du ’s tief mit allen Sinnen.

© Ingrid Herta Drewing

Mittagsstunde

Es kommen aus der Küche Kräuterdüfte,
die würzig, herb den Töpfen hier entsteigen!
Ein fernes Flugzeuggrummeln in den Lüften,
ansonsten lädt die Stille ein, zu schweigen.

Der Mittag feiert seine eigne Stunde;
im Garten schläfrig, sanft Frühsommer träumt.
Es hat der Vögel muntre Sangesrunde
den Platz für ’s Bienensummen, zart, geräumt.

Als übe so der Tag ein Innehalten.
Bevor er sich geschäftig wieder gibt,
lässt auch der Mensch nun Mittagsruhe walten,
genießt beschaulich, was sein Gaumen liebt.

Um dann, gestärkt durch Speisen und Besinnen,
auf ’s Neue mit der Arbeit zu beginnen.

© Ingrid Herta Drewing

Herbst

Blauhimmel
Kein Wölkchen
Die Sonne strahlt,
küsst zärtlich die Welt.
Herbstgold

Herbstgerüche
Getrocknete Kräuter
duften im Wintergarten,
erzählen von glühenden Tagen
Sommererinnerung

Ingrid Herta Drewing