Mondnacht

Die Wolken ziehen, weiße Wattebäusche,
erhellt durch Mondes Licht, im dunklen Blau
hoch über mir hinüber, und ich schau,
ob ich mich in der Sommernacht nicht täusche,
denn alles wirkt unwirklich, ungenau.

Als sei’s ein Zauber, zart, aus sanften Träumen
erschiene sie, die Elfenkönigin
und führe lieblich ihre Elfen hin,
die anmutig die Silberfähre säumen,
erwartend, dass ihr Tanzen nun beginn‘ .

Basilikum, Lavendel, Salbei-Düfte
umschmeicheln mich, auch Rosenblüten, viel‘,
hier finden duftend schnell ihr dankbar Ziel
der Tropennacht, der seidig samten Lüfte;
und ich folg‘ nasenselig diesem Spiel.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Sommerabend-Neige

Es will der Tag sich neigen
und lädt den Himmel ein,
nun, da die Amseln schweigen,
errötend sich zu zeigen
und Abendsternes Schein.

Aus feuchten Wiesen heben
sich zarte Nebel,Hauch;
auch überm Walde schweben
die Schleier, Abendweben,
des Sommers Heide-Rauch.

Da nah’n die Nachtaktiven:
Schon schwirrt die Fledermaus.
Als ob zur Jagd sie riefen,
Kauz, Eule, die tags schliefen,
sind flugs auf Beute aus.

Der Wald versinkt im Dunkel,
bis silbern Mondlicht fließt,
der Sterne hell Gefunkel
das irdische Gemunkel
beleuchtend hier begrüßt.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Mainacht

Im Frühlingswinde
tanzen die Blütenblätter,
träumende Elfen.

Des Mondes Silberbildnis
kräuseln die Wellen im See.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Trugbild

Aus den Tiefen
der Träume
entstiegen,
irrlichterst du
in meiner Welt,
die klar
ich glaubte.

Im Muschelkleid
der Sirenen
singst süß du
Lieder der Nacht,
und Perlmutt
glänzt
im Mondlicht.

© Ingrid Herta Drewing

Weiße Nächte

Die Nächte tragen weiße Kleider,
und Mondlicht färbt sie silbern ein
inmitten heller Sterne Schein.
Ihr Schneegewand glänzt, ohne Neider
umhüllt ’s die Erde zärtlich, rein.

In solchen Nächten liegt ein Schweigen
fast gütig auf der lauten Welt,
die täglich lärmend jagt nach Geld.
Jedoch nun scheint ihr Friede eigen,
darf himmlisch träumen, sanft erhellt.

© Ingrid Herta Drewing