Frühlingsabend

DSCN7937

Im warmen Abendrot
erscheint die Silhouette
der Stadt so zart umloht,
als ob der Frühling hätte
vertrieben alle Not.

Betörend Blütendüfte
aus Park und Garten schweben,
verhüllen dunkle Grüfte,
um süß sich zu verweben
im Leben milder Lüfte.

Und eine Amsel singt
vom Dach die schöne Weise.
Ihr lieblich Lied erklingt,
bis Lenz zur Nacht uns leise
die sanften Träume bringt.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Frühlingsmagie

DSCN5486

Frühling, du Gaukler,
wie darf ich dir vertrauen,
deiner Spur folgen,
die im Morgenrot tändelt
und in Blütenrausch flüchtet?

In Butterblumen
des Tages Sonnengesicht
dort an Baches Rand,
ihr hell‘ Aquarell schillernd
ins dunkle Wasser gemalt.

Schenkst Vergissmeinnichts
treuherzige Gesichter,
blauen Abendgruß,
und ziehst in der Dämmerung
mit Fledermäusen auf Jagd.

Doch Mondes Silberfähre
sanft gleitet über den See
zur Märchenpforte
und birgt die Schätze der Nacht,
dein zart‘ Versprechen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Winternacht

4.0M DigitalCAM

Die Nacht, den Sternenmantel ausgebreitet,
streift silbern mit des Mondes Licht den Schnee,
wo dunkelblaue Kälte weithin gleitet
und winterstarr ruht, sanft vereist, der See.

Als habe hier der Zauber einer Fee
die kleine Welt in ihren Bann gehoben,
erscheint mir fast unwirklich, was ich seh,
es glänzt die Landschaft, magisch neu verwoben.

Ein Wintertraum, durch den ein Lächeln schreitet.
Gemeinsam finden wir den Weg nach Haus,
das Bild vor Augen, das den Blick uns weitet,
und kosten diese stille Schönheit aus.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Novembernacht

Dicht über winterglatten Straßen
kriecht Nebel, die Novembernacht,
die gestern noch der Mond bedacht,
so unbesternt nun. Wir vergaßen,
wie unwirtlich schon Winter wacht.

Dort, wo noch unlängst war dies Leuchten
der Farben, hell im Park ein Traum,
belaubt und golden Busch und Baum,
zeigt sich jetzt kahl im Regenfeuchten
gespenstisch kaum Kontur im Raum.

Mit trübem Schein die Gaslaterne
hier einsam ihre Pflicht erfüllt,
in graue Schleier eingehüllt.
Nur hin und wieder aus der Ferne
bringt kurz ein Auto Licht ins Bild.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Gewissheit des Glaubens

Sonne, Meer, Lanzaroteo

Wenn sich die Stille wie ein Seidenschal
zur Nacht um meine müden Schultern legt,
und wohlig Wärme mein Ermatten hegt,
dann frag ich mich, ob wohl zum letzten Mal
das Leben auch solch Abschied nehmen pflegt.

Wünsch mir, es möge sein ein sanftes Gleiten,
das zärtlich führt zu einem Ende hin,
vielleicht sogar in einen Neubeginn,
wo jenseits alles Irdischen der Zeiten
und Räume mich erwartet wahrer Sinn.

Die Augen schließend, fühle ich die Ruh
und lasse sanft des Tages Lied verklingen
dem Raunen meiner Seele hör ich zu,
die glaubend mich erinnert, sagt:“ Auch du
bist ein Kind Gottes, zu ihm wirst du dringen!“

© Gedicht: Ingrid Herta Drewing,2017
Foto : Ingmar Drewing

All

Der Sterne Fülle,
am Nachthimmel erstrahlend,
Licht, geheimnisvoll.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Frühlingsabend im Mai

Version 2

Die Sonne sinkt und malt ein rotes Glühen
dort, wo der Horizont den Himmel greift.
Auch Schäfchenwolken rosa,zart erblühen,
die sie zum Abschied leuchtend,strahlend streift.

Sie lässt des Maien Abend zärtlich enden,
ein milder Wind weht leicht vom Wald ins Tal.
Die Amsel mag noch Melodien senden,
bevor das Dämmern färbt die Farben fahl.

Und leise in der Ferne Glocken läuten,
Du fühlst es, hier kehrt bald die Stille ein.
Schon funkelt Venus, will uns sacht bedeuten,
dass nun die Nacht naht, sanft des Mondes Schein.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Burg Hohenzollern bei Nacht

Als sei’s ein Traum,
ein Bild aus einem Märchen,
das strahlend hier zur Nacht
im Zauberglanz erwacht,
von Mondes Silberfähre
noch zart bedacht.

Man fasst es kaum,
als walte hier Magie,
die hier im goldnen Schein
der alten Mauern Stein
in stiller Harmonie
lässt leuchten fein.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Abend

Sonnenuntergang
Der Abend naht, die Sonne sinkt
und zärtlich schenkt sie ihre Glut,
die rötend durch die Wolken blinkt.
Mein Auge Farbenschönheit trinkt,
ich fühl‘ in diesem Bild mich gut.

Ach, Abend sagen, birgt so viel,
ist mehr als nur ein zeitlich‘ Ende,
wenn du erreicht ein kleines Ziel,
ermattet von des Tages Spiel,
dir Ruhe gönnst, im Schoß die Hände.

Gilt doch der Nacht auch sein Willkommen,
entlässt das Wachen in den Traum,
wo uns der Schlaf darf heilend frommen.
Uns wird Bewusstes kühn genommen,
entführt in eignen, weiten Raum.

Ja, Abend sagen, heißt auch gehen,
da schwingt der Abschied leise mit.
Das Leben lässt es stets geschehen,
und ob wir uns dann wiedersehen,
zeigt erst des Morgens sanfter Schritt.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Der falsche Nikolaus

4.0M DigitalCAM

Mein Onkel war der Nikolaus,
das hab’ ich gleich gesehen;
denn an der Tür zu unserm Haus
wollt’ Schnuffi zu ihm gehen.
Er wedelte froh mit dem Schwanz.
Das macht er nur bei Onkel Hans.

Ich habe aber so getan,
als hätt’ ich nichts geahnt.
Nur als der Niko-Onkel mich
mit ernstem Blick ermahnt’
und zu mir sagte: „Besser dich!“,
da musste ich doch schmunzeln
und Onkel Hans die Stirne runzeln.

Ich wollt’ ja den Erwachsenen
die Freude nicht verderben
und außerdem find’ ich es schön,
so ein Geschenk zu erben.
Der wirkliche Sankt Nikolaus,
der kommt nur heimlich nachts ins Haus.
Das weiß ich, denn ich kenn’ mich aus.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing