Sternschnuppen im August

Wer jetzt sein Heil am Himmel sieht
(weil dort manch Meteor verglüht),
das ihm ganz in der Stille,
was er sich wünscht, erfülle,
bezeugt, dass immer noch Dämonen
aus grauer Vorzeit in uns wohnen,
die uns entrücken, leicht erlauben
solch Überirdisches zu glauben.

Die Lichterscheinung, die dort fliegt,
ein kosmisch‘ Spiel, das Träume wiegt,
als solle es uns gelten,
den vielen Ego-Welten,
die täglich wünschend sich entfalten
und oft zerstörend, dummdreist walten,
sie zeigt, dass nichts beständig bleibt,
Materie, die in Reibung schreibt,
als Funken sich entpuppe.

Wir sind ihm völlig schnuppe!

© Text: Ingrid Herta Drewing,2018
Foto : Pixabay

Abend im August

Der Abend senkt nun blinzelnd seine Lider,
von ferne nur noch Fluggeräusche grummeln
und wo sich sonst Insekten summend tummeln,
dort schließen sich die Blüten sorgsam wieder.

Die Sonne, fast im Wolkenbett versunken,
zum Abschied rötet sie den Himmel nun.
Es geht der Tag jetzt, der so sonnentrunken
sich vormals zeigte, um sanft auszuruh’n.

Bald naht die Nacht auf ihren dunklen Schwingen,
lässt nur dem Silbermond die lichte Bahn.
Er darf im Chor der Sterne Solo singen,
und Schnuppen fallen leuchtend, Wünsche-Wahn.

Und mag sich heute Nacht auch mancher Wunsch erfüllen,
des Menschen Sehnsuchtsträume sind wohl nicht zu stillen.

© Ingrid Herta Drewing

August

Heiß will sich nun August
ins Sommerherz hier schreiben,
dem Leben flüstern: Bleiben!
Der Pflanzen heller Blust,
des grünen Werdens Lust
darf Träume übertreiben.

Perseiden, Wünsche-Zeit,
Laurentius-Tränen fallen,
manch Mündchen von Korallen
seufzt da im Liebesleid.
Nicht viele sind gefeit
vor Wahn und Wohlgefallen.

Hochsommer-Freuden; Heu
liegt duftend auf den Wiesen,
gekürzt, was hoch wollt‘ sprießen.
Doch immer wieder neu
erfrischt uns kühl und treu
des Baches gluckernd‘ Fließen.

© Ingrid Herta Drewing,2015