Archive for the Category Regen

 
 

Sommerregen

Jeder Tropfen fällt als Segen
auf dies dürstend trockne Land.
Bäche, Flüsse trinken Regen,
dort, wo unlängst noch zugegen
nur Geröll und heißer Sand.

Pflanzen dürfen wieder grünen,
Früchte reifen, und es blüht
auf den Wald-und Wiesenbühnen,
wo Natur mag lächelnd sühnen,
was zuvor war fast verglüht.

Mit des Wassers Lebens-Tänzen
wirkt ein Zauber in der Welt.
Auch der See mag nun ergänzen,
was sein Spiegel lässt erglänzen,
Regenbogenspiel gefällt.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Aprilmorgen

_Veilchen

Der Morgen graut, die Amsel singt,
der Himmel ist verhangen,
April noch Schnee und Regen bringt,
als sei der Lenz vergangen.

Jedoch im weiten Wiesenrund
regt sich in hellem Blühen
die Pflanzenwelt im Blumenbund,
die Farben leuchtend glühen.

Denn durch den Wolkenvorhang blickt
die Sonne hin und wieder
und wärmend sie ihr Strahlen schickt
hier auf die Erde nieder.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Verregneter Tag

Heut ist’s mir so novemberlich,
ein Tag verhüllt in Grau.
Ich hätt’s so gern septemberlich
mit Indian-Summer, blau.

Dass golden möge Herbst bemalen
der Bäume Blätter kühn,
Kastanien locke, aus den Schalen
braun glänzend zu entfliehn.

Jedoch da Dauerregen fällt,
entbehrt die Landschaft Licht.
Deshalb zeigt sich die kleine Welt
mit traurigem Gesicht.

Am Wochenende werd‘ es schön,
versprach die Wetterschau,
dann könne man spazieren gehn
in Park und Wald und Au.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Intermezzo

Der Himmel grau, es regnet, wie ersehnt,
ein Balsam für die angesengten Fluren.
Nur leider sind auch, herbstlich angelehnt,
zu tief bei Tag und Nacht Temperaturen.

Gemäßigt nennt sich unsre Klimazone.
Jedoch zeigt sie zu oft uns jetzt Extreme:
Hitze und Stürme; auf dem Wetterthrone
nistet sich quälend ein das Unbequeme.

Die Leichtigkeit des Sommers, die wir lieben,
wird durch den Wettertanz uns fast vergällt.
Nun gilt es wohl Gelassenheit zu üben,
bis wieder warm der Sommer sich einstellt.

Vielleicht ist’s ja ein Intermezzo nur,
und bald erstrahlt im Licht die Sonnenuhr.

© Ingrid Herta Drewing

Verregneter Urlaub

Es fegt der Regen über Land,
nässt Wiese, Wald und Garten.
Die Regentonne gluckernd fand
sich übervoll, ihr Wasserstand
vergass es abzuwarten.

Nun sprudelt es, der kleine Teich
ist fast zum See geworden.
Der Goldfisch schwimmt im Blumenreich,
und die Gladiolen fallen bleich
bei Wassers Überborden.

So war mein Urlaub nicht geplant,
wollt die Natur genießen.
Jedoch wie es mir deutlich schwant,
fällt das ins Wasser, ungeahnt
will alles weg nun fließen.

Noch bleibt mir hier die Flucht ins Buch.
Die Phantasie darf schwingen,
besiegen jenen nassen Fluch.
Gehüllt in wohlig warmes Tuch,
mag sanft mein Glück mir singen.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Grauer Tag im Juni

Wie grau doch dieser Sommerhimmel blickt,
da wirkt sogar der Amselhahn geknickt,
der dort hoch auf dem Dachfirst sitzt und schaut,
wohl seinem eignen Flöten heut’ misstraut.

Es ist fast still, nur einer Taube Gurren
klingt guttural aus weiter Ferne her,
und schläfrig ruft des schwarzen Katers Schnurren
Dornröschenstimmung, hundertjährig’, her.

Das mag man nicht als Sommer hier benennen,
obwohl der Pflanzen Grün dagegen hält.
Es fehlt das Lächeln; Leichtigkeit erkennen
wir heute kaum in unsrer kleinen Welt.

Jedoch wir wissen, auch dies’ wird wohl enden,
bald streifen Sonnenprinzen durch ’s Gelände.

© Ingrid Herta Drewing

Nasser Sommer

Der Sommer tanzt mit nassen Füßen
nun über Land;es poltert,platscht.
Gewitter,Blitze lässt er grüßen,
freut sich,wenn Hagel,Regen klatscht.

Verschont so weder Busch noch Bäume.
Kaum schwärmen da die Bienen aus;
getrübt des Imkers Honigträume,
auch trifft’s den Kirschbaum vor dem Haus.

Versöhnen darf der Duft der Linden,
die jetzt in goldnem Glanz erblühen,
wenn Sonne kann den Sommer binden,
dass mild er zeige hier Bemühen.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Trüber Maitag

Mir ist so herbstlich heut‘ zu Mut,
obwohl Kalender sagt: „’s ist Mai“.
Der Himmel grau, mit Schirm und Hut
zeigt sich ein Regenkonterfei.

Ein grüner Teppich säumt die Straßen,
verziert mit Blütenblätter-Fracht;
Gewitterstürme, Hagel-Rasen
zerstörten Frühlings zarte Pracht.

Kein Vogel singt nun Maien-Lieder.
Als sei verloren Frühlings Traum,
verkriechen sie sich ins Gefieder.
Der Regen klopft und füllt den Raum.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Zögerlicher Frühlingsanfang

In grauem Mantel tritt der Frühling an,
als gelte es den Winter zu hofieren,
der regennass, mit wolkigem Gespann,
uns ohne weiße Weste wollt‘ brüskieren.

Zwar hatte Lenz schon lächelnd vorgefühlt,
Schneeglöckchen, Primeln, Krokus sprießen lassen.
Doch zeigte er sich heute unterkühlt;
Palmsonntag-Jubel fern in trüben Gassen.

Hier wirkt auch noch des Frühlings Lust gering,
obwohl das Leuchten der Forsythien-Hecken
am Morgen goldgelb blühend uns empfing,
vermag doch Nord-Wind, Milde zu verstecken.

Ein Weilchen werden wir wohl warten müssen,
bis uns der Lenz beglückt mit zarten Küssen.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Straßen-Fastnacht

Herr Jokus kommt heut‘ grau verkleidet
mit reichlich Regen im Gepäck.
So manchem er den Tag verleidet
trotz Fastnachtszug und muntrem Jeck‘.

Es fehlt der Schnee; kein sanftes Rieseln,
kein Sonnenschein, kein Himmelblau,
statt dessen Trübe, kaltes Nieseln
verschleiern hier die schöne Schau.

Da mag das Schunkeln wohl erwärmen,
die Regenhaut schirmt das Kostüm
der Narren, die auf Straßen schwärmen,
verlachend Sturmes Ungestüm.

Sie lassen sich durch nichts verdrießen.
Es ist die fünfte Jahreszeit
für sie stets Anlass zu genießen
die närrische Geselligkeit.

© Ingrid Herta Drewing,2016