Erneuerung

Version 3

Es schenkt der Mai den Bäumen
dies‘ helle, zarte Grün,
die Zweige aufzuzäumen,
die nun aus Knospenträumen
erwacht in Frühlings Blüh’n.

Und dort in ihren Kronen
wiegt Wind so manches Nest,
wo muntre Sänger wohnen
und singen, froh belohnen
des jungen Lebens Fest.

Auch mich erfasst ein Freuen
und nimmt mich zärtlich ein.
Was mich ließ zagen, scheuen,
verblasst, ich wag‘ den neuen
beherzten Schritt ins Sein.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Beim Anblick alter Ruinen

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Die alten Steine, die dort den Ruinen,
schon fast zerfallen, Festigkeit gewähren –
und hier ein Zelt, das flink die Beduinen
zum Schutz erstellt, dem Wetter gut zu wehren –

Vergangenheit und Gegenwart uns zeigen,
wie flüchtig doch der Menschen Werke sind;
was Hochkulturen einst war wert und eigen,
das schwand, ist nur noch Widerstand im Wind.

Das Dasein, so vergänglich uns gegeben,
ist dennoch hehres Glück in unsrer Zeit.
Wir schätzen es, auf dieser Welt zu leben,
und Hoffnung, Freude sind uns auch Geleit.

Erfüllend mag uns Liebe hier erheben,
doch trägt bereits sein Ziel in sich das Leben.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Frühlingsgewissheit

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Wo Blütenbäume in den Himmel greifen,
entfaltet Frühling seine zarte Macht;
und neue Lebensträume dürfen reifen,
vielfältig nun im Hoffnungsgrün entfacht.

Uns wärmt der Anblick dieses jungen Lebens,
schenkt Wagemut, stimmt freudig unsren Sinn.
Es wird gewiss, dass hier nichts wächst vergebens;
im großen Ganzen wirkt es mittendrin.

Und wir in unsrem kurzen Erden-Sein
begreifen ahnend, schauend das Geschehen:
Wir werden auch nach fahlen Winters Schein
gemeinsam wieder helles Leuchten sehen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Gegen den Krieg

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Die Frühlingswelt erwacht zu neuem Leben,
doch ist das Glück getrübt, das mich erfüllt.
Des Hochmuts Fratze zeigt ein schändlich‘ Streben,
und sorgenvoll spür ich dies ferne Beben,
Schein-Empathie als Willkür sich enthüllt.

Wie leicht kann doch ein Funke da entzünden
ein Feuer, das dann setzt die Welt in Brand,
lässt unsre Friedenszeit in Kriege münden,
verstrickt uns wieder in die alten Sünden,
die wir noch unlängst hielten für gebannt.

Lasst Worte sprechen und die Waffen schweigen!
Beendet die Verheerung durch den Krieg!
Vernunft euch leite, Klarheit möge zeigen,
dass hier das Recht noch ist der Menschheit eigen!
Dem Leben gelte friedfertig der Sieg!

© Ingrid Herta Drewing, 2017

Achtsamkeit

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Wir haben uns so weit entfernt
von Menschlichkeit und Pflichten
und hausen auf dem blauen Stern,
als gäb’s noch einen, wo wir gern
das Leben auch vernichten.

Die Dummheit, Gier treibt uns in Not.
Der Hochmut als Verführer
bringt nur das falsche Angebot,
die Bahn der Egomanen, Tod.
Wir alle sind Verlierer.

Wacht auf und seht, was sich da tut!
Lasst euch nicht länger blenden
von aufgemotzter Werbeflut,
seid Lebens-Lobby, habt den Mut,
das Blatt doch noch zu wenden!

Der PLASTIKWAHN muss enden!

© Text : Ingrid Herta Drewing, 2018,
Foto : Pixabay

Wertschätzung

eine Rose

So nah der Schranke,
hegend Freiheit,
kühne Träume;
Tod, nur Gedanke,
ferne Wahrheit,
Nebelbäume.

Zu gern verweilen
auf Erden wir,
atmend im Licht,
doch blind wir eilen
zu häufig hier,
wertschätzen ’s nicht:

Dies Lied, das Leben
den Augenblick,
der Freude Klang,
ein Lächeln, Schweben
in zartem Glück
und sanftem Sang!

© Ingrid Herta Drewing,2018

Frühlingsermunterung

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Wer wird denn faul im Lenz noch lenzen?
Vergiss die Frühjahrsmüdigkeit!
Die Sonne strahlt, der Tag darf glänzen,
den Himmel lichthell uns kredenzen,
und hier im Tal grünt’s weit und breit.

Die Amsel singt,und Blumen sprießen,
so sei auch du dazu bereit,
des Frühlings Leuchten zu begrüßen,
erneut dies’ Leben zu erschließen!
Komm, schwing dich auf, jetzt ist die Zeit !

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

In der Fremde

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Zurückgeworfen
auf den brüchigen Stufen
kletterst du weiter,
suchst noch immer deinen Weg,
ein Nomade ohne Pferd.

Der Steppe Weite
unter den blauen Himmeln
hast du verloren,
und in den Hochhausschluchten
welken die Tage dahin.

Du träumst von Rückkehr,
der roten Abendsonne
dort am Horizont
und bestaunst den Löwenzahn,
dessen Kraft den Asphalt bricht.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Leben

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Immer wieder ein Wunder
wie sich das Leben regt
und aus fahlem Plunder
keimt, sich grünend bewegt,
von Licht und Wärme gehegt.

Wie es strahlend in Blüte
wachsend zum Himmel lenkt,
in unendlicher Güte
so der Schöpfung gedenkt
und sich lieblich verschenkt.

Noch im Tod dies Versprechen,
dass es ein Ruhen nur.
Aus dem Dunkel wird brechen
sich erneuernd Natur,
folgend des Lebens Spur.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Vor dem Spiegel

Die Falten, die die Zeit
dir auf die Stirn gebügelt,
als schrieben sie den Eid,
dass alles, was beflügelt,
ob’s Leid, ob’s Freudenfest
auch Spuren hinterlässt.

Da kräuseln sich an Mund
und Augen Lachens Zeugen,
doch tut sich Gram auch kund,
mag leicht die Züge beugen.
Es zeichnet Jahr für Jahr
des Lebens dich fürwahr.

Jedoch der Augen Glanz
ist leuchtend dir geblieben,
verspricht noch immer ganz
dies Hoffen, innig Lieben,
das hier im Leben singt,
noch in den Tiefen schwingt
und gütig Freude bringt.

© Ingrid Herta Drewing,2018