Archive for the Category Adventszeit

 
 

Auf dem Weihnachtsmarkt

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Die Weihnachtsstimmung hat es schwer,
der Regen lässt ihr kalte Füße,
vermittelt mir recht feuchte Grüße,
trotz Flitterglanz und Sternenheer.

Wo unlängst durften Flocken schwärmen,
verzaubert Winterwunderland
im Schnee die Blicke konnt‘ erwärmen,
erscheint in fahlem Grau das Land.

Ich gehe, mag es hier auch nieseln,
und höre von „white Christmas“ singen,
seh‘ träumend weiße Sternchen rieseln,
dieweil vom Turme Glocken klingen.

Es locken auch herbsüße Düfte.
Erinnerung mich fröhlich stimmt;
geschwängert sind des Marktes Lüfte
von Bienenwachs, Anis und Zimt.

Das Kinderkarussell im Kreise
beschaulich seine Runden dreht,
und zeigt nostalgisch mir ganz leise,
was war, wie schnell die Zeit vergeht.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2017

Vorweihnachtsfreude

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Vorweihnachtsfreude lässt sich Zeit,
scheint fast im Nebel zu ertrinken,
obschon im Trubel wir bereit,
in satter Flitterseligkeit,
im Lichterglanz ihr zuzuwinken.

Es ist Adventszeit jedes Jahr
der Anlass dieser Feierlaunen.
Jedoch geschäftig und bizarr
wird dominiert vom Handel klar,
was uns der Glaube lehrt zu staunen.

Doch Kinder tragen im Erwarten
des Christkinds Freude hell im Blick;
Verliebte auch, sie seh’n den Garten,
der Hoffnungsblüten, wunderzarte,
nun reichlich schenkt als sel’ges Glück.

Wir andern warten auf die Stille,
wenn uns, dem Treiben dann entrückt,
fernab von sorgbemütem Willen
die Andacht innig schenkt die Fülle,
die in der Christnacht froh beglückt.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Sternschnuppenmarkt

Winterlicht

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Es hat der Winter reichlich uns bedacht,
in feinen Flocken tanzend fiel der Schnee,
bedeckte Wiesen, Wege und den See,
die Tannenbäume, Dächer in der Höh‘,
ließ silberweiß erstrahlen Mondes Nacht.

Dich lockt die Winterlandschaft in die Stille.
Durch frischen Schnee führt deiner Schritte Spur,
ein Innehalten, Augenweide pur,
lässt dich genießen schön nun die Natur,
verbannt, was sonst anmahnt der Hektik Wille.

Der Sonne Licht im tief verschneiten Wald
schenkt hier als goldner Stern ein Zauberbild,
in dem dies Wintermärchen sanft enthüllt,
was der Adventszeit Warten reich erfüllt;
es leuchtet uns das Licht der Weihnacht bald.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Erster Advent

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Erwachsen ist das Jahr, fast alt geworden
schon feiern wir erwartungsvoll Advent,
und kalte Luft bringt Eis und Schnee von Norden.
Der Winter naht, zeigt sich, wie man ihn kennt.

Noch wird es sehr früh dunkel, ohne Frage;
doch bald ist wieder Wintersonnenwend‘,
dann wächst das Licht, verlängert hier die Tage,
und auch das Weihnachtsfest ein Leuchten kennt.

Wir feiern, weil das Jesuskind geboren,
das Gott erkor als Licht in dieser Welt.
Durch seine Liebe sind wir nicht verloren,
weil er uns schützend in den Armen hält.

Und mag der Winter auch nun rau beginnen,
wir feiern froh das Fest mit allen Sinnen.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing

Lebensfrage

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Was wäre Leben
ohne Luft und Wärme,
die Tiere, Pflanzen,helles Licht?
Kein sanftes Weben,
keine Bienenschwärme
hier sorgten für die Frucht.Verzicht!

Was wäre Leben
ohne Glauben, Lieben,
ein Dasein aller Hoffnung bar?
Ein eitles Streben,
nur ein Werden, Üben,
und – sähe da Vernunft noch klar?

Was wäre Leben
ohne Kinderlachen,
die kleine Hand, die deine hält?
Dies Gück, gegeben,
lässt dich sorgsam wachen,
schenkt Güte hier in harter Welt.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing

Morgenspaziergang

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Dezembertag, so blau und klar!
Die Sonne lässt die Hausfassaden
in ihrem hellen Lichte baden.
Was unlängst grau und dunkel war,
grüßt nun, befreit von Nebelschwaden.

Die Stadt, geschmückt, adventlich heiter,
erstrahlt wie neu im Winterlicht,
und auch der Frost, sonst hart Gericht,
schenkt Glanz, den Raureif als Begleiter,
verschönt der Bäume kahl Gesicht.

Da mag ich gern im Park spazieren,
in morgendlicher, stiller Welt.
Ihr zarter Zauber mir gefällt,
und Eiskristalle hier brillieren,
als hätten Engel sie bestellt.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,

Der brennende Adventskranz

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Es hatte Franz Ernst Anton Schanz
sich schön gebastelt einen Kranz
aus duftend grünen,jungen Fichten.
Sie sollten es nun festlich richten,
geschmückt mit roten Kerzen,vier,
für den Advent als Zimmers Zier.

Und jeden Sonntag im Advent,
für Franz nun neu ein Kerzchen brennt.
Auch knistert’s wohlig im Kamin,
wo feurig rot die Scheite glüh’n.
Versonnen sitzt er, ruht sich aus,
mit seinem Kater Stanislaus.

Wie schön der Kerzen Licht heut‘ brennt!
Er merkt’s nicht mehr, ist eingepennt,
liegt auf der Couch, lang ausgestreckt.
Der Schlaf kam schnell, nicht zugedeckt,
schnarcht er dort,tief in Morpheus‘ Armen,
sägt Wälder ab, ’s ist zum Erbarmen!

Doch friert er nicht,kennt keinen Harm;
die Kerzenflammen strahlen warm,
verströmen hier ihr lauschig‘ Licht.
Der Kranz steht auf dem Tisch,ganz dicht,
wo jetzt des Schläfers beide Füße
sich nähern, um sie zu begrüßen.

Schon stößt er mit dem Fuß, wie dumm,
dort eine Kerze an und um.
Es fließt das Wachs, der Kater rennt,
er sieht den Kranz, der hellauf brennt,
ruft laut den Franz, ganz kläglich maunzt,
doch dieser regt sich kaum und raunzt.

Da endlich, als, zu heiß bedrängt,
sein linker Fuß nun Feuer fängt,
erwacht er aus der Lethargie,
zumal der Kater schreit wie nie.
Flugs springt er auf, erkennt, dass Feuer
schon speit hier Flammen ungeheuer.

Zum Glück sind eine Brandschutzdecke,
ein Feuerlöscher in der Ecke,
womit den Brand er schließlich hemmt,
bis ganz das Feuer eingedämmt.
Der Stanislaus sitzt still am Fenster,
er scheut des Rauches Rest-Gespenster.

Verrußt das Zimmer, schwarz der Tisch,
was kürzlich noch roch waldesfrisch,
das müffelt nun verkohlt, verbrannt,
Franz Ernst, der jetzt klar bei Verstand,
räumt auf und wirft den Asche-Dreck
schnell auf den Müll, damit er weg.

Dann streichelt er den Kater, blass
vom Schreck gezeichnet, weiß wohl, dass
der ihn, den Leichtsinn so geplättet,
durch seine Wachsamkeit gerettet.
“ Ja“,sagt er sich,“ so manches Tier
erweist sich schlauer oft als wir.“

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Adventsbrauch

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Die Räuchermännchen,
Gruß aus dem Erzgebirge
auf dem Weihnachtsmarkt.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Friedenssehnsucht

So viele Orte kennen keinen Frieden,
nicht nur wo Krieg die Todesfratze zeigt,
auch dort,wo Hungersnöte hart beschieden,
das Existieren schränken ein hienieden.
Der Rest der Welt nimmt’s hin, genießt und schweigt.

Fast chancenlos scheint Menschlichkeit zu kämpfen,
obwohl Adventszeit doch dies‘ Hoffen sät,
die Weihnachtsbotschaft möge Böses dämpfen,
befreien uns von allen falschen Krämpfen,
zur guten Einsicht sei es nie zu spät.

Wann endlich endet blinder Hass und Wahn,
der rücksichtslos reißt Menschen in den Tod?
Der Terror, den wir gestern wüten sahn,
erbarmungslos zog seine blut’ge Bahn;
aus Freude im Advent ward Angst und Not.

© Ingrid Herta Drewing,2016

WEIHNACHTSSTERNE

dscn8077Die rote Glut der Weihnachtssterne
erstrahlt, wo festlich wird geschmückt,
sie, deren Heimat in der Ferne,
nun hier gezüchtet, sieht man gerne,
die Farbenpracht den Blick berückt.

Und hier im Kurhaus in Wiesbaden
sie bilden schön gestuft den Baum,
erfreu’n im Vestibül zum Feste
jetzt zahlreich gutgelaunte Gäste,
erfüllen sanft den Weihnachtstraum.

© Ingrid Herta Drewing,2016