Archive for the Category Licht

 
 

Gipfelglück

Unter dem Himmel, der grau blieb, verborgen,
suchst du hier hoffend den Weg hin zum Licht,
trägst deine Bürde alltäglicher Sorgen
und buchstabierst oft auch mühsam Verzicht.

So viele Wege fast nutzlos beschritten,
wagst du dann dennoch den Aufstieg am Berg.
Stehst auf dem Gipfel und was du erlitten,
schwindet, die Welt unten klein wie ein Zwerg.

Über den Wolken der Blick in die Weite,
fern aller Nebel verschwommener Schau,
fühlst du des Augenblicks glücklich Geleite;
über dem Gipfel strahlt Sonne im Blau.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2019

Weihnachtstraum

Da war es wieder, dieses Klingen,
als hielten gute Mächte Wacht.
Ich träumte, hörte Engel singen,
sie nahten da auf sanften Schwingen
zur Krippe in der heil’gen Nacht.

So wundersame alte Lieder
umschmeichelten mein müdes Ohr,
und meine Augen sahen wieder
den hellen Schein, er strahlte nieder
auf das, was dunkel sich verlor.

Ein Leuchten war’s und hehres Glänzen,
das hier den kargen Raum erfüllt‘.
Dies Licht lud ein zu Jubel, Tänzen,
als wolle freudig es ergänzen,
was sich sonst traurig noch verhüllt.

Ein seltsam Wunder durft‘ ich schauen,
auf dass auch ich, ein irdisch‘ Kind,
bestrebt‘ auf Klares stets zu bauen,
nun neu erwacht im Gottvertrauen,
hier meinen Weg zur Wahrheit find‘.

© Foto u. Text:Ingrid Herta Drewing,4.01.19

Heiligabend

Die letzten Stunden im Advent
auf Weihnacht stimmen festlich ein.
Schon hell die vierte Kerze brennt,
und warm erstrahlt der Lichter Schein.

Andächtig wird der Tag begleitet,
beschaulich wirkend ohne Hast,
weil das, was als Geschenk bereitet,
nur seinen Wert als Liebe fasst.

Sei es nun Tanne oder Fichte,
geschmückt, grüßt traulich uns der Brauch.
Der Weihnachtsbaum erglänzt im Lichte,
und Kinderaugen leuchten auch.

Gemeinsam finden wir uns wieder,
sonst oft durch Arbeit, Zeit getrennt,
und singen froh die alten Lieder,
die schönen, die ein jeder kennt.

Die Weihnacht, keine Phantasie!
Die Botschaft, die uns Frieden kündet,
schenkt Liebe, Freude, Harmonie,
Vertrauen, das uns hier verbindet.

© Fotos u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Wintersonnenwende

Die Weihnachtsstimmung schwimmt im Regen.
Die Füße werden klamm, feuchtkalt
weht dir der Westwind nun entgegen
und bläst den Nebel aus dem Wald.

Hier grünen hohe Tannenbäume,
von Schneelast Äste unbeschwert,
und frühlingshafte Weihnachtsträume
ein zwitschernd Meisenpaar beschert.

Die Illusion, zur Sonnenwende
zög’ mit dem Licht auch Frühling ein,
hebt nur für kurze Zeit die Blende,
dann holt dich Winter wieder ein.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Dezemberfrühling

Das Jahr ist alt geworden
und wartet auf sein Ende
in Kälte aus dem Norden.
Doch heut zur Sonnenwende
erscheint ’s, als ob es fände
nun hin zum Neubeginn.

Nicht nur die Tannen grünen,
geschmückt im Weihnachtsglanz,
auch auf den Wiesenbühnen
der Gänseblümchen Tanz
lässt da vergessen ganz,
wie Tage gehen hin.

Dezember zeigt sich milde,
kein Winter ist in Sicht.
In Frühlings zartem Bilde
beginnt ein wachsend Licht,
das uns ins Dunkel flicht
des Lebens Hoffnungssinn.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing

Adventszeit-Gedanken

Ach, Herr, wie gerne will ich glauben
der Weihnachtsbotschaft Hoffnungsklang,
mir wünschend, dass die Friedenstauben
beenden Krieg und Tod, erlauben
des Lebens hellen Lobgesang.

Warum, oh Herr, sind wir so blind,
wir Menschen, die wir hasten, eilen?
Du zeigst uns doch, dies schwache Kind,
das in der Krippe liegt so lind,
vermag durch Liebe Leid zu heilen.

So lass uns neu dies Wunder sehen!
Schenk täglich weihnachtlichen Blick,
damit wir Deine Wege gehen,
einander lieben und verstehen,
erkennen klar das wahre Glück!

© Foto / Ingrid Herta Drewing

Wintermorgen

Nun, da die Nacht ins Dämmern flüchtet, schwindet,
am Horizont der Morgenröte Schein
im Osten zärtlich fast von Sonne kündet,
uns lädt in diesen Wintertag hell ein,
steh‘ ich, als bräuchte ich kein andres Ziel,
beglückt von diesem schönen Farbenspiel.

Am Himmel reicht ein Rosa ins Türkise,
wär‘ es gemalt, stuft‘ man’s als kitschig ein,
Verzaubert wirkt wohl auch der Schnee der Wiese,
nimmt glitzernd, schimmernd meine Blicke ein
hier im vertrauten Park, der mir gefällt,
und ich erschaue neu des Winters Welt.

© Ingrid Herta Drewing, 2018

An der Krippe

Und an der Krippe steh‘ ich wieder
zur Weihnacht, wartend wie ein Kind,
höre beglückt die alten Lieder,
die mir vertraut noch immer sind.

Steh hier im milden Schein der Kerzen,
der warm mit Licht den Raum erfüllt ,
und dunkle Winkel in den Herzen
in freudig neue Hoffnung hüllt.

Dem Wunder Weihnacht tief vertrauend,
andächtig zu dem Kinde schauend,
vernehmend, was es zu uns spricht.

Ihm folgen, liebend und in Güte
den Nächsten achten, ihn behüten
im Dunkel hell, voll Zuversicht.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Im Nebel

Im dichten Nebel wirkt die Landschaft matt.
Kaum lassen da Konturen noch erahnen,
dass es sie gibt, dort hinterm Grau, die Stadt.
Kein Wind bewegt die schlaffe Wetterfahne.

Es bellt kein Hund, sogar die Krähe schweigt;
gedämpft sind meine Schritte, eine Stille,
die feindlich fast in meine Ohren steigt.
Ich wische mir die Feuchte von der Brille.

Die Bäume, ihres Laubes ganz beraubt,
sie wirken im Spalier wie Spukgespenster.
Da, endlich leuchten schwach des Hauses Fenster,
und Leben grüßt, das ich schon fern geglaubt!

Ein Mensch hat sich hier Wärme, Licht entfacht,
trotzt so dem Nebel und der langen Nacht.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Unter Linden nach dem Regen

Die Linden, die dort säumen meine Straße,
die steil gerade hier bergaufwärts strebt,
sie präsentieren noch in reichem Maße
die Farbenpracht, die Blattgold leuchtend webt.

Und ihre Herzen, die zu Boden schweben,
sie schenken dem Asphalt ein lieblich‘ Bild,
als wolle Herbst ins Aquarell hier heben,
was unsre Welt mit Liebe, Leben füllt.

Fast andächtig wähl‘ ich da meine Schritte,
damit ich nicht die zarte Kunst zerstör‘,
als ob Natur mit dieser stummen Bitte
ersuche sanft und herzlich so Gehör.

Was fällt im Zuge der Vergänglichkeit,
hält noch der Liebe Licht hier schön bereit.

© Ingrid Herta Drewing,2018