Wetterkapriolen

Es klatscht der Regen prasselnd an mein Fenster,
und Frühling hüllt sich heut’ in mattes Grau,
der gestern hell erstrahlte himmelblau,
weicht nächtens nun sogar manch’ Frostgespenstern.

Dem kleinen Mandelbaum, der reich in Blüte
im Garten hier für viele Immen stand,
raubt wilder Wind, barsch stürmend über Land,
den zarten Flor, der frühen Knospen Güte.

Im Bergland lässt’ s der Winter schneien, rieseln,
spielt vorschnell den April bei uns im Tal,
mal Lichtfest, Regen, Sturm, Gewitter-Qual.

Doch hier in Münster meimelt Lenz schon mal,
lässt Vögel singen, schenkt der Sonne Strahl,
benetzt das erste Grün mit mildem Nieseln.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Münster Kinderhaus

Erster Januar im Park

Des neuen Jahres Morgen, welch ein Strahlen!
So recht nach meinem Sinn der Neubeginn,
der hoffnungsvoll mit Sonnenschein darf prahlen,
sich löste aus des Nebels feucht Gespinn.

Das junge Jahr mag mit dem Licht verkünden,
dass Zuversicht in Zukunft sei real,
befriedet Menschen, Staaten sich verbünden
zu „einer Welt,“ gemeinsam ideal.

Ich gehe, sinne unter kahlen Bäumen
und sehe im Südosten Wolken fahl.
Die Wirklichkeit verwirkt das sanfte Träumen,
erweist in vielem sich noch als fatal.

Doch bin ich optimistisch, und mein Hoffen
ersehnt für Frieden alle Pforten offen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing