Archive for Juni 2026

 
 

Juni-Sonett

Zum Abschied zeigt er sich im Frühlingsbilde;
in Wäldern, Gärten grüßt ein frisches Grün,
und viele Pflanzen leuchtend hell erblüh’n.
Nach sanftem Regen gibt sich Juni milde.

Schon früh am Morgen tönt der Amsel Singen.
Sie führt hin zu der Sänger Jubelchor;
ihr Melodienreigen schallt empor.
Dem Sonnengruß gilt hier ein lieblich’ Klingen.

Da sind noch fern die Sorgen, banges Fragen.
Auch du vergisst, was sonst nicht gut bestellt,
den Menschen gar das Leben arg vergällt.

Beherzt beginnst du nun dies’ frohe Tagen
und dankst dem Schöpfer für die kleine Welt,
wo die Natur harmonisch dir gefällt.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Gesang der Amsel

Mag singen auch die Nachtigall
ihr wunderschönes Lied;
zu selten ist das hier der Fall.
Doch Amselsang schallt überall,
weil sie die Stadt nicht flieht.

Hoch auf dem Dachfirst, auf Antennen,
in Wipfeln hoher Bäume
lässt sie ihr Flötenlied erkennen
und kann sich erst, wenn ’s dunkelt, trennen.
Ihr Wohlgesang weckt Träume.

Mir scheint es fast, als wolle sie
sich selbst an ihrem Klang berauschen,
vielfältig in der Melodie,
Tonfolgen reich an Harmonie
und ein Pausieren, um zu lauschen.

Da darf die Ringeltaube dann
den Brummbass dazu geben.
Sie kommt nur guttural voran,
und ihre Stimme, wenn sie kann,
wird rhythmisch, tief erbeben.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

JUNI

Der Juni spielt April zur Zeit ,
mischt Sonnenschein mit Regen,
zeigt donnernd sich im Blitze-Kleid,
und macht auch kühl die Schultern breit,
doch grünt ’s an allenWegen.

Es wuchern Büsche, Gras und Kraut,
das ruft nach Jäten, Mähen.
Die Gänseblümchen blicken traut,
wenn Sonne aus den Wolken schaut,
auch keimt’ s nach kurzem Säen.

Die Vogeltränke, reich gefüllt,
lockt Spatzen, Amseln, Krähen.
Auch Ringeltauben sind gewillt,
nachdem der Elstern Durst gestillt,
zu trinken nach dem Spähen.

Solar-Springbrunnen, weggelegt,
muss noch auf Sommer warten,
wenn wohlig man die Ruhe pflegt.
Sein sanftes Plätschern mich hier hegt
im hellen Blütengarten.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Goldmond am 1. Juni 2026

Ein heißer Junitag ging heut’ zu Ende,
erhellt zur Nacht von vollem, goldnen Mond,
der zum Beginn des Monats hoch noch thront,
ein Sonnenspiegel, strahlende Legende.

Als wolle er die Dunkelheit verdrängen,
der Nacht den Stern bestickten Mantel rauben,
dem Himmel sanfte Helle schön erlauben,
in der Magie von goldnen Licht-Gesängen.

Zur Mitternacht, die Stille zu genießen,
die sonst des Tages Lärm verhindern kann,
ist ’s mir, als halte wer die Zeit hier an.

Der Erdtrabant, in seiner Schönheit oft gepriesen
in Bildern, die sich ein Poet ersann,
nimmt nun auch mich in seinen Zauberbann.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Vollmond über Münster Kinderhaus