Archive for the Category Gesellschaftskritisches

 
 

Kriegstreiber

Krieg,2014

Noch immer nichts gelernt aus der Geschichte!
Ja, provoziert, gezündelt wird, auch Krieg
noch kühl geplant für manchen falschen Sieg,
der Menschenleben achtlos macht zunichte.

Da spielen sich auf mächtig als Despoten,
Anführer, die man arglos hat gewählt,
weil sie verhießen, was die Wirtschaft stählt,
und seien es moralisch auch Idioten.

Und wieder hörst du sie im Gleichschritt gehen,
Soldaten, die nur folgen dem Befehl;
der Tod ist auf dem Marsch, man’s gern verhehl‘.
Wie gern möcht‘ mancher doch noch widerstehen!

Wofür das alles, dies Bekriegen, Töten,
da es doch nur der Reichen Pfründen gilt?
Der Kriegsgewinnler sich die Taschen füllt,
indessen bleibt des Volkes Rest in Nöten.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Feigenblatt-Tage

Rosennacht Kopie

Der Tag des Kindes, Tag des Kusses,
der Tag der Arbeit, Muttertag
birgt oft den Anlass des Verdrusses
für den, der solchen Schein nicht mag.

Was man im Jahr zu wenig schätzt,
wird einmal kurz ins Bild gehoben
und wiederum in Schlaf versetzt,
Dornröschens Fluch, nur mild verwoben.

Genötigt fühlen sich da viele:
„Oh, Gott, es ist ja Muttertag!
Noch schnell paar Blümchen für Cäcilie,
weil sie uns heut’ erwarten mag!“

Kurz der Besuch bei den Senioren.
Das Heim wird heut’ zum Blumenhaus;
doch manche Mutter schaut verloren
dort aus dem kleinen Fenster raus.

Wir haben uns so eingerichtet,
dass uns die Zeit zu lieben fehlt,
gehetzt, verplant; so wird vernichtet,
was wesentlich zum Menschsein zählt.

© Text: Ingrid Herta Drewing
© Foto: Maike Drewing

Algorithmen- Honig

Version 3

Man erliegt so leicht dem Schmeicheln,
fragt oft nicht, ob ’s wahr auch sei.
Gut tut doch ein Seelen-Streicheln
nach des Alltags Plackerei.

Ja sogar in Facebook haben
dies die Macher schon erkannt,
sind mit Algorithmen-Gaben
reichlich schmeichelhaft zur Hand.

Loben dich als Beste, Schöne,
eine die von Herzen gut,
drum geliebt, die Flötentöne
schenken, dich bezirzend, Mut.

Bist du down, bei name-test com,
schenkt dir Algochen den Lauf
und erklärt dir lieb und fromm,
du seist klasse, baut dich auf.

Nimm es nur als Spielchen an,
Schmunzeln regt sich im Gemüt!
Denn was man sonst wirklich kann,
ist wohl ein ganz andres Lied.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Schere im Kopf

(Zum Tag der Arbeit)

All das Gerede, rosa Limonade!
Nach jedem Trunk erwacht erneut der Durst.
Geheuchelt wirkt Bedauern, ach, wie schade!
Es scheint, euch ist das Leid der Andern Wurst.

Beschwichtigend, Gesülze auf den Lippen
nährt ihr doch nur des Hochmuts Eitelkeit.
Genießt in vollen Zügen, andre nippen
bescheiden, was als Armuts-Rest bereit.

So kann auf Dauer wohl kein Staat bestehen,
wenn man die Basis schwächt, die ihn erhält.
Artikel Vierzehn, zwei, GG sollt stehen
vor Augen jenen, denen’s reich gefällt.

Es muss der Mensch von seiner Arbeit leben können,
sonst stirbt, was wir gern das Gemeinwohl nennen.

© Ingrid Herta Drewing

Mutter Erde

Rose, Dufti,2014

Ach, Mutter Erde, wir als deine Kinder
sind unersättlich, eitel, arrogant.
Statt dich zu ehren, pflegen dich nicht minder,
verwüsten und zerstören wir dein Land.

Wir, die so reich beschenkt mit allem Leben,
wir nehmen ’s hin, als sei ’s nur für uns da,
vernichten, was uns anvertraut, mal eben,
von Gier geleitet, sind wir uns Gefahr’.

Es wäre an der Zeit, sich zu besinnen,
dass wir uns ändern, dich nicht beuten aus.
Denn ohne dich versagt, was wir beginnen;
du trägst das Leben, gibst uns ein Zuhaus’.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2010/ 2018

Die Erfindung

Herr Myrrrzlprmpf, ganz von der Rolle,
weil er des Morgens kühn erfand
aus Abfall eine Wurzelknolle,
die sogar wuchs im Wüstensand.

Er pries sie an als Sensation,
da sie fast ohne Wasser spross;
auch nach ’ner Atomexplosion
man diese Bodenfrucht genoss.

Verpackt in einer Glanzschatulle,
trug er sie zum Patentamt hin.
Man wies ihn ab, nannt‘ es ’ne Schrulle,
ganz ohne jeden Nutzen, Sinn.

Um bei Monsanto durchzustarten,
schrieb er mit Rhyme Bot ein Gedicht,
fuhr mit den letzten Busfahrkarten
zu Bayer, gab dort den Bericht.

Er dachte:“ Wer mit Glyphosat,
Insektengift, leichtfertig spielt,
der wähnt gewiss Gewinn parat,
wenn er mein Wurzelknöllchen sieht.“

Was dann geschah, das weiß ich nicht.
Als er herauskam, war er still.
Ist ’s möglich, dass Herr Myrrrzl-Wicht
doch nur ein Scherz ist im April?

© Ingrid Herta Drewing,2018

Appell

earth-11008_1920

Wir haben uns so weit entfernt
von Menschlichkeit und Pflichten
und hausen auf dem blauen Stern,
als gäb’s noch einen, wo wir gern
das Leben auch vernichten.

Die Dummheit, Gier treibt uns in Not.
Der Hochmut als Verführer
bringt nur das falsche Angebot,
die Bahn der Egomanen, Tod.
Wir alle sind Verlierer.

Wacht auf und seht, was sich da tut!
Lasst euch nicht länger blenden
von aufgemotzter Werbeflut,
seid Lebens-Lobby, habt den Mut,
das Blatt doch noch zu wenden!

Der PLASTIKWAHN muss enden!

© Ingrid Herta Drewing,2018,
Foto : Pixabay

Achtsamkeit

earth-11008_1920

Wir haben uns so weit entfernt
von Menschlichkeit und Pflichten
und hausen auf dem blauen Stern,
als gäb’s noch einen, wo wir gern
das Leben auch vernichten.

Die Dummheit, Gier treibt uns in Not.
Der Hochmut als Verführer
bringt nur das falsche Angebot,
die Bahn der Egomanen, Tod.
Wir alle sind Verlierer.

Wacht auf und seht, was sich da tut!
Lasst euch nicht länger blenden
von aufgemotzter Werbeflut,
seid Lebens-Lobby, habt den Mut,
das Blatt doch noch zu wenden!

Der PLASTIKWAHN muss enden!

© Text : Ingrid Herta Drewing, 2018,
Foto : Pixabay

Zum Thema “ Entartete Kunst“

Gedicht zur Wortvorgabe ( fabulieren; stimmgewaltig; ohrenbetäubend; Kirschblüte; Anamnese; Fäulnis )

DSCN5506

Kritiker, der selbstverliebt, verschworen,
las Poeten völkisch die Leviten,
sah sich selbst zu Höherem geboren;
Poesie war für ihn nicht gelitten.

Stimmgewaltig seine Anamnese,
er verlor sich fast im Fabulieren.
Doch sein Ohr betäubendes Gewese
konnte keinem Hörer imponieren.

Als er sie noch Fäulnis-Boten nannte,
ihnen Schuld an allem Elend gab,
ihre guten Leistungen verkannte,
brach man wütend über ihn den Stab.

Neuen Aufbruch, Frühling auszuloben,
Leben, das in Güte hell erstrahlt,
traf man sich im Hain Apollons droben,
wo die Poesie in Kirschenblüten malt.

Und der Wohlklang sanfter Dichter-Stimmen
trug fortan die Freude in die Welt,
gleich dem Honiggold der edlen Immen
ihre Kunst stärkt, die Kultur erhält.

© Ingrid Herta Drewing,2018

Komatös

„Einer ist des andern Wolf“,
Nettigkeiten nur erheischen
kurz die Partner mal beim Golf.

Ja, es ist zum Reim erweichen,
wenn das matte Verse-Geld
alle Silben lässt erbleichen,
inhaliert als Grasaroma,
Handicap in Atem hält,
einlocht ins Poetenkoma.

© IHD,2018