Archive for März 2021

 
 

Frühlingsmorgen

Der Park, gezeichnet noch von Winters Spuren,
zeigt, zart regt sich der Wiese Gras in Grün.
Jedoch erwachten hier schon auf den Fluren
des Frühlings Boten, Scilla blau erblüh’n.
Narzissen und Forsythien in der Runde
verkünden leuchtend gelb auch frohe Kunde.

Nilgänse, Enten finden sich zu Paaren
und wärmen wohlig sich in Sonne auf
an Teiches Ufer, wo man bald in Scharen
die jungen Vögel sieht bei ihrem Lauf;
Am Warmen Damm, wo auch die klugen Krähen
dazu gesellen sich, nach Futter spähen.

Sehr lange wird es nun wohl nicht mehr währen,
dann blühen und ergrünen Büsche, Bäume,
wenn Lenz und sein Gefolge ganz einkehren,
erfüllen hell mit Leben unsre Träume.
Es schenkt Natur des Frühlings Neubeginn,
beglückt uns Menschen wieder Seele, Sinn.

© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden, Park“ Am Warmen Damm“

Die „Griechische Kapelle“

(Russisch-Orthodoxe Kirche in Wiesbaden)

Noch mag die Stadt vom Frühling träumen.
Jedoch vor Himmels zartem Blau
lässt Sonne zwischen Tannenbäumen
erglänzen goldnen Kuppelbau.

Das Zeugnis einer großen Liebe,
die hier in hellem Licht besingt,
dass sie trotz bitt’ren Todes Trübe
auf ewig ihre Saiten schwingt.

Jelisaweta zu gedenken,
die neunzehnjährig schon verstarb,
als sie ihm wollt‘ ihr Kindchen schenken,
erbaut‘ der Herzog dieses Grab.

Dort auf dem Neroberg, erhaben,
erstrahlt Wiesbadens „ Taj Mahal“
und zeigt, dass reiner Liebe Gaben
bezwingen des Vergessens Wall.

© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden, „Griechische Kapelle“ vom Nerotal aus gesehen

https://lilienjournal.de/elisabeths-kapelle-eine-liebesgeschichte/?fbclid=IwAR25k_MZIVN-xwJQWzg4TqdwRZgJOxpp2_oLuFx_wZA9eqWlmATIMTGUyGE

Staates Macht

Föderalismus
treibt hier seltsame Blüten
im Corona-Kampf.

© IHD, März 2021

Pandemie-Leugner

„Leerdenker-Demo“,
Verschwörungstheorien
Menschen im Angst-Wahn.

© IHD, 2021

Status

Corona-Seuche,
das Land in dritter Welle,
Inzidenz steigend.

© IHD, März 2021

Frühlings Lied

Jetzt lässt der Frühling hier im Tal
sein helles Lied erklingen.
Es grünt und blüht, kein Winterfahl
mag ihn nun mehr bezwingen.

Forsythien-Gelb, der Scilla Blau
und Krokus auf den Wiesen
entfalten ihre Farbenschau,
Magnolienblüten grüßen.

Du hörst ’s beglückt, die Amsel singt,
will sich in Höhen schwingen.
Ihr Liebeslied ins Weite dringt,
wird Frühlings Freude bringen.

© Foto u. Text : Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden Kurpark

Immobil

Home-Office hilfreich wohl zur Zeit,
weil ’s hindert Viren flugs zu wandern,
die in Büros sich machen breit,
erreichen einen nach dem andern.

Jedoch sollt‘ man nicht unterschätzen,
dass andrerseits bei diesem „Spiel“
man schnell viel Kilos kann ansetzen,
da man so lang schon immobil.

Von Fast Food lass‘ man sich nicht blenden,
mach‘ nicht die Couch zur warmen Gruft!
Willst nicht als Nest-Potatoe enden?
Iss richtig und geh‘ an die Luft!

© Text: Ingrid Herta Drewing

© Zeichnung: Ingmar Drewing

Positionsvorteil

Gewichtig, auf dem Zweig von Nutz
mag sich der Starke hilfreich zeigen,
gewährt dem Kleinen, Schwachen Schutz
mit allem, was ihm so zu eigen;
nimmt hin die Nässe unbesehen
und lässt ihn nicht im Regen stehen.

Doch war ’s vielleicht des Kleinen List,
sich untertänig zu bescheiden?
Sein Zweiglein dort noch trocken ist;
er hat’s gemütlich, muss nicht leiden.
Nicht immer hat ’s gut, wer hoch oben,
besonders wenn die Wetter toben.

© Text :Ingrid Herta Drewing

©  Zeichnung: Ingmar Drewing

Im Park

In Fülle Szillasterne sprießen,
umsäumen dicht die kahlen Bäume.
Der Maler Lenz hat auf den Wiesen
sie hingetupft als blaue Träume.

Und der Magnolien Knospen schwellen.
Schon mag manch zartes Blüh-Gesicht
vorwitzig sich der Sonne stellen,
lugt aus dem dunklen Pelz ins Licht.

Forsythien in den Frühling strahlen.
Ihr leuchtend Gelb den Tag erhellt,
mag noch für uns ein Lächeln malen,
wenn Wolken grauen, Regen fällt.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing
Wiesbaden, Am Warmen Damm

Rücknahme einer angeordneten Maßnahme


(„Wer A gesagt hat, der muss nicht auch B sagen, wenn er erkannt hat,
dass A falsch war.“ Bert Brecht )

Einen Fehler zu beheben,
den man müd zur Nacht gemacht,
das gehört wohl auch zum Leben,
wenn ’s Entscheiden schlecht bedacht.

Solche nächtlichen Beschlüsse
lasse man in Zukunft sein,
denn zu häufig treffen Schüsse
’s Allgemeinwohl tief ins Bein!

© Text: Ingrid Herta Drewing.

Grafik: Ingmar Drewing